«Danke, dass ich nicht bin wie...»

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Boris Becker; seine Ex beschönigte die Vergangenheit.
Ihre Vergangenheit war ihr peinlich. Um besser dazustehen, leugnete die frühere Freundin von Boris Becker einen Teil ihres Lebens. Wie leicht geschieht so etwas. Aber es gibt auch eine Art, mit seiner Vergangenheit umzugehen.

Michelle liebte die Tennislegende Boris Becker, und sie war sein «Sommer-Flirt». Plötzlich stand Michelle im Rampenlicht. Um besser dazustehen, verleugnete sie ihre Vergangenheit. Die alleinerziehende Mutter lebte von Hartz IV (Arbeitslosenhilfe). Doch das stritt die damalige Boris-Freundin ab.

«Bild» wusste mehr

In der «Bild»-Zeitung sagte sie: «Das stimmt nicht. Meine Familie ist sehr wohlhabend. Ich liege ihr aber nicht auf der Tasche, sondern stehe auf eigenen Beinen. Ich mache Promotionsjobs, arbeite als Hostess bei Veranstaltungen.» Doch dann veröffentlichte die Zeitung Michelles Vorgangsnummer als Beweis. Und Michelle musste einräumen, dass sie vorher Hartz IV erhalten und danach einen Job als Assistentin in einer Agentur angenommen hatte.

Wie schnell geschieht es, dass wir unsere Vergangenheit beschönigen. Um besser dazustehen und um leichter angenommen zu werden. Die anderen sollen uns mögen. Doch Anerkennung ist schnell verspielt.

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Jesus erzählte die Geschichte vom stolzen und vom demütigen Beter.

Beten und sich schämen

Bei Jesus ist da genau anders herum. Ihm gegenüber muss niemand mit einer Leistung aufwarten oder sein Image für ihn aufmöbeln. Jesus nimmt die Menschen so, wie sie sind. Auch dann, wenn die Gesellschaft nur Buhrufe übrig haben sollte. Denn er hat den ganzen Menschen im Blick, nicht dessen Titel. Dazu erzählte er eine Geschichte.

Schauplatz der Erzählung war eine Synagoge. Ein vornehmer Herr betete; lang und mit schönen Worten. Die Menge suhlte sich in seiner gesalbten Litanei. Unter anderem betete er: «Danke, dass ich nicht bin wie die anderen Leute, wie die Diebe, Betrüger, Ehebrecher oder jener Zöllner dort drüben.» Galant zog der Herr seines Weges weiter.

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Hier trägt Jesus die Vergangenheit. Man kann sie bei ihm abladen. Seine Erlösung ist heute genau so gültig wie damals.

Lizenz zum Beten

Dann stand ein anderer auf, einer von den Zöllnern. Damals waren das staatlich beglaubigte Wegelagerer und kaum einer Betrügerei abgeneigt. Die Menge drehte sich um. Der würde doch nicht etwa anfangen zu beten? Doch, genau das tat er: er betete. Doch er wagte es nicht einmal, aufzusehen, als er bat: «Herr, sei mir Sünder gnädig!»

Ihm war egal, was die andern vom ihm dachten. Er stellte sich seiner Vergangenheit. Jesus kommentierte das mit den Worten: «Dieser Mann wird von Gott gerecht befunden, nicht der andere. Wer sich selbst höherstellt, der wird erniedrigt. Wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht.» Eine Aussage, die Stress wegnimmt und Gelassenheit bringt. Auch wenn man mal Hartz IV empfangen hat. Oder mitten im Gesicht ein Pickel sitzt.

Verfehltes loswerden

Jesus etwas vorgaukeln wollen, das bringt nichts. Und es ist auch nicht nötig. Erstens weiss er ohnehin, ob es stimmt oder nicht. Und zweitens will seine bedingungslose Liebe ja gerade unsere Schwäche auffangen. Bei ihm brauchen die Menschen nicht ihre Vergangenheit zu leugnen, um besser dazustehen.

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Jesus liebt uns Menschen auch, wenn unsere Vergangenheit das nicht nahelegt. Bei ihm zählt nicht der Schein, sondern die Ehrlichkeit.
Im Gegenteil. Bei ihm können wir Verfehltes abladen und einen Schlussstrich ziehen. Das hilft auch, die eigene Vergangenheit zu akzeptieren, statt sie sich und anderen «neu zu erfinden». Bei Jesus haben wir Menschen bereits einen grossen Wert, einfach weil er uns liebt.

Die geschilderte Gebets-Geschichte ist nachzulesen in der Bibel: Lukasevangelium, Kapitel 18, ab Vers 9.

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Datum: 28.09.2006