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Der Schmuggler Gottes
«Da fragte ich meine Lieblingsnonne»
Er schmuggelte tonnenweise Bibeln in den Ostblock: Bruder Andrew. Tausenden von Menschen brachte seine Bewegung «Open Doors» Hoffnung – eine Hoffnung, die ihn auch selber jung gehalten hat.
Eine Stärke, die Sie durch den Glauben gewonnen haben...
Sagen wir so: Der Mensch ist eine komplizierte Sache. Keiner kennt sich selbst. Nur Gott kennt uns, denn er hat uns gemacht. Ich hatte nie die Gelegenheit zu einer hohen Bildung. Aber Gott gab mir einen Sinn für Abenteuer und dass ich mich nicht vor Gefahren fürchte. Wenn Gottes Liebe einen zum Einsatz für die Menschen motiviert, dann kann man auch an Orte gehen, wo andere sagen, man solle da besser nicht hin. «Überleg dir gut, was dich das kosten könnte!», hört man dann. Ich bin nicht so; ich bin spontan. Ich gehe erst ’mal, und hinterher überleg ich.
Welche Eigenschaft von Gott verstehen Sie nicht?
Ich denke, dass wir überhaupt nicht viel von Gott verstehen. Wir haben nur einen Vorgeschmack, weil wir seine Liebe erleben. Aber wie kann man seinen Umgang mit einer maroden Welt nachvollziehen, mit einer Welt voller Rebellion gegen ihn? Und trotzdem gab er seinen Sohn, um am Kreuz zu sterben. Das ist die wunderbare Gnade Gottes, die ich nie begreifen werde.
Wie sind Sie Christ geworden?
Als ich nicht wusste, wie mein Leben weitergehen sollte. Ich war in der Armee und kein besonders feiner Kerl. Im Kampf wurde ich verwundet. Ich ging in keine Gemeinde und las auch nicht in der Bibel – bis ich dort in Indonesien im Lazarett lag. Dort sah ich diese wunderbaren Franziskaner-Nonnen, die sich um uns kümmerten, mit so viel Liebe und Freude. Ich wurde neidisch auf ihr Leben. Ich fragte meine Lieblingsnonne, Schwester Patrizia, warum sie ist, wie sie ist. Ihr Lächeln wurde noch himmlischer, als sie sagte: «Andrew, es ist die Liebe von Christus in uns.» Im Alter von 21 Jahren hörte ich erstmals ein persönliches Erlebnis, wie Jesus ein Leben verändern kann. Das machte mich hungrig auf ein anderes Leben. Mir ging es nicht um Sündenvergebung, das ewige Leben oder den Himmel. Daran dachte ich nicht, sondern meine Motivation damals war: Wie können wir in einer Welt voller Konflikte, Sünden und Versuchung ein Leben führen, das total anders ist, weil Jesus in uns ist? Ich fing also an, in der Bibel zu lesen. Ich wollte sein wie diese Nonne. Später sagte ich mir, ich will wie Jesus sein.
Beschreiben Sie ein spezielles Erlebnis, das Sie mit Gott gemacht haben.
Da gibt es viele Erlebnisse. Der Glaube ist so faszinierend und so bunt. Er macht einen frei von allem. Irdisch gesehen hat man keine Menschenfurcht mehr. Ich kann zu einem Terroristen gehen und meinen Arm um ihn legen. Ich sage meinen jungen Leuten: Wenn ihr einen mit einem Gewehr seht, dann rennt nicht weg. Er könnte euch in den Rücken schiessen. Geht auf ihn zu und umarmt ihn, dann kann er nicht mehr schiessen. Wir leben in einer gefährlichen Welt. Es kann aber nichts passieren, wenn man mit Gott zusammen durch heikle Situationen geht. Ich fühle mich dann jeweils sehr gut. Weil Gott dabei ist. Er sendet mich. Inmitten von Rebellen und Männern mit Maschinenpistolen hatte ich eine Botschaft für einen Terroristenführer. Ich nahm die Bibel heraus und sprach über Jesus. Da spürte ich, dass ich viel stärker war als er.

Bruder Andrew
In diesem Jahr feiert «Open Doors» auf der ganzen Welt das 50jährige Bestehen. So lange schon werden Christen in China, Südamerika und unter dem Islam unterstützt; zu Beginn vor allem hinter dem Eisernen Vorhang. Bruder Andrew hatte den Startschuss gegeben. Inzwischen wird er bald 77 Jahre alt. Bei der Feier in der Schweiz war er mit von der Partie. Wegen seiner besonderen Art von Bibellieferungen wird der Holländer auch «der Schmuggler Gottes» genannt. Am Fragebogen dieser Homepage schmuggelte er sich aber nicht vorbei.
Eine Schwäche, die Sie durch den Glauben besser in den Griff bekommen haben...
Meine Schwäche ist, dass ich ein Mensch bin. Der christliche Glaube hilft Geist, Seele und Körper. Darum ist er so wichtig. Jeder braucht die Treue von Jesus Christus, um ein christliches Leben führen zu können. Ohne ihn ist das Leben ein grosser Flop. Ich kann nichts tun ohne ihn. Meine Antwort ist: Ja, alle meine Schwächen sind Stärken geworden – durch die Treue von Jesus Christus.
Hatten Sie eine spezielle Schwäche oder sind die geheim oder alle auf dem gleichen Level?
Mit Gottes Treue kann man eine Schwäche in eine Stärke wandeln. Treue von Christus ändert die Person, die Aussicht, einfach alles. Ohne ihn kann man nichts Gutes tun. Darum bin ich Christ.
Eine Stärke, die Sie durch den Glauben gewonnen haben...
Sagen wir so: Der Mensch ist eine komplizierte Sache. Keiner kennt sich selbst. Nur Gott kennt uns, denn er hat uns gemacht. Ich hatte nie die Gelegenheit zu einer hohen Bildung. Aber Gott gab mir einen Sinn für Abenteuer und dass ich mich nicht vor Gefahren fürchte. Wenn Gottes Liebe einen zum Einsatz für die Menschen motiviert, dann kann man auch an Orte gehen, wo andere sagen, man solle da besser nicht hin. «Überleg dir gut, was dich das kosten könnte!», hört man dann. Ich bin nicht so; ich bin spontan. Ich gehe erst ’mal, und hinterher überleg ich.
Was begeistert Sie am meisten an Gott?
Mein Enthusiasmus kommt aus der Liebe von Jesus. Wenn ich realisiere, was er für mich getan hat, gibt mir das die Kraft für eine Arbeit mit Begeisterung. In meinem Buch «Schmuggler Gottes» beschrieb ich, wie ich als Soldat aus Asien zurückkehrte und keine Hoffnung mehr hatte. Dann kam Jesus in mein Leben, und alles änderte sich. Ich liebte ihn, meine Eltern, meine Geschwister, meine Ortschaft und die ganze Welt. Und so konnte ich hinausgehen in die Welt – in einer sehr entspannten Verfassung und ohne dass ich nach möglichen Feinden schielen musste. Ich schaute nach vorne, um Menschen zu treffen, von denen Gott will, dass ich ihnen begegne. So geht das Tag für Tag.
Dass er mich liebt, obwohl ich bin, wie ich bin. Seine Liebe nennt sich in der Bibel «Agape». Das heisst, er liebt mich, obschon es nichts gibt, was er lieben könnte. Diese Art von Liebe ist das Spektakulärste, das ich mir vorstellen kann. Es wird die ganze Ewigkeit lang dauern, sie zu erfassen.
Welche Eigenschaft von Gott verstehen Sie nicht?
Ich denke, dass wir überhaupt nicht viel von Gott verstehen. Wir haben nur einen Vorgeschmack, weil wir seine Liebe erleben. Aber wie kann man seinen Umgang mit einer maroden Welt nachvollziehen, mit einer Welt voller Rebellion gegen ihn? Und trotzdem gab er seinen Sohn, um am Kreuz zu sterben. Das ist die wunderbare Gnade Gottes, die ich nie begreifen werde.
Klagen Sie Gott manchmal an? Wenn ja: Wie?
Ich bin manchmal wütend auf ihn, und das sag ich ihm auch. Das ist ein Privileg, das man als Beter hat. Die Enttäuschungen und die Sachen, mit denen man nicht einverstanden ist, kann man ihm sagen; Dinge, die man nicht versteht. Nur Gott kann sie ändern. Warum tut er’s nicht? Womöglich ist die Menschheit schuld daran. Ich sag ihm das.
Welche Frage möchten Sie Gott unbedingt stellen?
Wie kann er mich in alldem lieben? Das ist eine wunderbare Sache, die mich verblüfft. Aber ich freue mich daran, dass er mich liebt.
Ein Tipp, wie man Gebet und Bibellesen interessant gestalten kann ...
Als Christen sollten wir die Bibel einmal pro Jahr durchlesen. Wir müssen mehr in der Bibel lesen als in den Zeitungen. Meinen jungen Leuten sage ich: Im Sitzen lest die Bibel, und im Stehen die Zeitung. So setzt ihr die Zeit in einem guten Verhältnis ein. Die Bibel ist das Wort Gottes und sein Liebesbrief. Die meisten Christen, die ich kenne, haben die Bibel noch nie ganz gelesen. Das ist beschämend. Darum sind wir so schwache Zeugen, wenn wir Moslems treffen. Sie haben den Koran intus. Sie rezitieren ihn immer. Sie haben einen ganz anderen Bezug zum Koran als wir zur Bibel. Wenn wir keine bibellesende Christenheit werden, haben wir keinen Einfluss auf die moslemische Welt. Sie betreiben das Lesen und das Gebet viel gewissenhafter.
Wie sind Sie Christ geworden?
Als ich nicht wusste, wie mein Leben weitergehen sollte. Ich war in der Armee und kein besonders feiner Kerl. Im Kampf wurde ich verwundet. Ich ging in keine Gemeinde und las auch nicht in der Bibel – bis ich dort in Indonesien im Lazarett lag. Dort sah ich diese wunderbaren Franziskaner-Nonnen, die sich um uns kümmerten, mit so viel Liebe und Freude. Ich wurde neidisch auf ihr Leben. Ich fragte meine Lieblingsnonne, Schwester Patrizia, warum sie ist, wie sie ist. Ihr Lächeln wurde noch himmlischer, als sie sagte: «Andrew, es ist die Liebe von Christus in uns.» Im Alter von 21 Jahren hörte ich erstmals ein persönliches Erlebnis, wie Jesus ein Leben verändern kann. Das machte mich hungrig auf ein anderes Leben. Mir ging es nicht um Sündenvergebung, das ewige Leben oder den Himmel. Daran dachte ich nicht, sondern meine Motivation damals war: Wie können wir in einer Welt voller Konflikte, Sünden und Versuchung ein Leben führen, das total anders ist, weil Jesus in uns ist? Ich fing also an, in der Bibel zu lesen. Ich wollte sein wie diese Nonne. Später sagte ich mir, ich will wie Jesus sein.
Warum sind Sie Christ?
Warum nicht? Es wäre dumm, kein Christ zu sein. Denn er ist der einzige, der ein Leben verändern kann. Es kann sein, dass es eine Rolle spielt, dass er die Sünden vergibt. Aber das ist Nebensache. Oder dass ich in den Himmel komme. Vergebung und in den Himmel kommen, das krieg ich, wenn ich Christus folge. Er sagt nicht: «Folge mir, um in den Himmel zu kommen.» Er sagt einfach: «Folge mir!» Also folgt man ihm.
Beschreiben Sie ein spezielles Erlebnis, das Sie mit Gott gemacht haben.
Da gibt es viele Erlebnisse. Der Glaube ist so faszinierend und so bunt. Er macht einen frei von allem. Irdisch gesehen hat man keine Menschenfurcht mehr. Ich kann zu einem Terroristen gehen und meinen Arm um ihn legen. Ich sage meinen jungen Leuten: Wenn ihr einen mit einem Gewehr seht, dann rennt nicht weg. Er könnte euch in den Rücken schiessen. Geht auf ihn zu und umarmt ihn, dann kann er nicht mehr schiessen. Wir leben in einer gefährlichen Welt. Es kann aber nichts passieren, wenn man mit Gott zusammen durch heikle Situationen geht. Ich fühle mich dann jeweils sehr gut. Weil Gott dabei ist. Er sendet mich. Inmitten von Rebellen und Männern mit Maschinenpistolen hatte ich eine Botschaft für einen Terroristenführer. Ich nahm die Bibel heraus und sprach über Jesus. Da spürte ich, dass ich viel stärker war als er.
Warum denken Sie, dass sich ein Leben als Christ auf Dauer lohnt?
Die Antwort ist einfach: Ohne Christus kriegt man, was man verdient. Als Christ wird aber der Fluch, der über unseren Leben ist, gebrochen. Wir müssen nicht länger hundertmal zurückkommen auf das, was wir falsch gemacht haben. Christus hat das alles mit ans Kreuz genommen. Er gibt Leben. Die ganze Perspektive ändert sich, nicht nur die Vergangenheit. Und man geht nicht mehr zur Hölle, sondern in den Himmel. Meine Zukunft, das ganze Leben wird anders. Nur Christus kann das tun. Darum bin ich Evangelist. Ich will zu jedem über Christus sprechen.
Steckbrief
Zivilstand: Ich bin verheiratet und habe fünf Kinder und acht Grosskinder. Ich bin seit 40 Jahren im gleichen Haus, arbeite im Garten und esse jeden Tag die Erzeugnisse unseres Gartens. Meine Frau und ich sagen oft, wir wünschten uns, wir hätten einen Garten wie die Leute in der Schweiz.
Gemeinde: Evangelische Gemeinde. Sie heisst so und gehört zu keiner speziellen Konfession.
Arbeit in Gemeinde: Ich habe keinen Dienst dort. Aber ich habe vor 25 Jahren geholfen, die Gemeinde aufzubauen. Jetzt bin ich stark in der Mission beschäftigt.
Hobbys: Ich bin zu alt, um Tennis zu spielen oder zu rennen. Früher rannte ich gern. Aber was ich heute noch kann, ist spazieren. Ich trainierte früher für einen Marathon, konnte aber keinen rennen, weil im Krieg eine Kugel mein Bein verletzt hatte. Ein Hobby ist das Bücherlesen. Ich habe über 1000 Biografien. Es begeistert mich, zu lesen, was Jesus mit Menschen machen kann. Wie viele davon haben Sie gelesen? Viele, aber nicht alle. Im Flugzeug kommen Sie jeweils zum Lesen? Ja. Gerade gestern, als ich von Amsterdam nach Zürich flog, sah ich eine Zeitschrift über Biografien. Das hat mich sehr stark interessiert.
Beruf: Reisen und Predigen und Lehren. Ich habe keine offizielle Funktion in der Mission. Ich tue einfach, was ich kann.
Werdegang: Ich will Pionier sein und dorthin gehen, wo vorher keiner hingegangen ist. Andere sollen dann folgen. Wir sind nie zu alt, um zu arbeiten. Speziell im Nahen Osten ist es ein Vorteil, wenn man graue Haare hat. Man wird wegen des Alters geehrt. Dann schiessen sie nicht so schnell auf einen – hoffe ich.
Wohnort: Harderwijk. Wenn man ein Kreuz auf der Karte zeichnet, ist es genau da.
Herkunft: Holland.
Lieblingsbibelstelle: Der Leitvers unserer Mission ist der gleiche wie der, der mir wichtig wurde, als ich erstmals in die kommunistischen Länder reiste. Es ist Offenbarung 3,8: «Siehe, ich habe vor dir eine geöffnete Tür („open door“) gegeben, und niemand kann sie schliessen.» Gott und wir arbeiten zusammen. An manchen Orten auf der Welt hatte es Gemeinden gegeben, aber heute sind dort keine mehr. Hat Gott sie vernachlässigt? Nein, sondern wir! Wir müssen mit ihm zusammenarbeiten. Sei das für die Gemeinden in der moslemischen Welt, in der kommunistischen oder in der materialistischen Welt. Das ist unser Auftrag.
Lieblingsmusikgruppe: Eigentlich keine. Ich bin nicht so musikalisch. Ich habe viele Kassetten, die ich im Auto höre. Ich nehm’ mir nicht die Zeit, um im Büro Musik zu hören. Aber in meinem Auto höre ich Musik oder das Neue Testament. Ich habe auch die ganze Bibel auf Kassette. Aber dann wurde in den Autos von Kassetten auf CD gewechselt. Ich habe Gott versprochen, nie eine CD zu kaufen. Dann habe ich aber viele erhalten. Somit haben Sie diese ja nicht gekauft ... Ja. Manchmal hör ich mir eine an.
Datum:
19.10.2005





