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Erneut ein Gericht über Darwin
Während es im Europa kaum je zu einer öffentlichen Debatte kommt, steht in den USA die Evolutionstheorie schon zum vierten Mal nach 1925, 1968 und 1987 vor Gericht. Wieder geht es um die Frage: Wovon darf, wovon muss im Biologieunterricht die Rede sein?
Ist die Theorie der "Intelligenten Gestaltung" eine religiöse Vorstellung - oder ist sie auf Fakten und Versuche gegründet, experimentell überprüfbar und falsifizierbar, mithin also Wissenschaft? Im amerikanischen Dover soll ein Gericht entscheiden, ob die Evolutionstheorie Lücken hat und im Biologieunterricht ein „intelligenter Schöpfer“ erwähnt werden darf. (Hinweis: Die Zeitschrift factum 7/2005 brachte eine ausführliche Darstellung über die Inhalt von Intelligent Design)
Alternatives Erklärungsmodell
Zur Gerichtsverhandlung gekommen ist es, weil die Schulbehörde von Dover beschloss, dass die Biologielehrer der Highschool ihren Neuntklässlern eine Erklärung vortragen müssen. Darin heisst es, die "Theorie" der Evolution habe "Lücken". Intelligentes Design sei ein alternatives Erklärungsmodell, über das es in der Schulbibliothek mehr zu lesen gebe.
Religion oder Wissenschaft?
Interessierte finden in der Bibliothek ein Lehrbuch, dessen Koautor Michael Behe ist. Das Buch heisst „Of Pandas and People“, was dem Gerichtsverfahren zum Namen „Panda-Prozess“ verhalf. Elf Eltern klagten gegen den Beschluss der Schulvorsteher. Sie befürchten, ihre Kinder würden religiös beeinflusst. Und das wäre gegen die Verfassung. Nun soll das Gericht klären, ob Intelligent Design Religion oder Wissenschaft ist.
Am zehnten Prozesstag sagte einer der führenden Köpfe der „Intelligent-Design“-Bewegung aus. Prof. Michael Behe, Autor des im englischsprachigen Raum 200000-mal verkauften Buches „Darwin’s Black Box“.
Behe verwirft Darwins Lehre nicht vollumfänglich. Er gesteht ihr „teilweisen Erklärungswert“ zu, bemängelt aber „Lücken“, „Widersprüche“ und „Fehler“. Bei molekularen Strukturen sei „nicht reduzierbare Komplexität“ zu erkennen, ein „absichtsvolles Arrangement von Teilen“. Allein mit der Evolution seien Wunderwerke wie Blutgerinnung, Immunsystem oder Zellen nicht zu erklären. Neun Stunden lang wurde Behe befragt!
Hier einen Eindruck vom Prozessverlauf. Lesen Sie den Report aus der „Zeit“.
Webseite: www.factum-magazin.ch
Datum:
31.10.2005
Quelle: factum Magazin
Quelle: factum Magazin



