Friedrich Kurz

Einmal Hiob und zurück

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Das «Hamburger Abendblatt» rückt Friedrich Kurz in Szene.
Friedrich Kurz orchestrierte in den 1980er- und 1990er-Jahren den Musical-Boom in Deutschland. Erfolgreich produzierte er «Cats» und «Das Phantom der Oper» in Hamburg und sowie «Starlight Express» in Bochum. Kurz lernte aber auch den Ruin kennen und den Weg vom Glamour ins Licht.

Er reihte Triumph an Triumph - wird aber im «Guinness Buch er Rekorde» auch mit dem grössten Flop der Musical-Geschichte in Verbindung gebracht: «Carrie» wurde am Brodway nur fünfmal aufgeführt.

Der 1948 geborene Friedrich Kurz zog Mitte sechziger Jahre in die USA. Im Bethany-College in West Virginia erhält er ein Stipendium für das Studium der Literatur und der Theaterwissenschaften, einzig dank seinem bemerkenswerten Vorwissen. Es folgten zwei Semester auf der internationalen Filmschule in London.

10'000 Mark im Monat?

In einer Telefonkabine in Hamburg entdeckt er eine liegengelassene Boulevardzeitung. Mit Filzstift dick markiert ist eine Anzeige, die lockt: «Wollen Sie 10‘000 DM und mehr im Monat verdienen?» Und ob er das will. Wegen schlechtem Wetter scheiterte eine Dokumentation, die er drehen wollte, was ihn in die Schulden trieb. Also ruft Kurz an und erhält innerhalb von wenigen Stunden eine Stelle an der Börse - er soll Metalle verkaufen und vermitteln. Er macht ein Vermögen und wird in «idea» zitiert: «Ich hätte nie wieder arbeiten müssen.»

Kurz hatte freilich andere Pläne, denn sein bester Freund besass zusammen mit Musical-Magnat Andrew Lloyd Webber eine Firma, der seinen Hit «Cats» auch ausserhalb der USA auf die Bretter, die angeblich die Welt bedeuten, bringen will. Kurz will es nach Deutschland bringen. Der Durchbruch gelingt und Friedrich Kurz weiss mit weiteren Produktionen zu begeistern, so etwa mit «Starlight Express», das in Bochum noch heute aufgeführt wird, in den mehr als zwanzig Jahren Laufzeit mehr als zehn Millionen Besucher anlockte und als erfolgreichstes Musical weltweit gefeiert wird.

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In der Biographie «Der Musical-Mann» schildert Friedrich Kurz sein packendes Leben.
Zweimal im Buch der Rekorde

Bereits beim Start des Starlight-Express fand dieser Eingang ins «Guniess Buch der Rekorde». Das war im Jahr 1988 in der Kategorie «schnellster Bau eines Musical-Theaters»; jene Halle, die damals in Bochum errichtet wurde. Der zweite Eintrag galt dem Musical «Carrie» (von Stephan King), das als grösster Musical-Flop am Broadway gilt, sieben Millionen Dollar habe er damit in den Sand gesetzt. In der «New York Times» zerriss Frank Rich das Stück nach der Premiere in der Luft. Damals waren die Zeilen des einflussreichen Musical-Kritiker für ein Werk entscheidend.

Heute zeigt sich Kurz froh über das Desaster. In «idea» schreibt er von einem Stück mit okkulter Atmosphäre, voller Lüge und religiösem Wahn. «Das alleine wäre nicht schlimm, wenn das Ganze schlüssig aufgelöst würde.» Aber die Gesamtaussage des Musicals sei finster gewesen.

Die fetten Jahre sind vorbei

In den Neunzigern kam der Kurz-Express ins Stocken. In zwanzig Gerichtsprozessen verhindert er eine feindliche Übernahme seiner Musicalfirma «Stella». «Cats» verkaufte er an seinen Teilhaber, mit dem er nicht weiter zusammenarbeiten mochte.

Auch floppen in seiner deutschen Heimat «Shakespeare and Rock'n Roll» sowie ein Stück über Marlene Dietrich. Daneben spannt ihm die Hollywood-Grösse Robert Redford seine Lebensgefährtin aus. Obschon unverheiratet, wurde die Trennung für Kurz sehr teuer. Tief betrübt stöhnte er, den Glauben an die Menschheit verloren zu haben. Nach dem Glamour und Jetset folgte nun der Ruin.

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So berichtet die «Sächsische Zeitung» über das jüngste Vorhaben des Musical-Magnaten.
Taufe in der Wanne

Ein Börsenmakler sprach in verschiedentlich auf die Bibel an, schliesslich legte er sich eine zu. Im März 2004 sei ihm in einem Hotelzimmer in Schweden sein Leben an ihm vorbeigezogen. Er sah dämonische Fratzen und den Teufel. Plötzlich aber ist das Zimmer in überfliessendes Weiss getaucht. Er erwacht mit der Bibel der Gideons, die in vielen Hotels aufliegt, auf der Brust. In dieser Nacht sei er von Jesus Christus gerettet worden, sagte Kurz.

Bald lässt er sich in der Badewanne eines Apartments taufen. Jesus bezeichnet er als Freiheit, frei von der Sucht nach Erfolg und Geld. Seine packende Geschichte schildert Friedrich Kurz zusammen mit dem Co-Autoren Marcus Mockler in der Biographie «Der Musical-Mann» mit vielen packenden Details (Gerth Medien).

Wieder grosse Pläne

Zur Zeit arbeitet Kurz laut der «Sächsischen Zeitung» an einem Musical-Palast in Dresden. Dazu baut er einen Saal mit 3000 Plätzen. Ab 2013 soll dort ein Stück über den Bildhauer Michelangelo gezeigt werden. Das Werk stammt vom Theologen und Literaten Enrico Garzilli aus den USA.

Quelle: Jesus.ch