Religionspreis für Maturaarbeit über Scientology

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Helen Galliker (Foto: Luzerner Religionspreis)
Der Luzerner Religionspreis 2010 für eine herausragende Maturaarbeit im Themenbereich Religion und Ethik wird an Helen Galliker von der Kantonsschule Luzern verliehen. Die von der Jury prämierte Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema «Auditing - Therapeutische Methode oder clevere Geschäftsidee?», teilt die Universität Luzern in einer Medienmitteilung mit. Beim Auditing handle es sich um die zentrale Methode der Scientology-Organisation, mit der sich ihre Mitglieder weiterentwickeln und gleichzeitig tiefer in die Gruppe eindringen sollen.

Das Thema Scientology sei ein aktuelles, aber vorbelastetes Thema. Beachtenswert sei deshalb für die Jury der konsequent durchgehaltene Versuch, eine unvoreingenommene Haltung gegenüber dem Untersuchungsgegenstand einzunehmen.

Kritische Beurteilung von Scientology

Trotz ihres Bemühens um einen ausgewogenen Zugang komme Helen Galliker zu einer eigenständigen, letztlich kritischen Beurteilung, nach der Scientology trotz religiöser Anleihen keineswegs als Religionsgemeinschaft zu bezeichnen sei. Ebenso sei das Auditing, mit seinen Referenzen an unterschiedliche psychologische Therapieschulen, kritisch zu betrachten. Die unvoreingenommene Haltung der Autorin, ihr origineller Zugang zum Thema und die gründliche Analyse haben die Jury beeindruckt.

Der Preis wird anlässlich der Maturafeier am 22. Juni von Jurypräsidentin Monika Jakobs, Dekanin der Theologischen Fakultät und Professorin für Religionspädagogik und Katechetik, übergeben.

Ausschreibung wird ausgeweitet

Der Luzerner Religionspreis wird seit 2007 von der Theologischen Fakultät in Zusammenarbeit mit dem Seminar Religionswissenschaft für eine herausragende Maturaarbeit im Themenbereich Religion und Ethik verliehen. Ab dem nächsten Jahr wird die Ausschreibung, die sich bisher auf den Kanton Luzern bezog, auf die gesamte Innerschweiz erweitert.

Datum: 07.06.2010
Quelle: Kipa