Nach 30 Jahren Ehe

«Es gibt immer Hoffnung …»

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Fabienne und Jean-Daniel.
Erfolg in der Liebe? Ja, beim zweiten Anlauf. Fabienne und Jean-Daniel lebten zunächst jahrelang in der Krise. Heute lassen sie sich ausbilden, um anderen zu helfen. Eine Geschichte, die Hoffnung gibt.

"Jean-Daniel ist meine grosse Liebe. Jeden Tag neu!" Fabienne wirft ihrem Mann einen vielsagenden Blick zu. Dieses Jahr feiern diese glücklichen Grosseltern ihren dreissigsten Hochzeitstag. Zur Feier rennen sie im November beim Marathon von New York mit! Marathon - ein schönes Bild für das Leben zu zweit. Man rennt gemeinsam mit dem einen Ziel los, bis zum Ende durchzuhalten und die Ziellinie zu erreichen. Doch auf der Strecke ist die Gefahr gross, sich aus den Augen zu verlieren und auf Hindernisse zu stossen. Fabienne und Jean-Daniel haben ihr Teil an Schwierigkeiten gehabt: Betrug, Trennung, Pflegeentzug der Kinder. Ihre Ehe hätte sehr wohl zum Misserfolg werden können. Wenn sie zurückblickt, bedauert die strahlende Fabienne aber nichts: "Die Vergangenheit kann man nicht ändern, die Gegenwart aber sehr wohl. Das ermutigt mich."

Die Liebe wird kalt

Jean-Daniel und Fabienne heiraten 1978. Obwohl beide nicht religiös sind, lassen sie sich in der Kirche trauen, um ihren Eltern eine Freude zu machen. Sehr schnell wird die Familie um zwei Knaben vergrössert. Nach sieben Jahren gerät die Ehe in Turbulenzen. Spannungen mit der Familie des Partners, fehlender Dialog, zuviel Arbeit: Die beiden verlieren sich aus den Augen. "Ich arbeitete viel, um heimzubringen, was wir nicht hatten: Geld. Dafür hatte ich keine Zeit mehr, die Liebe zu bringen", sinniert Jean-Daniel.

Die Situation verschlimmert sich, als Fabienne einen anderen Mann kennenlernt. "Ich meinte, wir hätten keine Gefühle mehr, der Beziehungsfaden sei abgerissen", erinnert sie sich. Jean-Daniel seinerseits ist so unglücklich, dass auch er bei einer anderen Frau Zuwendung sucht. Schliesslich trennen sie sich, reissen aber nicht alle Brücken ab. Nach zweieinhalb Jahren realisiert Fabienne, dass sie von den Gefühlen für ihren neuen Partner geblendet war und ihren Mann eigentlich nicht verlieren will: "Wenn man lange zusammenlebt, baut man etwas auf, ohne es zu merken. Es ist nicht eine Routine, sondern das Leben! Wenn man eine neue Beziehung anfängt, realisiert man nicht, was man verliert. Alles muss neu geschaffen werden!" Darum setzt sie alle Hebel in Bewegung, um ihren Mann zurückzugewinnen. Sie treffen sich regelmässig und fangen mit der Beziehung neu an. Ein gemeinsames Projekt, der Kauf einer Autogarage, absorbiert alle ihre Energie. Aber wie können die alten Fehler vermieden werden?

Eine Tragödie führt zum Wandel

Eine Tragödie gibt ihrem Leben eine neue Richtung. Die kleine Schwester von Fabienne begeht Selbstmord, was bei Fabienne Fragen nach Gott auslöst. Ihre geistliche Suche bringt sie so weit, "Jesus Christus als Retter anzuerkennen". Etwas später entscheidet sich ihr Mann für denselben Weg, weil er gesehen hat, wie sich seine Frau verändert hat: "Sie wurde sanfter und hatte ein neues Gleichgewicht gefunden." Ihr gemeinsamer Glaube verleiht dem Eheleben eine neue Dimension: "Früher lebten wir im Gegenüber. Mit der Entdeckung von Gottes Liebe fanden wir eine Art dritter Dimension: Beide sind sowohl mit dem anderen als auch mit Gott verbunden. In schwierigen Zeiten wissen wir, wo wir Hilfe finden können, um unseren Weg in der Liebe fortzusetzen." Jetzt nimmt die Kommunikation einen wichtigen Platz ein: "Wenn mich jetzt etwas ärgert, stecke ich meinen Ärger nicht einfach in einen Sack, bis er platzt. Ich warte, bis mein Liebling bereit ist, und sage ihm dann, was mir auf dem Herzen liegt."

Vergebung und Respekt fallen nicht vom Himmel

Ein Schlüssel ihres gemeinsamen Erfolgs liegt in der vielen Zeit, die sie zusammen verbringen. Kommt gar nicht in Frage, dass sich nur der eine zum Fitness anmeldet! Damit kann die Ehe auch vor äusserlichen Versuchungen geschützt werden. Zusammen haben sie mehrere Eheseminare besucht und entdeckt, dass "Vergebung, Respekt und das Loslassen der eigenen Rechte nicht vom Himmel fallen, aber gelernt werden können".

Sie sind überzeugt, dass ihre Erfahrung auch anderen helfen kann. Darum haben sie einen Kurs zur Begleitung von Ehen in Krisenlagen besucht und organisieren nun selbst Ehekurse in einer lokalen Kirche. Sie sind stolz auf ihr erfolgreiches Eheleben und sind der lebende Beweis dafür, dass auch eine totgeglaubte Liebe wieder zum Leben kommen kann. Fabienne: "Es gibt immer Hoffnung, wenn man seine Ehe wirklich retten will."

Autorin: Sandrine Roulet
Quelle: 4telstunde für Jesus, Ausgabe Nr. 9, 2008
www.4telstunde.ch
www.each.ch


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