Neu zueinander gefunden

Hochzeit in Venedig

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«Heute gehen wir respektvoll miteinander um»: Monica und Stefan Imoberdorf-Masi.
Dass Stefan und Monica Imoberdorf-Masi heute noch immer denselben Namen tragen, ist für beide ein Geschenk des Himmels.

Stefan und Monica sind im siebten Himmel, als sie 2001 ihre Traumhochzeit in Venedig, der Stadt der Liebe, im grossen Familienkreis feiern. Zwei Jahre später sieht alles anders aus. Ihre Ehe ist zerrüttet.

Viel Ehrgeiz

„Wir hatten mit viel Ehrgeiz angefangen und gaben uns alle Mühe. Die Liebe war da und wir meisterten alle Probleme. Doch mit der Zeit konnten wir einfach nicht mehr miteinander reden. Ich konnte das überhaupt nicht verstehen“, meint Monica Imoberdorf-Masi. „Wir machten uns gegenseitig nur noch Vorwürfe, es gab Wutausbrüche, aber auch Trauer und wir litten beide sehr.“

Beide orientierten sich in dieser Zeit beruflich neu. Monica, ehemalige Jus-Studentin, bereiste als Flugbegleiterin die Welt, wechselte dann in das Bankgeschäft und wurde später Teamleiterin in einem Reiseunternehmen. Stefan, ehemaliger Landschaftsgärtner und Fitnesstrainer, bildete sich zum Vorsorgeberater weiter. Beide waren dadurch im Alltag gefordert und lebten in ihrer Welt.

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«Es war eine Herausforderung, wir mussten einiges aufarbeiten»: Stefan.
„Wenn ich schon soviel arbeitete und etwas Neues lernte, sollte Monica mehr Verständnis dafür zeigen“, war Stefan damals überzeugt. Doch die temperamentvolle Monica fühlte sich von Stefan vernachlässigt: „Er war in der Freizeit so apathisch und hatte keine Lust, etwas zu unternehmen. Ich war dann unzufrieden und begann zu nörgeln.“

Selbst eine Eheberatung konnte ihnen damals nicht weiterhelfen. 2003 wird die Ehe geschieden. Für beide eine riesige Enttäuschung.

«Gott war in diesem Zimmer»

In dieser Zeit erkrankt Monicas Bruder an Leukämie und sie besucht ihn im Spital in Aarau. Als sie das Zimmer betritt, ist er zusammen mit Freunden am Beten. „Es war eigenartig“, erinnert sich Monica. „Ich wollte mich erst wieder verabschieden, wurde aber dann eingeladen, doch zu bleiben.“ Monica war katholisch aufgewachsen und hatte schon oft gebetet. Doch das was nun geschah, war für sie völlig neu. „Ich sass dort, da spürte ich plötzlich so etwas wie einen warmen Strom durch meinen Körper fliessen und ich spürte eine Nähe und Liebe, wie ich es überhaupt nicht kannte. Ich hatte den Eindruck, dass Gott gegenwärtig war. Gott war in diesem Zimmer.“

Nach der Gebetszeit hatten alle Tränen in den Augen. Monica versuchte, ihren Bruder zu trösten und meinte: „Keine Angst du kommst hier wieder raus.“ Die Antwort ihres Bruders erschütterte sie. „Er sagte zu mir, er habe keine Angst vor dem Sterben, er mache sich mehr Sorgen um mich, weil ich Gott nicht kenne. Ich solle in der Bibel nachlesen, was Jesus für mich getan habe.“

Sorgen abladen

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Inzwischen sind Stefan und Monica bereits wieder vier Jahre verheiratet und haben zwei Kinder.
Zu Hause sucht Monica im Bücherregal nach einer Bibel. Da fällt ihr das Buch: „Jesus unser Schicksal“ von Pfarrer Wilhelm Busch in die Hände. Sie ist von diesem Buch so fasziniert, dass sie es in einer Nacht durchliest. „Das hat mir die Augen und das Herz geöffnet“, erinnert sich Monica. Zum ersten Mal hat sie den Eindruck, Gott spreche persönlich zu ihr. „Ich verstand auf einmal, dass ich mich nicht länger mit meinen Fehlern und Schuldvorwürfen herumquälen musste, sondern dass Jesus für mich bezahlt hatte, weil er mich liebt. Ich konnte alle meine Sorgen, meine Schuldgefühle und mein schlechtes Gewissen bei ihm abladen.“ Monica fühlt sich erleichtert. „Ich war auf einmal voller Freude und hatte Frieden. Ich wusste, Gott hat mir vergeben. Ich musste mich nicht mehr selbst anklagen und ich musste auch Stefan nicht länger anklagen.“

Auch nach der Scheidung sind beide miteinander in Kontakt geblieben. Stefan merkt, dass sich Monica verändert hat. „Vorher hatten wir oft gestritten, jetzt war sie anders. Sie war ruhiger, ausgeglichener und ich fühlte mich respektiert. Ihre Persönlichkeit, ihr ganzes Auftreten war positiver geworden.“ Monica erzählt von ihren Erlebnissen mit Gott. Stefan wird neugierig und liest das Buch „Jesus unser Schicksal“ ebenfalls. Darauf beginnt auch er sein Leben neu auf Gott auszurichten.

Sehnsucht nach ihm

Obwohl sich Stefan wieder um Monica bemüht, bleibt sie auf Distanz. Sie mag ihn, empfindet aber keine wirkliche Liebe mehr. Sie betet, dass Gott ihr helfen möge, mit ihren Gefühlen klar zu kommen. Als sie später mit einer Freundin in die Ferien fliegt, erlebt sie eine Überraschung. „Kurz nach dem Start schaute ich auf Zürich hinunter und dachte auf einmal, was mache ich eigentlich hier oben? Ich gehöre doch zu meinem Mann. Urplötzlich hatte ich grosse Sehnsucht nach ihm und wäre am liebsten auf der Stelle umgekehrt.“

Zurück aus den Ferien, funkt es wieder zwischen Stefan und Monica. 2004, ein Jahr nach der Scheidung, wagen sie es und heiraten ein zweites Mal.

Respektvoller Umgang miteinander

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«Ich verstand auf einmal, dass ich mich nicht länger mit meinen Fehlern und Schuldvorwürfen herumquälen musste»: Monica.
Inzwischen sind sie bereits wieder vier Jahre verheiratet und haben zwei Kinder. „Es war auch eine Herausforderung, wir mussten einiges aufarbeiten“, meint Stefan. Dabei geholfen hätten ihnen Freunde und Gesprächspartner aus der Kirchgemeinde, aber auch Bücher wie „Die fünf Sprachen der Liebe“ von Gery Chapman. Konflikte gebe es im Alltag immer wieder, doch sie würden jeweils ein einen Weg finden, sie zu lösen. Sie setzen sich hin und diskutieren. Und im Gegensatz zu früher funktioniere das heute. „Es gibt keine wirklichen Wutausbrüche mehr, wir gehen heute respektvoller miteinander um. Stefan zieht sich nicht mehr zurück, er ist bereit zu zuhören und wir können zusammen reden und auch mal sagen, es tut mir leid.“

Und Stefan findet: „Ich habe gelernt, mehr auf die Bedürfnisse meiner Frau zu achten.“ Für beide ist das Gespräch heute wertvoll. Getragen werden sie durch das gemeinsame Vertrauen auf Gott. Und in der Bibel entdecken sie immer wieder Hinweise, die ihnen weiterhelfen. Dass sie heute wieder glücklich verheiratet sind, ist für beide ein Geschenk des Himmels.

Zu sehen ist das Portrait von Stefan und Monica Imoberdorf in der Sendung „Beziehungskisten“ in der TV-Sendung „FENSTER ZUM SONNTAG“ auf SF zwei, dem Magazin der Alphavision vom 7. und 8. Februar. Die Sendung ist nach der Ausstrahlung auch auf DVD erhältlich oder kann auf www.sonntag.ch betrachtet werden.


Autor: Willy Seelaus
Quelle: Jesus.ch

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