Trotz Rückschlägen

Ein reiches Leben, nur anders als erwartet

Seine Freunde kennen Res Ruprecht als fröhlichen und interessanten Menschen, obwohl seine Lebensumstände nicht immer einfach sind. Auf seinem Glaubensweg hat er aber gelernt, was ein erfülltes Leben ausmacht.

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Res Ruprecht hat trotz schwierigen Umständen gelernt, was ein erfülltes Leben ausmacht.
Bei seiner Bekehrung hatte Res Ruprecht (58) gesagt: «Herr, ich will für dich leben. Aber ich möchte kein langweiliges Leben haben.» Damals hatte er keine Ahnung, auf welche Weise sein Gebet erfüllt würde.

Persönliche Wünsche oder Gottes Willen

Mehrmals fühlte Res Gottes Ruf, in England eine Sprachschule zu besuchen. Doch er zögerte. Schon lange träumte er von einem Bauernhof. Da er selbst keinen Betrieb besass, wünschte er, eine Frau zu heiraten, die einen hatte. Acht Jahre hatte er in Saisonstellen als Bauer gearbeitet. Die richtige Frau stellte sich aber nicht dazu. In dieser Zeit zerbrachen fünf Beziehungen. Jedes Mal wurde er verlassen – das war echt schmerzhaft.

Neue Herausforderungen

Schliesslich kapitulierte er und nahm die für ihn grosse Herausforderung an, für ein halbes Jahr nach England zu gehen. Nach Abschluss der Sprachschule ergab es sich, dass er an einem evangelistischen Einsatz teilnehmen konnte. In diesen Tagen wurden auch evangelistische Anlässe für Kinder durchgeführt. Da kam ein achtjähriges Mädchen auf ihn zu, gab ihm einen Kuss auf die Wange und spielte weiter, als wäre nichts gewesen…

Ein Herz für Kinder

Nach seiner Rückkehr stellte sich Res andauernd die Frage, wie es weitergehen sollte. Es dauerte anderthalb Jahre, bis er eher widerwillig in eine Arbeit mit Kindern einstieg. Während er zum ersten Mal einer Schar dieser Kids von Jesus erzählte, erinnerte er sich an das Mädchen in England. In diesem Augenblick war für ihn klar: «Das ist es! Das ist meine Berufung.» Res blühte richtig auf. Als 33-jähriger Späteinsteiger fühlte er sich aber oft als Fremdkörper unter Jungschar- und Kinderleitern. Doch die Liebe zu den Kindern war unerschütterlich. Zwölf Jahre später wurde ihm die Türe für diese Arbeit geschlossen. Erneut eine schmerzhafte Erfahrung und wieder das Gebet: «Wie weiter?»

Da stand er nun: 45-jährig, sein Traum eines Bauernbetriebes hatte sich längst zerschlagen, die früheren Liebschaften hatten ihm jegliche Perspektive für Ehe und Familie genommen. Und jetzt verlor er auch noch seine gesegnete Aufgabe mit den Kindern. Alles sah so aus, als wäre dies die Berufung seines Lebens gewesen. Was sollte er jetzt tun? Und wo gehörte er hin? Oft betete er: «Warum kann ich nicht sein wie die andern?»

In Bewegung bleiben

Das Motto von Res lautet: «Schiffe im Hafen sind sicher. Aber Schiffe sind nicht für den Hafen gebaut.» Genauso wenig wollte er sein Leben gemütlich einrichten, sondern in den Dienst für Gott stellen. Er setzte sich in Bewegung. Obwohl er immer betete, dass Gott ihm den Weg zeigen würde, packte er die Herausforderungen an, die sich ihm stellten. Er wollte in Bewegung sein – ob im Aufbau von Jungschararbeiten in verschiedenen europäischen Ländern oder Einsätzen mit Operation Mobilisation als Elektriker, seinem ursprünglich gelernten Beruf. Als Regionalleiter vom BESJ (Bund Evangelischer Schweizer Jungscharen) setzte er sich leidenschaftlich ein – eine Aufgabe, die er bis heute wahrnimmt. Nach Engagement in verschiedenen Ländern setzt er sich heute noch für Kinder in Kirgistan ein. Im Winter baut er mit Gruppen Iglus und die Liste der Aktivitäten könnte weitergeführt werden. All die Jahre war Res viel unterwegs.

Ein reiches Leben

Mit Kindern und Jugendlichen unterwegs zu sein, erkennt Res als seine Berufung. Die Art, wie Jesus mit seinen Jüngern unterwegs war, dient ihm als Vorbild. In alltäglichen Situationen ergeben sich immer wieder Gelegenheiten, von Jesus zu erzählen. Zu merken, wie sein Leben Spuren hinterlässt, berührt Res. Trotzdem leidet er hin und wieder unter seinem Leben als heimatloser Single. Oft findet er sich in einer Vermittlerrolle wieder – vermisst aber das Gefühl einer Zugehörigkeit. Sein Lebensstil kostet ihn etwas. «Ich muss akzeptieren, dass ich anders bin als andere Christen», hält Res fest. «Trotzdem ist mein Leben reich gesegnet.»

Res hat in seinem Leben gelernt: «Je mehr du gibst, desto mehr empfängst du!» Anderen Menschen zu dienen ist ihm wichtiger als ein bequemes Leben. «Es ist aber wichtig, dass Dienen freiwillig geschieht. Ich investiere mich in Kinder, weil ich sie gernhabe. Es ergibt sich dann einfach, auch mal ein Opfer zu bringen.» Dienen ist in unserer Gesellschaft zwar nicht hoch im Kurs, aber es macht das Leben lebenswert. Res hat erlebt: «Sich an Menschen zu verschenken, gibt eine innere Zufriedenheit, die aus menschlicher Sicht nicht erklärbar ist.»

Zum Thema:
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Datum: 02.12.2017
Autor: Markus Richner-Mai
Quelle: Livenet

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