Patrick staunt, wie weit er durch Gottes Kraft gekommen ist. Ihm fehlte das Selbstwertgefühl. Nun hat er sich und seine Gaben schätzen gelernt.
Gott auf übernatürliche Weise erlebt: Patrick kann heute Nein sagen.
Ich wuchs wohlbehütet auf, doch fehlte mir Selbstvertrauen. Ich konnte mich schlecht konzentrieren (heute würde man ADHS feststellen). Man gab mir keine Perspektiven. «Du bist nichts und kannst nichts», hiess es, «aus dir wird nichts». Kein Wunder, dass ich als Jugendlicher von Minderwertigkeitskomplexen zerfressen war. Die Vermutung liegt nahe: Hätte ich Jesus nicht in mein Leben gelassen, würde ich heute wohl nicht mehr leben.
Der Anfang mit Jesus
Mit 16 habe ich mein Leben im Welschland Jesus gegeben. Er hat mich gelehrt, dass ich etwas kann. Die Lehre war streng; dass ich es schaffte, ist für mich fast ein Wunder. Menschen halfen mir weiter, unterstützten mich.
Ich hielt mich an Bibelverse wie: «Ich habe dich je und je geliebt; du bist mein Kind». Der Psalm 23 bedeutet mir viel: Gott sorgt für mich wie ein Hirte für seine Schafe. Ich fand eine wunderbare Frau, die hinter mir steht. Wir haben fünf Kinder. Ich darf ihr Vater sein – das ist mir immer wieder eine Bestätigung dafür, dass Gott zu mir steht.
Glaubenskrise
Als Ehepaar wurden wir vor einigen Jahren in einer Glaubenskrise stark geprüft. Meine Frau wollte im Glauben Schritte tun – während ich mit meinem Leben doch recht zufrieden war. Ich merkte lange Zeit nicht, dass sie mir im Glauben meilenweit vorausging und ich in meinen "0815-Glauben" stecken blieb.
Nach dem Besuch einer Intensivwoche der «Schule für Heilung» (SFH) in Gwatt im Januar 2007 kam sie ganz begeistert zurück. In der Überzeugung, dass mir eine solche Schulung ebenfalls gut täte, meldete sie mich kurzerhand für den Jahreskurs an.
Vom Frust zur Selbsterkenntnis
Der Kurs war für mich sehr heilsam. Ich erlebte Gott auf übernatürliche Weise in meinem Leben. Im zweiten Durchgang engagierte ich mich in der Logistik und leitete diese zeitweise.
Die Leiter der Schule schätzten meinen Einsatz sehr, doch fanden sie, ich sollte endlich die Zeit nehmen, Gott in mir wirken zu lassen. Ich war frustriert und niedergeschlagen. Also brauchen die mich eh nicht, sagte ich mir, und fuhr nur widerstrebend ins erste Wochenende.
Ich hatte mich getäuscht. Gott deckte auf eine sehr heilsame Art den Minderwertigkeitskomplex, der immer noch fortbestand, auf. An diesem Wochenende machte er mir klar, dass er mich liebte und mich bei sich haben wollte, dass er einfach da war, um mir zu helfen.
Er begann mich zu verändern und hielt mir den Spiegel hin, dass ich sehen konnte, wer ich wirklich bin. Allmählich begann ich zu begreifen, dass ich bei Gott keine Leistungen vollbringen muss: ich darf NEIN sagen. Ich mache gern Musik, schreibe selbst Worship-Lieder. Gott hat mich darin bestärkt. Die Anbetungsleiterin der SFH lud mich in die Gruppe ein und ermutigte mich, der Gabe Raum zu geben.
Für die Familie da sein
Die Heilung bedeutet, dass ich Dinge ruhiger angehe. Ich kann eher mal einfach abschalten und mich zurückhalten irgendwo mitzuhelfen. Heute habe ich kein schlechtes Gewissen mehr, wenn ich einfach an einen Anlass gehe, ohne zu helfen. Ich habe gelernt, Prioritäten zu setzen. Ich mache nicht mehr so viel wie früher.
Vor allem will ich meinen Kindern (6-17-jährig) Vater sein. Als Chauffeur einer Kanalreinigungsfirma komme ich manchmal spät nach Hause, denn wir können nicht um fünf Uhr alles stehen lassen. So setze ich die Wochenenden für die Familie ein. Ich bemühe mich darum, zuerst für Gott, dann für meine Frau und dann für meine Familie da zu sein. Ich glaube, Gott will wieder Väter und Mütter, die zu ihren Familien stehen und so ein Zeugnis in der Schweiz werden.
Hinweis:
Von Patrick Rufer ist eine Musik-CD mit 11 neuen Songs erschienen, die alle aus der Feder des Künstlers stammen. Das Debut-Album «Dini Gägenwart» lädt mit Schweizerdeutschen Liedern dazu ein, sich der Gegenwärt und Liebe Gottes zu öffnen. Bei der CD wirkten namhafte christliche Musiker mit. Bekannt wurde Patrick Rufer auch als Komponist des Christustag-Songs «Füür u Flamme».
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