Überarbeitet

Wenn die Gesundheit Grenzen setzt

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Daniela Zurbrügg: „Mein Verhängnis ist, dass ich vieles gerne tue.”
Daniela Zurbrügg ist es gewohnt, sich mehr als hundertprozentig einzusetzen. Dann macht sich Überarbeitung bemerkbar. Der Arzt verordnet den Arbeitsunterbruch. — Der helle Weg durch eine düstere Zeit.

Es kam unauffällig und schleichend. Daniela Zurbrügg (40) hatte nach dem Wochenende oft das Gefühl, sie sei zu wenig erholt, nicht ausgeruht. Ihr Mann meinte hie und da, sie sei nicht mehr die Gleiche, habe ihre Fröhlichkeit verloren. Sie vertröstete ihn auf die Ferien, da würde sie ausspannen, auftanken – und dann wieder voll da sein für ihn, für die Arbeit in einer Personalabteilung, für ihren Dienst in der Heilsarmee, für ihre Freunde und Verwandten. Doch auch in den Ferien erholte sich Daniela Zurbrügg schlecht. Holte eine beladene Vergangenheit sie ein oder schlug die Midlifecrisis zu?

Sie erinnert sich an diese düstere Zeit: „Das Schwierigste war zu sehen,dass ich es nicht mehr im Griff hatte. Und ich musste mir eingestehen, dass es so nicht mehr weiterging.” – Der Arztbesuch brachte Klarheit: Starker Eisenmangel hatte zu Überarbeitung und der ständigen Schlappheit geführt. Der Arzt verordnete eine Arbeitsreduktion – zuerst auf 50 Prozent und dann eine Auszeit von einigen Wochen.

Weniger ist mehr

„In dieser Zeit wurde mir klar, dass ich nur noch wie eine Maschine funktioniert hatte. Nun begann ich wieder zu spüren – wer ich war, was ich wollte. Und ich lernte, nichts zu tun. Ich erlernte die dolce vita.”

Daniela Zurbrügg lässt ihren Blick durchs Büro schweifen. Alles ist ordentlich und einladend, da hat es eine Kerze, Blumen, Fotos. Sie verraten, dass Daniela es sich und andern gerne schön macht. Doch das hat seinen Preis: „Mein Verhängnis ist, dass ich vieles gerne tue. Manchmal ist weniger mehr. Es galt also auch, Freizeitbeschäftigungen einzuschränken. Das war befreiend!”

Urvertrauen

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„Dunkle Wolken bedecken die Erde … doch über dir leuchtet das Licht des Herrn auf.” (Die Bibel, Jesaja, Kapitel 60, Vers 1)
Auf die Frage, wie sie Gott in dieser schwierigen Zeit erlebt habe, meint sie nach einer Pause: „Mein Urvertrauen in Gott half mir wie ein heller Stern. Er gab mir Licht. Ich sah mich weder als Bestrafte

noch als Benachteiligte. Vielmehr hatte ich das Gefühl, Gott schenke mir diese Zeit, damit ich wieder zu mir selber kommen könne.” Auch die Reaktionen ihrer Arbeitskolleginnen und Freunde liessen sie das Gleiche spüren. Nie hatte sie den Eindruck, nun abgeschrieben zu sein oder nicht mehr gebraucht zu werden.

Grenzen annehmen

Nach fünf Monaten nahm Daniela Zurbrügg ihre Arbeit wieder voll auf. Was macht sie nun anders? – „Ich stelle nicht mehr so hohe Erwartungen an mich, achte auf die Zeichen meines Körpers und nehme die verordneten Medikamente ein.” Auch praktisch hat sie einiges geändert: Sie schaut darauf, Prioritäten zu setzen, und hat gelernt, nein zu sagen und mit Pendenzen zu leben. Mit einer Weiterbildung schloss sie Wissenslücken. Die Freizeit ist weniger mit Aktivitäten gefüllt. Daniela

Zurbrügg hat erkannt, dass es gilt, mit dem Eisenmangel zu leben. Und sie hält daran fest, dass Gott weiterhin das Dunkle in ihrem Leben erhellen wird.

Daniela Zurbrügg empfiehlt:
Finde deine Lebensspur, AnselmGrün, Maria-M. Robben, Herder Verlag,2001, Taschenbuch 2004.
Quellen innerer Kraft, Erschöpfung vermeiden – positive Energien nutzen, Anselm Grün, Herder Verlag 2004,Taschenbuch 2007

Link zum Thema: Mehr über Gott erfahren

Autorin: Elsbeth Cachelin


Quelle: Trialog

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