Ihr Leben besteht aus Höhen- und Tiefflügen: Susanne Schmitter
Susanne Schmitters Leben gleicht einer Achterbahnfahrt. Krankheit und Schmerzen reissen sie in die Tiefe. Doch Susanne erfährt auch ungeahntes Glück - indem sie Gott kennenlernt.
Nicht im Traum hat Susanne Schmitter daran gedacht, dass ihr so etwas passieren könnte. Vor 15 Jahren traf die damals 22-jährige Rheintalerin die Diagnose HIV-positiv wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Mit einem Schlag zerbrach ihre heile Welt in tausend Stücke. Vor wenigen Tagen hatte sie ihren geliebten Freund zu Grabe tragen müssen. Fünf Wochen waren noch geblieben, nach dem bei ihm Aids ausgebrochen war, um Abschied zu nehmen. Angesteckt hat sich ihr Freund ein Jahr zuvor bei einem Aufenthalt in Kenia. Dann stellte sich heraus, dass er auch Susanne mit dem HIV-Virus infiziert hat.
Schmach und Schande
Nun musste sie regelmässig Medikamente schlucken, damit der Virus unterdrückt werden konnte. 1994 war Aids in der Schweiz noch weitgehend unbekannt und bedeutete für Betroffene Schmach und Schande. Auch Susanne hatte davon keine Ahnung und sie konnte auch mit niemanden über diese schreckliche Krankheit reden. Zu stark war ihre Angst, dass sich die schreckliche Nachricht wie ein Lauffeuer verbreiten könnte. Nicht nur ihr Ruf, auch ihre Arbeitsstelle bei der Post wäre dadurch gefährdet worden.
Warum, Gott?
In ihrer Verzweiflung schreit sie zu Gott: „Warum?“
In dieser Zeit trauert Susanne um ihren Freund, ist oft einsam, verzweifelt und manchmal auch wütend, dann schreit sie zu Gott: „Warum?" Sie ist in der katholischen Kirche aufgewachsen und hat bereits als Teenager ihr Leben unter Gottes Führung gestellt. Und jetzt mit 22 sieht ihre Zukunft düster aus. Als sie einmal sehr bedrückt ist, sagt sie zu ihrer Mutter: „Ich möchte nicht mehr länger leben." Das hat unheimliche Folgen. „Ich hörte Schritte und spürte etwas Drohendes auf mich zukommen. Ich bekam eine furchtbare Angst und klammerte mich an meine Mutter," erzählt Susanne. Ihre Mutter ruft eine befreundete Missionarin zu Hilfe. Diese betet intensiv für Susanne. Das hilft, Susanne beruhigt sich wieder. Dennoch bleibt etwas zurück. Von nun an leidet sie öfters unter plötzlichen Panikattacken. Sie kann sich mit allen Mitteln nicht dagegen wehren.
Von Freude überwältigt
Es dauert fünf Jahre, bis Susanne sich entscheidet, bei einer Gebetsnacht beim Missionswerk „Karlsruhe" mitzumachen, was dann aber leider nicht klappt. Sie hat jedoch ihr Gebetsanliegen dem Missionswerk übermittelt und in der Gebetsnacht wird in Karlsruhe für Susanne gebetet. An diesem Abend ist sie in Widnau zu einem Betriebsfest eingeladen. Beim gemeinsamen Abendessen mit ihren Arbeitskollegen überkommt Susanne auf einmal eine grosse Freude und Erleichterung, was selbst ihre Kollegen erstaunt zu Kenntnis nehmen. Von da an hat Susanne nie mehr eine Panikattacke.
Glückliche Tage
Vor neun Jahren funkt es zwischen ihr und ihrem jetzigen Mann Kurt. Beiden kannten sich zwar schon länger, aber haben erst zum gegebenen Zeitpunkt zusammengefunden. Nun überwiegt wieder das Glück in Susannes Leben. Und das erst recht, als sie ein Jahr später, 2001, heiraten. Zusammen besuchen sie einen Alphalivekurs (Einführungskurs in den christlichen Glauben) und vertrauen ihr Leben Gott neu an. Für Susanne und Kurt brechen glückliche Tage an. Susanne sieht wieder eine Zukunft vor sich.
Schmerzvolle Krankheit
«Gott kann jeden Menschen heilen und befreien»: Susanne und Kurt Schmitter.
Ein Jahr später wendet sich das Blatt. Bei Susanne wird eine Krankheit der inneren Organe diagnostiziert, die ihr schon seit vielen Jahren immer wieder Beschwerden gemacht hat. Sie muss nun mehrmals operiert werden. Auch jetzt schreit sie wieder zu Gott, bittet ihn um Hilfe und erhält dann die Gewissheit, dass alles gut enden wird. Vorerst spürt sich nichts davon, sie will jedoch im Glauben daran festhalten. Doch Angst und Zweifel melden sich immer wieder.
Leben ist wie eine Achterbahn
Susannes Leben gleicht einer Achterbahnfahrt mit Steilkurven und Höhen- und Tiefflügen. Durch Gebetsanlässe und Heilungsseminare wird sie immer wieder im Glauben gestärkt. Sie lernt eines Tages den Holocaust-Überlebenden Peter Loth kennen, der durch Vergebung von vielen Leiden geheilt worden ist. Nun erlebt Susanne selbst, wie befreiend es ist, anderen und sich selbst zu vergeben. Während intensiven Gebetsanlässen beten die Teilnehmer für einander. Bei Susanne kommen Erinnerungen aus der Kindheit ans Licht. Im Gebet lässt sie sich davon lösen und auch von Vorfahren, die dem Naziregime gedient hatten. Dadurch bekommt sie Frieden und Ruhe.
Ein aktives Paar
Heute ist Susanne vielfach aktiv, ob als Postbeamtin, Übersetzerin oder Organisatorin von Seminaren und Kongressen. Als treue Nachfolgerin Gottes weiss sie aus eigener Erfahrung: Die Kraft Gottes kann jeden Menschen heilen und befreien, wenn er bereit ist, zu vergeben und alle Schuld loszulassen. Auch ihr Mann Kurt steht hinter ihr und ihrem vielseitigen Dienst. Mit dem HIV-Virus haben beide gelernt zu leben. Susanne braucht dazu Medikamente. Besonders am Herzen liegen ihnen die Holocaustüberlebenden oder anderen verletzten Menschen. Deshalb haben sie in ihrem Haus einen Treffpunkt und Heilungsraum eingerichtet. Damit möchten sie den Segen, den sie von Gott erhalten haben, anderen weitergeben. Getreu einem Wort aus der Bibel, wie es auf ihrer Homepage zu finden ist: „Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf der Erde!" (1.Mose, Kapitel 12, Vers 3)Webseite: www.hdv-international.org
Claude Schnierl, 52, fuhr beruflich lange Zeit auf der Überholspur. Bis er den Fuss vom Gas nahm, und ihn auch die Gesundheit abbremste. Eindrücklich...