Neun Monate verschollen

Mit Regenwasser, rohem Fisch und der Bibel überlebt

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Anlässlich der Rettung auf den Marshall-Inseln
Im Oktober 2005 lief von Mexiko ein Fischerboot in den Pazifik aus. Drei Fischer wurden neun Monate später von taiwanesischen Hochseefischern aufgenommen – etwa 8000 Kilometer von ihrem Heimathafen entfernt. Die Bibel an Bord hatte ihnen geholfen, nicht zu verzweifeln.

Bald mischte sich Trauer in die Freude über das glückliche Ende der Odyssee: Es wurde bekannt, dass zwei weitere Männer auf der Irrfahrt verhungert waren. Die beiden hätten es nicht ertragen, Vögel und Fische roh zu essen, berichtete der Überlebende Jesús Eduardo Vidana.
Vidañas Frau war zum erstenmal schwanger, als er mit seinen Gefährten am 28. Oktober 2005 aus dem Hafen von San Blas auslief, um Haie zu fangen. Ein Motorschaden, Benzinmangel und starke Winde trieben die fünf auf den Ozean hinaus. Im November 2005 wurden sie für tot erklärt.

Doch sie waren am Leben: Auf ihrem 27 Fuß langen Kahn hielten sie sich mit rohem Fisch, Enten und Möwen am Leben. Ihren Durst stillten sie mit aufgefangenem Regenwasser. Einmal gabs zwei Wochen lang nichts zu beissen – sie fingen nichts. "Manchmal hat uns der Magen wehgetan. Es gab auch Zeiten, da konnten wir uns zu dritt eine Ente teilen", erinnert sich Vidaña.

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Im Hafen von San Blas starteten die drei Seefahrer.

Ein Buch an Bord

Andere Schiffe, die sie auf ihrer Irrfahrt kreuzten, hätten sie offensichtlich nicht bemerkt und deswegen nicht an Bord genommen. Vidaña erzählte, dass er und seine Freunde Ordónez und Rendón während dieser Zeit nur eine Bibel als Lektüre gehabt hätten. Das sei gut so gewesen, deswegen hätten sie noch mehr gebetet. Als die Chinesen sie am 9. August per Radar orteten und an Bord nahmen, seien sie körperlich fast am Ende gewesen. Aber sie hätten "niemals die Hoffnung verloren", sagte Vidaña. Ihre Rettung sehen die drei wie eine "Wiedergeburt".

Datum: 21.08.2006

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