Ich war ständig auf der Suche nach Anerkennung, Halt, Liebe, Geborgenheit und Glück. Einerseits rebellierte ich, andererseits flüchtete ich und war doch in Materialismus und Leistungszwang gefangen
Ich hatte Angst vor Ablehnung, Verlusten und der Zukunft.
Ich war ständig auf der Suche nach Anerkennung, Halt, Liebe, Geborgenheit und Glück. Einerseits rebellierte ich, andererseits flüchtete ich und war doch in Materialismus und Leistungszwang gefangen, die den Lebensstil meiner Familie prägten. Schon im pubertären Alter suchte ich meine Orientierung bei Menschen, in Medien und Trends. Ich folgte den verschiedensten Ideologien und Philosophien.
Schliesslich führten mich auch noch Astrologie und andere okkulte Praktiken in ein Labyrinth von Irrwegen. Glück und Freude waren von kurzer Dauer und waren abhängig von äusseren Umständen und Gegebenheiten. Das Suchen nach mir selbst und Gleichgesinnten, versuchte ich mit allen möglichen Tätigkeiten zu stillen: kulturellen Veranstaltungen, nebenberuflicher Weiterbildung, verschiedensten Kursen, Sport, Vereinen, Weltreisen...
Angst vor Ablehnung
Ich hatte kein Ziel - dafür einige Tiefs, in denen ich feststellen musste, dass trotz beruflichem Erfolg und einer Beziehung ein tiefes Sehnen noch immer nicht befriedigt war. Mit 34 dachte ich, das Glück in einer Familie zu finden. Da stellte sich mir Gott 1996 direkt in den Weg: Ich geriet in eine persönliche Krise, in der mich meine Gedanken gefangen genommen hatten. Ich hatte Angst vor Ablehnung, Verlusten und der Zukunft. Dies manövrierte mich in Verzweiflung, Schmerz, Leid, Sorgen, Haltlosigkeit und Wertlosigkeit. Innerlich völlig zusammengebrochen, ohne Vertrauen in einen Menschen, bat ich Gott um Weisheit, denn ich erkannte: Ich musste etwas ändern.
Er führte mich zu Gottesdiensten einer Gemeinde und liess mir seelsorgerliche Bücher in die Finger geraten. In absoluter Ehrlichkeit und Offenheit wollte und musste ich mir selbst in das Gesicht und in das Herz schauen lassen, um meine Wahrheit zu erfahren. In einem schmerzhaften Erkennen musste ich feststellen, dass ich mein Leben auf eine falsche Basis, auf falsche Erwartungen und falsche Motivationen aufgebaut hatte. Mir wurde speiübel, als ich erkannte, dass mein jahrelanger ehrenamtlicher Zeiteinsatz im Rettungssanitätsdienst mir dazu dienen sollte, durch gute Taten in der Bevölkerung Anerkennung und Dank zu ernten. Ich musste mich fragen: "Kann ich überhaupt lieben, ohne den eigenen Vorteil zu suchen und selbstlos das Wohl des anderen im Vordergrund zu sehen? Waren es bislang nicht Gefühle, Triebe, Leidenschaft, Egoismus, Stolz und Besitzansprüche, die sich lediglich den Schein der Liebe umgehängt hatten?"
Die Verzweiflung ist weg
Auf mein Dahinvegetieren blickend und meine Berechtigung auf dieser Erde hinterfragend, hörte ich meine Cousine sagen: "Gott liebt dich!" Fiebernd nach Befreiung flehte ich zu Gott um Hilfe. Unter Tränen bin ich in dieser Nacht (Pfingstmontag 1997) eingeschlafen und wie vom Blitz getroffen um 3.30 Uhr wieder aufgewacht. Nicht wissend, was geschehen war, spürte ich die Verzweiflung und die Zerrissenheit nicht mehr. Ich hatte einen tiefen Frieden in mir. Dieser Friede war unbegreiflich und unsagbar schön. Danach konnte ich durchatmen, loslassen und erhielt Abstand zu mir selbst. Ich war nicht mehr in all meinen Gedanken gefangen. Schuldgefühle plagten mich allerdings weiter.
Es folgten Monate, in denen meine Emotionen Saltos schlugen. Die Frage, was nach dem Tod kommt, trieb mich um. Ich hatte keine Gewissheit; ich spürte nur ein Eventuell; mir war das zu vage. Dies bedrückte mich sehr. Dann kam mir eine Einladung zu einer Vortragsreihe mit dem Evangelisten des Janz Teams, Beat Abry, wieder in die Hände.
Das Thema "Dem Leben eine Richtung geben" fand ich schon Tage zuvor, als ich die Einladung im Briefkasten fand, sehr ansprechend. Die Veranstaltungen fanden in einer Woche statt, und an diesem Abend stand das Thema "Was erwartet mich nach dem Tod?" auf dem Programm. Ich wusste, da musste ich hingehen.
Ein Ziel vor Augen
Auf meine Fragen bekam ich Antworten, die mit Bibelversen belegt waren. Für mich war es auf einmal ganz klar. Jesus Christus starb am Kreuz für alle Menschen und auch für meine Schuld. Beat Abry sagte, dass ich dieses Geschenk Gottes nur anzunehmen und von ganzem Herzen "danke" zu sagen brauchte. An einem anderen Abend hiess das Thema "Kann ich noch einmal neu anfangen?" Betend und mit Gegenströmen ringend blieb ich zurück. Ich nahm Jesus Christus als meinen Retter, Erlöser und Heiland an und machte einen Neuanfang. Jetzt gehe ich mit einem Ziel vor Augen voran. Das war die beste Entscheidung in meinen bislang 37 Jahren.
Es war tatsächlich ein Neuanfang. Ich habe Vergebung erfahren und bin seit diesem Zeitpunkt selbst fähig, zu vergeben. Negative Gefühle, z. B. Hass, Groll, Eifersucht, Aggressivität oder cholerisches Verhalten, die meine Seele früher zerfressen wollten, empfinde ich nicht mehr. In mir hat sich ein befreiender Friede, eine Ausgeglichenheit und ein Verständnis für diese Seelennöte anderer breit gemacht. Dinge, an denen ich früher mit ganzem Herzen hing, haben ihre Priorität verloren.
Ich erlebe eine Freiheit, die ich jedem nur wünsche. Frei von Zwängen, um freiwillig etwas zu tun. Ich brauche keine Zwänge und Abhängigkeiten mehr zu befriedigen. Ich musste z. B. von einem Tag auf den anderen nicht mehr rauchen - ohne Entzugserscheinungen.
Mein Herz hüpft
Echtes Glücklichsein wurde für mich ein Empfinden von Zufriedenheit, Freude und Hoffnung und hängt nicht mehr damit zusammen, in welchem Land oder an welchem Ort ich mich gerade befinde. Es ist vielmehr von meiner intensiven Beziehung und meinem persönlichen Glauben zu Jesus Christus abhängig. Ich lasse ihn in meinem Leben Herr sein und versuche nicht, meine eigenen Vorstellungen voranzutreiben. Ein tiefes Verlangen und ein Ruf in mir zeigt, dass ich mich nicht nur ‚nebenberuflich' seinem Auftrag annehmen werde und die meiste Zeit des Tages damit verbringe, mich anderen Aufgaben zu widmen. In tiefem Vertrauen darauf, dass er das Beste für mich parat und alles unter Kontrolle hat, lasse ich mich Schritt für Schritt führen.
Ich erfuhr nicht nur tiefe Freude und Glück, sondern mein Leben wurde spannend und mein Herz hüpft in Erwartung dessen, was er noch alles tun wird.
Ersterscheinung dieses Textes in "Ruf in unserer Zeit" , Janzteam Riehen/Lörach
Datum:
06.09.2010 Autor: B. R. Quelle: Bordzeitung - Texte zum Leben
Claude Schnierl, 52, fuhr beruflich lange Zeit auf der Überholspur. Bis er den Fuss vom Gas nahm, und ihn auch die Gesundheit abbremste. Eindrücklich...