Interview

„Jesus hat mich aus dem Isolierzimmer herausgeholt“

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Den unsagbaren Schmerz überwunden: Corinne heute
Corinne trug als Mädchen einen unsagbaren Schmerz in sich. Wegen wiederholter Suizidversuche landete sie schliesslich im Isolierzimmer der psychiatrischen Klinik.

Jesus.ch: Corinne, woher rühren die Schnittverletzungen an den Unterarmen?
Corinne: Ich habe mich über Jahre selbst geschnitten. Und mich auch auf andere Weisen verletzt.

Wann begann das?
Sehr früh. Von der ersten Klasse an entwickelte ich gewisse Symptome. Später war ich depressiv gestimmt und tat mir weh. Verschiedene schwierige Erlebnisse und Umstände in der Familie verursachten Druck. Mit Selbstverletzungen und Lügen versuchte ich ihn abzubauen.

Dann warst du jeweils erleichtert?
Für einen kurzen Moment. Lange verletzte ich mich nicht so offensichtlich. Man brachte mich ins Spital, weil man mich für krank hielt, doch ich hatte es selbst verursacht. Fachleute sprechen von einer artifiziellen Störung. Zum Beispiel band ich mir ein Bein ab, bis es blau war. Mit Verdacht auf Thrombose wurde ich ins Spital gebracht. Kurz nach dem Ende der Schulzeit kam ich zum erstenmal in die psychiatrische Klinik.

Trotzdem hast du eine Lehre abgeschlossen?
Ich bin eine Kämpferin. Zwischen zwei Klinikaufenthalten begann ich eine Ausbildung als Krankenschwester. Ich musste aufhören und machte dann eine kaufmännische Ausbildung. Aber es hat mich immer wieder ‚glitzt’ (erwischt).

Dann warst du während längerer Zeit in der Klinik?
Der kürzeste Aufenthalt dauerte wohl drei Monate, der längste ein Jahr. Man kann sagen, während neun Jahren war ich fast nonstop in der Klinik, jedes Jahr hinein, heraus, wieder hinein.

Was haben die Ärzte diagnostiziert?
Borderline, multiple Persönlichkeit – verschiedene Diagnosen. Mein Problem: Ich konnte nicht sagen, was mit mir los war. Deshalb erfand ich Dinge oder simulierte Krankheiten. Dies ergab einen Rattenschwanz von Schuld, den ich hinter mir herschleppte. Ich merkte, dass ich aus diesem Strudel nicht mehr herausfinde. Dazu kamen all die Probleme, welche mich in das selbschädigende Verhalten hineintrieben.

Bei psychischen Problemen flüchten manche in eine Schizophrenie, andere werden depressiv. Ich versuchte damit umzugehen, indem ich mich selbst verletzte. Weil ich nicht sagen konnte, was in mir drin los war, musste ich etwas erfinden und mir selbst weh tun – das war meine Strategie. Ich erhielt dann Aufmerksamkeit und Zuwendung, die mir sonst fehlten.

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Immer wieder verletzte sich Corinne selbst.
Darum hast du Dinge erfunden und dir wehgetan?
Eigentlich lief ich ständig mit einem Riesenschmerz und einer grossen Verzweiflung herum und wusste nicht, was mit mir los war. Ich konnte nicht sagen: Der Fritz hat mir das und das angetan, darum geht es mir mies. So erfand ich Dinge, die dem Schmerz, dem Gewirr in mir irgendwie entsprachen.

Von daher fiel den Ärzten eine klare Diagnose schwer. Manches deutete auf Borderline, doch vieles war artifiziell, vorgespielt. Ich selbst suchte immer nach der Lösung. Ich wusste: Wenn ich wirklich aus den Problemen herauskommen will, muss ich zum Artifiziellen stehen und meinen Teil zugeben und dort aussteigen.

Wie kam es zur Heilung? Konntest du auf einen Schlag ehrlich werden?
Im letzten Klinikaufenthalt kam per Zufall eine Seelsorgerin, die meine Mutter kennt, in die Klinik, um jemand zu besuchen. Meine Mutter war gerade bei mir und fragte sie, ob sie nicht auch für mich Zeit hätte. So kamen wir zusammen und begannen, miteinander einen Weg zu gehen. Irgendwann merkte sie, was an Unwahrem im Raum stand. Sie stellte mich und sagte mir, wenn ich frei werden wolle, müsse ich ehrlich werden.

Da brach ich ab und ging nochmals drei Monate meinen Weg. Bis ich in einem Isolierzimmer landete, weil ich ständig versuchte mich umzubringen. Ich war an einem Punkt angelangt, wo es nicht mehr weiterging. Da nahm ich die Bibel hervor, die ich da als Einziges bei mir haben durfte. Ich begann, mich mit dem Wort Gottes auseinanderzusetzen.

Corinnes Weg zur Heilung
„Gott, wenn es dich wirklich gibt…“

Datum: 23.07.2005
Quelle: Jesus.ch

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