Alkohol

Nicht geheilt, aber zum Stillstand gekommen

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Lokale mit Alkoholausschank können zum Ort der Versuchung werden.
Seit 26 Jahren trinkt Max nicht mehr. Doch der Respekt vor dem Rückfall in die Sucht ist geblieben.

Die ersten Kontakte mit dem Alkohol hatte Max* als Zwölfjähriger. In der elterlichen Wohnstube war eine stattliche Bar eingebaut; der süssliche Geschmack des Eierlikörs hatte es ihm besonders angetan: "Ich spürte die Wirkung des Alkohols, die mich wie abheben liess."

Später, während der Lehre, gab es die üblichen Feierabend-Biere mit Kollegen. Wenn Max Alkohol konsumiert hatte, fiel es ihm leichter, auf die Leute zuzugehen. Als er ein paar Jahre danach heiratete, war er bereits Alkoholiker. Eine Tatsache, die er damals entsetzt von sich gewiesen hätte. Erst viel später gingen ihm über die Entwicklung, die er in diesen Jahren durchgemacht hatte, die Augen auf.

Eingeständnis

"Als ich nach 14 Jahren wegen Alkoholismus die Stelle verlor und meine Frau sich von mir getrennt hatte, begann ich umzudenken. Ich versuchte es mit kontrolliertem Trinken und nahm Kontakt mit Beratungsstellen auf. Die tiefe Erkenntnis, dass ich Alkoholiker war, kam aber erst einige Monate später: An meiner neuen Arbeitsstelle baute ich nach drei Wochen einen Autounfall. Es war Alkohol im Spiel! Der Schock sass tief. Existenzängste machten sich breit. Obschon ich zu meiner Überraschung nicht entlassen wurde, war der Leidensdruck enorm."

Max suchte Hilfe bei den Anonymen Alkoholikern. Hier fühlte er sich von Anfang an aufgenommen, auch wenn "ich nicht alles glaubte, was die sagten. Es kam mir merkwürdig vor, wenn es z.B. hiess, man müsse selber herausfinden, ob man Alkoholiker sei. Ohne meine AA-Gruppe wäre ich nie vom Alkohol losgekommen.

Die Anonymen Alkoholiker sind eine weltweit verbreitete Organisation, die allen Hilfesuchenden Hilfe zur Selbsthilfe anbietet, von Betroffenen für Betroffene, wobei das Prinzip der Freiwilligkeit ganz gross geschrieben wird."

Hilfe durch den Glauben

"Die Anonymen Alkoholiker sind aus der christlichen Erweckungsbewegung ‚Gruppe Oxford' entstanden", erklärt Max. "Von daher kommt in unserem 12-Schritte-Programm der starke Bezug zu Gott oder zu einer höheren Macht, wie wir es auch nennen. Am Anfang steht immer die Einsicht, dass ich als Einzelner es nicht mehr schaffe, aus meinen Problemen herauszukommen, und dass ich auf die Hilfe von Gott und von Menschen, die mich annehmen und verstehen, angewiesen bin."

Respekt vor der Sucht

Max trinkt seit 26 Jahren nicht mehr. Seine Sucht ist nicht geheilt, sondern zum Stillstand gebracht. Sie kann jederzeit wieder ausbrechen. Max hat gelernt damit umzugehen. Er meint dazu: "Angst vor einem Rückfall habe ich nicht, aber einen Riesenrespekt davor. Zwei Fragen stelle und beantworte ich mir immer wieder: Warum bin ich Alkoholiker geworden? Meine Antwort ist, dass Gott mich so geschaltet hat. Warum durfte ich mich vom Alkohol verabschieden? Gott hat mich geführt. Ich bin ein gläubiger Mensch geworden."

* Name von der Redaktion geändert

Link zum Thema: Mehr über Gott erfahren

Autor: Andreas Schild


Quelle: Trialog

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