Transsexueller Walter Heyer

Ich hoffte als Frau glücklich zu werden

In jungen Jahren erlebt Walter Heyer Missbrauch durch seine Familie und wird dadurch zutiefst in seiner Identität verunsichert. Jahre später beschliesst er eine Geschlechtsumwandlung und hofft als Frau endlich Frieden zu finden. Doch die innere Zerbrochenheit bleibt. Erst als Jesus eingreift, verändert sich alles.

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Walt Heyer
Als ich vier Jahre alt war, fing meine Grossmutter an, mir Mädchenkleider anzuziehen, wenn ich bei ihr war. Sie war entzückt wie ich aussah und mochte mich als Mädchen viel lieber. Sie nähte mir sogar ein Chiffonkleid, aber ich durfte niemandem davon erzählen. Es war unser kleines Geheimnis. Daheim war ich ein richtiger Junge, aber ich bekam nie die Aufmerksamkeit, wie bei meiner Oma als Mädchen. Ihre Worte und ihre Bestätigung waren machtvoll und verwirrend zugleich.

Drei Jahre später fand meine Mutter das Kleid und alles kam raus. Von da an durfte ich nicht mehr allein zu Oma. Mein Vater packte mich nun hart an, damit ein echter Mann aus mir wird und oft war er brutal. Und dann begann mein Onkel mich immer wieder sexuell zu belästigen. Aber niemand glaubte es mir.

Suche nach Identität

Als Teenager spielte ich Theater und war gut im Sport, aber nirgends bekam ich die Aufmerksamkeit, wie damals bei meiner Oma. Es war total verwirrend. Manchmal fragte ich mich, ob ich wirklich ein Junge bin. Warum hatte mich mein Onkel missbraucht? Und mein Vater mich geschlagen? Die Fragen gingen mir nicht aus dem Kopf. Manchmal betete ich, dass Gott mir diese seltsamen Gedanken nimmt. Gleichzeitig glaubte ich, dass Gott keine Ahnung hat, was in mir vorgeht. Ich fühlte mich damit völlig allein.

Äusserlich lief alles prima. Ich wurde Ingenieur, heiratete und hatte zwei Kinder. Innerlich war ich gespalten. Was meine Grossmutter angefangen hatte, liess mich nicht los. Immer wieder dachte ich darüber nach, ob ich als Frau nicht glücklicher wäre.

Doppelleben

Dann fing ich an, mich heimlich als Frau zu verkleiden, so auszugehen und ich trank sehr viel. Daheim oder im Job ahnte niemand etwas. Es war das perfekte Doppelleben. Doch innerlich war ich leer. Manchmal dachte ich, ich muss eine Entscheidung treffen, um endlich frei und glücklich zu sein.

Mit Ende 30 ging ich zu einem Experten für Geschlechtsumwandlungen. Ich wollte mich nur mal informieren. Der Arzt sagte, dass er sehr viel Erfahrung habe und mir nur eine Geschlechtsumwandlung helfen könne. Mir war das irgendwie zu schnell. Aber der Gedanke liess mich nicht los.

Die Entscheidung

Zwei Jahre lang formte sich in mir der Entschluss. Ich glaubte, dass ich als Mann immer unglücklich sein würde. So setzte ich mich meiner Frau zusammen und erzählte ihr die ganze Wahrheit. Sie reagierte sehr verletzend und zog auch unsere erwachsenen Kinder mit in den Streit. So verlor ich durch meine Entscheidung meine ganze Familie.

Ich begann Hormone zu nehmen, mich als Frau zu kleiden und nannte mich Laura Jensen. Schliesslich liess ich mich umoperieren. Doch das erhoffte Glück blieb aus. Ich fühlte mich genau so leer wie vorher. Dazu kam, dass mein Arbeitgeber mich so nicht mehr wollte und obwohl ich vorher so erfolgreich war, fand ich keine neue Stelle. Innerhalb weniger Monate war ich obdachlos und Alkoholiker. Ich war am Ende.

Hoffnungsschimmer

Ich ahnte, dass nur noch Gott mir helfen kann und so suchte ich mir einen christlichen Seelsorger. Der sorgte dafür, dass ich bei einer Pastorenfamilie unterkomme und von da an ging es mir kurzzeitig besser. Die Familie war so liebevoll und echt interessiert an meiner Geschichte. Sie nahmen mich so an, wie ich war, umarmten mich oft und nahmen mich mit in den Gottesdienst, wo ich sehr herzlich aufgenommen wurde. Zudem fand ich Arbeit. Und trotzdem bekam ich einen Rückfall. Es war so schlimm, dass ich in ein Heim für suchtkranke Frauen musste. Mein Selbstwert war am Boden. Ich fühlte mich wie ein Haufen Dreck, wie Abschaum. Doch die Familie und die Gemeinde gaben mich nicht auf und beteten weiter für mich. Tatsächlich schaffte ich es wieder trocken zu werden.

Die bittere Erkenntnis

Ich fing an Psychologie zu studieren und mich mit meinem Leben auseinander zu setzen. Und plötzlich begriff ich, dass ich einer Illusion erlegen war. Ich konnte mein Inneres nicht durch Äusserlichkeiten verändern. Ich konnte keine Frau werden, auch wenn ich durch Hormone und Operationen alles dafür tat. Das war ein Mythos, der alles nur durcheinander gebracht hatte. Es hatte mir geschadet. Ich spielte Frau und betrog mich damit selbst. Aber durch meine Geschlechtsumwandlung war es unmöglich wieder umzukehren. Das war ein schrecklicher Gedanke.

Jesus kann alles

Zusammen mit einem christlichen Psychologen, ging ich den Missbrauch und die Traumata meiner Vergangenheit durch. Wir schrieben wir alles auf und verbrannten es dann als Symbol, dass Jesus allen Schmerz von mir nimmt. Dann beteten wir zusammen und plötzlich hatte ich eine wunderbare Vision: Ich sah Jesus, ganz in weiss gekleidet der sich voller Liebe zu einem Baby beugte. Intuitiv wusste ich, dass ich das bin. Es war ein kleiner Junge. Jesus nahm das Kind in seine Arme, wiegte es sanft und sagte: „Bei mir bist du für immer sicher.“ Ein tiefer Frieden und Trost erfüllten mich und stillten die Sehnsucht, die ich so lange in mir trug. An diesem Tag begann meine vollständige Heilung. Aus Religion wurde eine tiefe Beziehung zu Gott.

Das ist jetzt 30 Jahre her und seitdem bin ich trocken. Gott hat mein zerbrochenes Leben in seine Hände genommen und mich heil gemacht. Auch als Transsexueller kann man umkehren und zu Jesus finden. Jeder kann frei werden Es ist nie zu spät für ein Leben mit Jesus.

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Datum: 23.11.2017
Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Livenet

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