Ehemaliges Escort-Girl

«Jesus hat die Sehnsucht in mir gestillt»

Auf der Suche nach Liebe und Annahme gerät Jasmin Trimborn aus Mainz in einen Escort-Service. Doch statt dem grossen Glück erlebt sie im Rotlichtmilieu den Abgrund und findet allein nicht mehr heraus. Erst als sie Jesus kennenlernt, schafft sie einen Neuanfang.

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Jasmin Trimborn
Ich bin in schwierigen Verhältnissen aufgewachsen. Meine Mutter war Alkoholikerin und mit allem überfordert. Ständig wies sie meinen Vater und uns Kinder zurecht. Bei jeder Kleinigkeit bestrafte sie meine Brüder und mich und schlug uns, dass wir oft grüne und blaue Flecken hatten.

Als ich zwölf war, liessen sich meine Eltern scheiden. Bei meiner Mutter wollte ich nicht bleiben und wäre so gern zu meinem Vater gekommen. Aber er hatte inzwischen eine neue Frau und zog ohne mich ins Ausland. Mich übergab er dem Jugendamt und ich kam in betreutes Einzelwohnen, wo ich allein lebte. Ich schaffte meinen Schulabschluss und eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau, aber ich fühlte mich alleingelassen, haltlos und verlassen. Immer war ich auf der Suche nach Liebe, Annahme und Identität.

Die Sehnsucht nach Liebe

Mit 23 Jahren erzählten mir Leute, dass ich Glück und Halt durch schnell verdientes Geld finden könne. Ich glaubte ihnen und sie vermittelten mich an einen Escort-Service. Von da an bediente ich Männer in meiner Privatwohnung mit Aufmerksamkeit und schnellem Sex. Ich verdiente prompt gut Geld und wurde von allen Seiten bewundert. Aber der Preis, den ich bezahlte, war hoch. Obwohl ich plötzlich so viel Aufmerksamkeit bekam, ging es mir seelisch immer schlechter.

Um die Berührungen der Männer zu ertragen, fing ich an zu trinken. Allmählich rutschte ich in ein immer tieferes Loch. Bald war ich Alkoholikerin und nun ging es nur noch darum, Geld zu beschaffen, um meine Alkohol- und Zigaretten-Sucht zu finanzieren. Ich war umgeben von Menschen, doch ich fühlte mich so einsam. Und Alkohol betäubte meine Gefühle. Die Männer, die zu mir kamen, wurden immer brutaler, aggressiver und fordernder. Doch ich steckte inzwischen so tief drin, das ich da alleine nicht mehr rauskam. Zwei Selbstmordversuche endeten in der Suchtklinik und in der geschlossenen Psychiatrie.

Meine Sehnsucht nach Liebe, Halt, Stabilität, Ehrlichkeit und einem normalen Leben war so gross. Und so heiratete ich, in der Hoffnung, dass nun alles gut werden würde. Doch mein Mann war gewalttätig und auch er konnte die tiefe Leere in mir nicht füllen. Es war eine einsame Zeit und irgendwann lernte mein Mann eine andere Frau kennen und warf mich samt Katze aus unserer gemeinsamen Wohnung. Jetzt sass ich auf der Strasse.

Hoffnung inmitten des Chaos

Damals hörte ich von einem christlich-therapeutischen Wohnheim für Menschen in Lebenskrisen. Und weil ich keinen anderen Zufluchtsort hatte, zog ich da hin. Dort lernte ich eine Frau kennen, die solch eine Liebe und Wärme ausstrahlte. Immer wieder erzählte sie mir von Gott und gemeinsam lasen wir in der Bibel. Im Wohnheim gab es ausserdem jeden Tag Gottesdienste, wo gesungen und gebetet wurde. So erfuhr ich immer mehr von Gott, der für mich zu einem Rettungsanker wurde. Mit 34 Jahren entschied ich mich, Jesus in mein Leben einzuladen und das veränderte alles.

Ich vertraute Gott mein Leben an und bat ihn um Vergebung meiner Schuld. Damals wurde mir bewusst, wie viel Leid ich anderen Menschen zugefügt habe und wie viel mir angetan wurde. Schritt für Schritt arbeitete ich mein Leben und meine Schuld mit Gottes Hilfe auf und lernte auch zu vergeben. In dieser Phase war mir Gott sehr nahe. Er trug mich regelrecht durch diesen Prozess und schenkte mir immer wieder neuen Mut. Immer mehr konnte ich mich für Gott und seinen Sohn Jesus Christus öffnen und seine bedingungslose Liebe und Annahme erfahren.

Das war es, wonach ich mich so lange gesehnt hatte und bei ihm allein fand meine Seele Frieden. Jesus Christus ist Liebe und Annahme und Vergebung. Durch seine Gegenwart veränderte ich mich. Mein Verlangen nach Zigaretten und Alkohol verschwand. Und auch die Anerkennung von Männern brauchte ich nicht mehr. In Christus habe ich zu meiner Identität als Kind Gottes gefunden. Und inzwischen ist er für mich so wichtig wie das Atmen.

Natürlich steht man auch als Christ noch vor Herausforderungen. Gott bewahrt mich nicht vor allem, aber ich weiss, er trägt mich durch alles hindurch. Ohne Jesus möchte ich nie mehr sein. Der berühmte Mathematiker Blaise Pascal hat einmal gesagt: «Das Glück ist nicht ausserhalb von uns und nicht in uns, sondern in Gott. Und wenn wir Gott gefunden haben, ist es überall.» Genau das durfte ich in meinem Leben erfahren.

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Datum: 12.07.2017
Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Jesus.ch

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