Trotz Partys, Drogen und Yoga blieb die grosse Leere
Entspanntes Leben: Michael Blüm
Er liebte Partys, Drogen und Yoga. Nur wenn es ihm schlecht ging, betete er. Christen waren Heuchler für ihn. War Michael Blüm selber ein Heuchler? Der 31-Jährige über sein neues Leben.
Sicherlich kennen Sie diese Frage: Was wäre, wenn...? Wenn man im Kopf so alle Eventualitäten durchspielt und überlegt, was hätte passieren können, wenn dies oder jenes im Leben passiert oder nicht passiert wäre. Im Rückblick auf mein Leben habe ich mich das auch schon des Öfteren gefragt: Was wäre, wenn Gott mir in meinem Leben nicht begegnet wäre? Wenn er sich mir nicht in den Weg gestellt hätte? Mich auf sich aufmerksam gemacht hätte? Manchmal scheint ein Leben ja förmlich vorprogrammiert zu sein. Man denkt, es laufe in bestimmten Bahnen. Doch Christus kann so eine "Vorprogrammierung" durchbrechen!
Auf der Suche nach dem grossen Kick
Die grosse Leere füllen
Ich war immer ein Mensch, der irgendwie auf der Suche war. Christen, das waren für mich Kirchgänger und Heuchler. So interessierte mich auch das Christentum nicht. Konfirmation? Ja, wegen des Geldes, aber nicht mehr! Und dann das wahrscheinlich Übliche für Menschen, die auf der Suche sind: Musik, die grosse Leidenschaft, Partys am Wochenende, viel Alkohol, Drogen und Yoga. Irgendetwas muss einen ja füllen! Tut es auch. Kurzfristig, für den Moment. Doch was bleibt, ist die grosse Leere.
Der innere Konflikt
www.lboro.ac.uk
Seltsamerweise begleitete mich immer wieder die Frage nach einem Gott. Ich dachte: "Zufall kann die Entstehung der Welt ja nicht gewesen sein. Das hätten schon eine Menge Zufälle sein müssen!" Wenn es mir schlecht ging, betete ich sogar. Aber nur wenn es mir wirklich schlecht ging. Dann, wenn die Party, der Alkohol, die Drogen und Yoga das innere Loch nicht mehr füllen konnten. Damals, mit 22 Jahren, kam ich an einen Punkt, an dem ich mir sagte, auch mit dem Beten in den Nöten müsse ich eigentlich aufhören. Ich kam mir vor wie ein Heuchler. Die innere Spannung war gross.
In diesem Konflikt, an einer entscheidenden Stelle meines Lebens, begegnete mir Gott. Nicht als unpersönliche Macht, sondern als jemand, der Interesse an mir hat und durch Jesus Christus die Beziehung zu mir sucht. Ein Mensch, den ich sehr schätze und liebe, hat sich nicht gescheut, von seiner Beziehung zu Christus zu reden. Ich merkte, dass diese Frau etwas besitzt, was ihr Leben füllt. Sie war angekommen im Leben. Sie lud mich in ihren Hauskreis ein, und ich war überrascht, dass da noch mehr Menschen mit dieser "Ausstrahlung" sassen. Das hat mein Bild der Kirchgänger und Heuchler revidiert. Ich war motiviert, mit dem Bibellesen anzufangen und zu beten. War Jesus anfänglich für mich ein cooler, anarchistischer, gegen die Normen lebender Mensch, so kam es, dass ich auf einmal spürte, dass Jesus wirklich der Sohn Gottes ist, der die Beziehung zu mir, zu uns Menschen sucht.
Ein neues Leben - ein neuer Weg beginnt
Entspanntes Leben
Und was wurde aus dieser Begegnung? Heute befinde ich mich in der Ausbildung zum vollzeitlichen christlichen Gemeindedienst auf St. Chrischona. Mein Leben ist entspannter geworden ohne Alkohol, Drogen und Yoga. Sicherlich gibt es auch jetzt noch Momente, in denen es mir schlecht geht, manches ausweglos erscheint. Doch aus dem Zudecken ist ein Lösen geworden. Ich merke, dass Jesus nicht daran interessiert ist, mich immer nur gefühlsmässig aufzupuschen. Er gibt nicht auf, immer wieder Wege mit mir zu gehen, um die Probleme an der Wurzel zu packen und zu beenden. Das tut manchmal weh, dauert oft sehr lange. Doch es macht das Leben unendlich wertvoll!
Claude Schnierl, 52, fuhr beruflich lange Zeit auf der Überholspur. Bis er den Fuss vom Gas nahm, und ihn auch die Gesundheit abbremste. Eindrücklich...