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Agbani Darego – Christin und Ex-Miss World 2001. |
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In etlichen Bundesstaaten Nigerias werden Christen unterdrückt, teilweise auch verfolgt und getötet. Auch Yakubu Pams Kirche brannte. Doch der Pastor erlebte auch, wie Unterdrücker zu Brüdern wurden.
Nigeria ist das mit weitem Abstand bevölkerungsreichste afrikanische Land; 134 Millionen Personen leben dort. Eine von ihnen ist Yakubu Pam, ein einheimischer Pastor (aus Sicherheitsgründen ohne Foto). Eine andere ist Agbani Darego, Ex-Miss World und Christin. Mit Ersterem sprachen wir als erstes über die Zweite.
Livenet.ch: Nicht jeder in Nigeria war glücklich, dass mit Agbani Darego eine Einheimische diesen Titel gewann. Überall nahm man sie wahr, und sie bekannte erst noch öffentlich, dass sie Christin sei ... Wie haben Sie das erlebt?
Yakubu Pam: Wir sind sehr glücklich, dass sie Christin ist. Die andere Seite ist, dass das den Moslems gar nicht gefällt. Es gab riesige Unruhen, als die Miss -World-Wahl danach in unserem Land durchgeführt werden sollte. Ein Scheich sagte: „Eine Miss World zu haben ist gegen den Koran!“
Und deswegen wurden noch im beginnenden dritten Jahrtausend Menschen umgebracht ...
Ja. Sie sagten, dass Mohammed keine nackten Frauen in der Öffentlichkeit will. Da fragte ein Journalist: „Mohammed hatte viele Frauen. Warum soll er gegen eine Miss World sein? Wenn er noch am Leben wäre, würde er die Miss World heiraten!“ Sie wurden aber sehr wütend. Es sei gegen Allahs Gesetz. Die Zeitung wurde angegriffen, Menschen wurden umgebracht.
* Anm. d. Red.: Eine Miss World hat keine Nacktauftritte; sie sind ihr per Reglement sogar verboten.
Wie viele mussten sterben?
Es waren, soweit ich mich erinnern kann, rund 500 Personen.
Wie steht es um Ihre Gemeinde? Wurde sie auch angegriffen?
Wir hatten eine starke Unterdrückung. Tausende von Menschen sind betroffen. Wenn man Christ ist, wird man als Christ und nicht als Nigerianer wahrgenommen. Man kann nicht normal leben, sondern nur in ständiger Furcht davor, was der nächste Moment bringen mag. Wer wird als nächstes getötet? Dein Sohn, deine Tochter? Ist dein Haus das nächste, das niedergebrannt wird? Wird bald dein Auto explodieren?
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Hotel-Komplex in der Landeshauptstadt Abuja. |
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Wir haben dank der göttlichen Gnade überstanden. Meine Kirche wurde 2001 angegriffen und zerstört. Aber wir haben uns nicht vertreiben lassen. Wir sind bei unserem Glauben geblieben, und manche, die uns damals unterdrückt haben, sind heute Christen. Sie haben ihre Taten bereut und in uns die Liebe Gottes entdeckt. Aber wir haben mit unserem Blut bezahlt. Viele starben, viele Kinder, Frauen und Männer. Sie hinterliessen Witwen und Waisen. Wer Karriereträume hatte und eine Schule besuchen wollte, musste das vergessen, weil kein Geld da war. Der Vater, der Geld gegeben hat, ist tot. Der Onkel ist tot. Und du sitzt da und fragst dich, ob es für dich Hoffnung gibt. Das ist die Situation im Norden von Nigeria.
Wie ist das möglich? Die Moslems im Westen sagen, dass der Islam „Frieden“ bedeute und dass er eine friedliche Religion sei.
Im 18. Jahrhundert kamen sie nach Nigeria und starteten den Dschihad, ihren „heiligen Krieg“. Unser Vorfahren waren Heiden, also weder Christen noch Moslems. Aber die Moslems kamen, bekriegten sie und töteten, wer Allah nicht annehmen wollte. Er habe ihnen den Kampf befohlen. Wenn eine Religion für den Frieden ist, warum kämpft sie dann? Die Grundlage des Islam ist der Kampf. Mohammed fing mit dem „heiligen Krieg“ an. Seine Nachfolger tun das Gleiche.
Man weiss das nicht, wenn man die islamische Geschichte und den Koran nicht kennt. In der Schweiz hält man sie für harmlos. Und sie sehen womöglich auch so aus. Wenn es dann um die Ökonomie und das Land geht, schwindet die Harmlosigkeit. Dann kommen sie mit der ganzen Kraft im Namen Allahs. So haben wir sie kennengelernt.
Und das passiert nun in Nigeria? Was heisst das für die Christen?
Das Christentum kam im 18. Jahrhundert vom Süden her ins Land. Der Islam kam zur gleichen Zeit in den Norden. Es stimmt nicht, dass es in Nigeria mehr Moslems als Christen gibt. Sogar im Norden gibt es Christen. Seit 1979 werden sie dort unterdrückt und ihre Kirchen angezündet. Das führte aber zu einem Gemeindewachstum. Denn die Moslems sahen das Licht unseres Glaubens und dass das Christentum keine Religion des Krieges ist.
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Die afrikanische Skyline der früheren Hauptstadt Lagos. |
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Im Jahr 2001 hatte unsere Gemeinde 500 Mitglieder, und sie brannten die Kirche und das Haus des Pastors nieder. Heute sind wir 1000 Leute, die in die Gottesdienste kommen. Ich betrachte das als Erweckung. In den 70er Jahren schlief die Kirche; ebenso in den 80ern. Jeder kämpfte um Macht, jeder wollte Bischof werden und ein wichtiger Mann in der Kirche sein. Und man vergass das Hinausgehen und Predigen. So wie ihr in der Schweiz. Ihr habt vergessen, dass ihr in Afrika predigen und die Gute Nachricht in andere Länder bringen solltet. Die Kirche schlief.
Aber die Unterdrückung hat zu Wachstum geführt. Wenn die Schweiz weiterschläft, werdet ihr auch aufgeweckt. Ich bete, dass ihr nicht dasselbe durchmachen müsst wie wir. Es war Horror, als die Moslems begannen, uns zu töten. Aber es brachte eine Erweckung. Wir kamen näher zu Gott. Es brachte uns Einheit. Wir kümmern uns nicht mehr um Ämter. Wie predigen und erfüllen damit Gottes Auftrag, in die Welt hinauszugehen.
Stimmt es, dass ein Staat nach dem anderen das islamische Recht, die Scharia, einführt?
Die Einführung der Scharia begann 1979 im Norden. Sie wollten Nigeria islamisieren und dachten, das ginge am einfachsten, wenn man das ganze Land unter die Scharia bringt. Mitunter wurde dieses Recht eingeführt, ohne dass die Regierung ahnte, welche Probleme das noch geben könnte.
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Dichtgedrängtes High Life in den Strassen von Lagos. |
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In allen Scharia-Staaten sind Nichtmoslems Bürger zweiter Klasse. Nirgends dürfen dort mehr Kirchen gebaut werden. Es ist wie in Saudi-Arabien. Einer unserer Gouverneure meinte: „Diese Kirche ist für Allah. Sie muss zu einer Moschee werden.“ Also wurden die Christen aus der Kirche getrieben und das Gebäude in eine Moschee umgewandelt. Christen wurden umgebracht. Der Präsident fragte, was da geschieht. Der Gouverneur sagte, dass dies so sein müsse, da die Scharia mehr gelte als das Gesetz.
Der Präsident unternahm nichts. Das ermutigte die Moslems, die Scharia auch in anderen Bundesstaaten umzusetzen. Sie sagten, wenn das in einem Staat geht, dann geht das auch in einem anderen. Jetzt sind es schon acht Staaten. Von vier weiteren heisst es, man habe die Scharia zwar eingeführt, wende sie aber nicht an. Das macht also 12 von 19 Nordstaaten. Insgesamt haben wir 36 Bundesstaaten.
Aber die Christen leisten Widerstand. Sogar in jenen acht Scharia-Staaten wachsen die Gemeinden, auch in dem einem, wo viele Kirchen zerstört wurden. Im Jahre 1986 wurden Pastoren umgebracht und die Christen vertrieben. Aber heute haben wir dort mehrere tausend Gemeinden. Die Scharia ist da und die Christen leben mit dieser Herausforderung. Sie sind Christen im Leben und im Sterben.
Moslems wenden sich durch diese Lebensgeschichten zum Christentum. Sie bereuen ihre Taten und nehmen Christus in ihr eigenes Leben auf. Die Moslems, die Christen wurden, sagen nun den anderen: „Eure Religion ist keine wahre Religion. Ich habe vorher die Christen bekämpft. Ich war auf deiner Seite. Ich studierte den Koran. Er ist eine Lüge. Das und das ist falsch daran. Warum bekämpfst du diese Menschen?“ Diese Übergetretenen haben einen schweren Stand. Insgesamt hat die Wirkung der Scharia in Nigeria aber nachgelassen. Denn sonst dürfte es in manchen Gegenden gar keine Christen mehr geben.
Allerdings erhalten die Moslems viel Geld aus islamischen Ländern. Sehr viel Geld. Damit sie ganz Nigeria unter den Islam bringen können. Wenn nun stattdessen das Christentum stärker wird, frustiert sie das umso mehr. Sie können uns verfolgen und unsere Kirchen anzünden. Aber sie können das Christentum nicht auslöschen. Denn Christus sagt: „Ihr seid meine Gemeinde, und die Tore der Hölle können euch nichts anhaben!“ Denn diese Gemeinde ist nicht von Menschen erbaut. Sie können nur die Gebäude zerstören, aber nicht die Kirche in den Herzen. Für die ist Christus gestorben und auferstanden ist. Sie kann nicht sterben. Sie wird immer lebendig sein.
Das christliche Hilfswerk Open Doors unterstützt Yakubu Pam und die Christen in Nigeria. Open Doors feiert in diesem Jahr sein 50jähriges Bestehen.