«Tage des Gebets» in der Zentralafrikanischen Republik
Der Präsident der Zentralafrikanischen Republik, François Bozizé, hat drei «Tage des Gebets» ausgerufen. Alle Bars und Nachtclubs müssten von Freitagabend bis Samstagabend für 24 Stunden schließen, berichtete der britische Sender BBC am Donnerstag. Der Innenminister, Oberstleutnant Michel Salle, sagte im staatlichen Rundfunk, das Land habe schwere Zeiten durchgemacht. Die Gebete könnten zur Versöhnung beitragen.
Im Norden des Landes war es kürzlich zu Unruhen gekommen. Tausende Menschen flohen in das Nachbarland Tschad. Bozizé gilt als Intellektueller und tiefgläubiges Mitglied einer Pfingstkirche. Der frühere Armeechef hatte sich im März 2003 an die Macht geputscht. Im Mai 2005 war er zum Präsidenten gewählt worden. Die Afrikanische Union hob die nach dem Putsch verhängten Sanktionen auf, da die Wahl als weitgehend frei und fair bezeichnet wurden.
Die Zentralafrikanische Republik hat rund vier Millionen Einwohner.
Jeweils eine Million bekennt sich zur katholischen oder zu einer evangelischen Kirche. 15 Prozent der Menschen sind Muslime. Daneben gibt es Anhänger afrikanischer Religionen. Seit der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1960 hat das Land, das Diamanten, Baumwolle und Holz exportiert, viele Staatsstreiche erlebt. Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 260 US-Dollar pro Jahr gehört es zu den ärmsten Ländern Afrikas.
Quelle: Epd. epd-Meldungen sind urheberrechtlich geschützt, dienen nur der persönlichen Information und dürfen ohne Genehmigung durch epd nicht weiterververbreitet und nachgedruckt werden.
Datum: 30.12.2005
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