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Der einfache Griff zur „Pille danach“

 
Pille danach
Immer mehr und immer jüngere Frauen greifen zur sogenannten „Pille danach“. Angepriesen wird sie als Weg zur nachträglichen Verhütung. Wirken tut sie als Abtreibungsmittel.

Allein in der Bahnhofsapotheke im Zürcher Hauptbahnhof wird das „Medikament“ mit dem Namen Norlevo an Wochenenden bis zu 50 mal verlangt, so dass dort nun sonntags ein zweiter Apotheker Dienst tut. Allein dieser eine Laden verkaufte im vergangenen Jahr 2462 Packungen. Seit der Freigabe dieser Pille im Oktober 2002 ist die Tendenz steigend. Die Gesamtverkaufszahlen hält der Hersteller zurück.

„Die Frauen haben wenig Ahnung“
Bis 2002 war «Tetragynon», wie das Mittel damals hieß, nur über ein Rezept eines Arztes zu bekommen – wie das aus guten Gründen nach wie vor in Deutschland der Fall ist. Die Befürchtungen im Vorfeld der Freigabe erfüllten sich: «Ein Teil der Frauen wird bequemer und passt weniger auf, weil es diese einfache Bezugsquelle gibt», berichtet Helga Rohner von der 24-Stunden-Apotheke im Bahnhof Winterthur. Manche wollten sie sogar vorbeugend mit in die Ferien nehmen. Übereinstimmend stellen die befragten Apotheker fest, „dass Frauen generell wenig Ahnung von ihrem Zyklus haben“, wie der «Tagesanzeiger» schreibt.

Gemäß verschiedenen Studien und Erfahrungsberichten würden inzwischen immer mehr und immer jüngere Frauen zu Norleva greifen. Die Pille ist zwar ab 16 Jahren frei erhältlich, doch hat der Gesetzgeber ein 15minütiges Beratungsgespräch und das Ausfüllen eines Fragebogens zur Pflicht gemacht. Allerdings kommen auch Jüngere an dieses Mittel heran. Die „Pille danach“ wird damit zum Werkzeug für eine „Abtreibung light“.

Und so funktioniert’s
Um die handelt es sich nämlich, wenn eine Frau sich dazu entschließt, drei davon zu schlucken – eine innerhalb vom 48 Stunden nach dem ungeschützten Verkehr, zwei weitere Pillen 12 Stunden später. Das befruchtete Ei, die kleinste Form menschlichen Lebens, kann sich dann nicht an die Gebärmutterschleimhaut hängen und zum Kind heranwachsen. Das berüchtigte RU486, auch als „Mifegyne“ bekannt, hingegen führt zur Abstoßung des bereits eingenisteten Embryos und wird bis 5 Wochen nach der Befruchtung eingesetzt.

Die „Pille danach“ funktioniert über einen Hormonschub, der 10mal größer als bei einer „normalen“ Pille. Auf dem Fragebogen in den Apotheken muß deshalb auch angegeben werden, ob man Norvela bereits bezogen hat. Wer allerdings immer wieder die Apotheke wechselt, kann diese Einschränkung sehr leicht umgehen, weiß auch Roman Schmid, Inhaber der Zürcher Bellevue-Apotheke.

Die Belastungen werden unterschätzt
Doch die hormonelle Belastung ist wohl für die betroffenen Frauen das kleinere Übel. Schwerer wiegt, Befragungen zufolge, eine andere Nebenwirkung: das Wissen, daß man das werdende Kind mit eigener Hand getötet hat. Eine reguläre Abtreibung macht irgendwie immer noch der Arzt. Die Pille aber schluckt man selber. Vor allem die Zeit zwischen der zweimaligen Einnahme wird als äußerst belastend beschrieben, weil es nun keinen Weg zurück mehr gibt.

Von einer Möglichkeit, „um die Verhütung rechtzeitig nachzuholen“, wie Befürworter schreiben, kann also keine Rede sein. „Die ‚Pille danach’ ist keine Verhütungsmethode“, schreibt selbst die Aidshilfe Schweiz. Sie ist ein Abtreibungmittel.

Zum Thema:
Jugend für das Leben
Über RU486 „Die Abtreibungspille ist da!“

Quelle: Livenet / Tages-Anzeiger

Autor:  Lothar Mack

Datum: 31.01.2006

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