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Studie: Sexuelle Abstinenz vor der Ehe funktioniert

 
Jugendliche
Jugendliche unterschreiben eine Verpflichtung zur sexuellen Enthaltsamkeit vor der Ehe.
Eine amerikanische Studie zeigt, dass die Verpflichtung zur sexuellen Abstinenz vor der Ehe geeignet ist, unerwünschte Schwangerschaften und Aids zu verhindern. Nun sollen abstinenzorientierte Programme von der US-Regierung wieder Fördergelder bekommen, wie die Washington Post bereichtet.

Während in Europa Präventionsprogramme gegen Aids-Ansteckung oder unerwünschte Schwangerschaften keine Chance haben, war dies in den USA bis vor kurzen anders. Die Regierung förderte solche Programme an den Schulen bis vor kurzen mit 170 Millionen Dollar pro Jahr. Vor kurzem aber wurden die Gelder von der Regierung Obama gestrichen, weil ihre Wirkung bezweifelt wurde.

Eine breit angelegte Studie unter Sechst- und Siebtklässlern an den Grundschulen brachte nun eine Wende. Die Studie kam zum Schluss, dass Programme, welche Schülerinnen zur sexuellen Enthaltsamkeit anleiten, wirksam sind. Nur ein Drittel der Programmteilnehmer der 6. und 7. Klasse hatten in den folgenden zwei Jahren sexuelle Kontakte. Gut die Hälfte der Schüler aus andern Klassen, welche über Enthaltsamkeit und/oder Verhütungsmittel aufgeklärt wurden, blieb ebenfalls sexuell enthaltsam.

 
Wahre Liebe wartet
Liebe kann auch warten.
Mitten in heisse Debatte

Die Resultate fielen in eine heisse öffentliche Diskussion in den USA über die geeigneten Mittel gegen unerwünschte Teenager-Schwangerschaften und die Übertragung von Aids und Geschlechtskrankheiten im Jugendalter. Diese sind im letzten Jahrzehnt in den USA unter Jugendlichen stark angestiegen. Die Resultate der landesweit durchgeführten und wissenschaftlich ausgewerteten Studie haben allgemein überrascht, und sie dürften eine Kehrtwende bringen.

«Sie bedeuten für uns ein neues Arbeitsmittel für den schulischen Sexualunterricht», sagte Monica Rodrigues, Vizepräsidentin des amerikanischen Rates für Sexualaufklärung in den Schulen. Vertreter der Regierung von Präsident Obama äusserten sich ähnlich: Abstinenzorientierte Programme seien jetzt wieder dafür geeignet, staatliche Unterstützung zu bekommen.

 
Wahre Liebe wartet
«Wahre Liebe wartet» – eine weltweite Bewegung.
Wahre Liebe ...

Der Gedanke der sexuellen Abstinenz vor der Ehe ist nicht neu, jedenfalls in christlichen Kreisen. Ausgehend von den USA ist sie inzwischen zu einer internationalen Bewegung geworden, die im deutschsprachigen Raum als «Wahre Liebe wartet» bekannt ist. Der Amerikaner Richard Ross stellte die Idee einer Unterschriftenaktion, in der man sich zum Warten vor der Ehe entschliesst, 1993 in einer Jugendgruppe vor: 53 junge Leute waren begeistert und unterschrieben sofort. «Wahre Liebe wartet» wurde eine der bekanntesten und beliebtesten Botschaften unter Jugendlichen in Amerika. Ross: «Wir sammelten alle diese Karten und steckten sie im Sommer 1994 in den Rasen vor dem Weissen Haus in Washington.» Das Bild dieser 211'000 Karten ging um die ganze Welt. Auch öffentliche Stellen, Lehrer und Eltern begannen, über «Wahre Liebe wartet» zu sprechen.

Mittlerweile wird von den Behörden geschätzt, dass 3 Millionen Jugendliche in Amerika die Karte schon unterschrieben haben. «Wahre Liebe wartet» ist nun in über 100 Ländern dieser Erde vertreten, obwohl es dafür keine internationale Koordination oder Organisation gibt. «Jugendliche, Schülerinnen und Studierende hören davon und fangen in ihren Ländern einfach an», stellt Ross begeistert fest.


Links zum Thema:
www.wahreliebewartet.ch
Details zur Studie

Autor:Fritz Imhof
Quelle: Washington Post/Livenet



Datum: 08.02.2010

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