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Bundesrat lässt Tragweite der Online-Sucht untersuchen

 
Online-Sucht
Online-Sucht - dazu will der Bundesrat nun einen Bericht vorlegen.
Der Bundesrat ist bereit, zum Gefährdungspotenzial der übertriebenen Nutzung von Internet und Online-Games einen Bericht vorzulegen.

Die Einsicht, dass es nicht nur Sache der Eltern sein kann, gegen Killerspiele Pornografie und andere Angebote zu kämpfen, schafft sich allmählich auch im Parlament und im Bundesrat Bahn. Der Bundesrat nahm letzte Woche ein Postulat von der St. Galler FDP-Ständerätin Erika Forster entgegen, das einen Bericht über das Ausmass, den Umfang und die Art der Probleme verlangt, zu welchen die exzessive Nutzung von Online-Medien führt. Dabei sollen insbesondere Online-Games und die spezifische Gefährdung Jugendlicher untersucht werden. Es sei bisher nicht bekannt, wie gross die Probleme tatsächlich seien, sagte Forster. Der Bericht solle dazu dienen, Thesen zur Online-Sucht zu erhärten oder zu entkräften. Nur so sei ein politisch vernünftiger Umgang mit diesem Thema möglich.

Kultur entwickelt sich in rasendem Tempo
Die Postulantin fordert den Bundesrat auch auf, dem für Suchtprävention zuständigen Bundesamt für Gesundheit einen entsprechenden Auftrag und Ressourcen zuteilen. Forster wörtlich: „In der Welt der Computerspiele entwickelt sich in rasendem Tempo eine Kultur, von der wir Erwachsenen kaum mehr eine Ahnung haben." Und das könne nicht ohne Folgen bleiben: „Hier braut sich etwas zusammen, dessen Folgen wir im Moment höchstens konturenhaft erkennen können; hier braucht es dringend Licht im Dunkeln", schreibt die Ständerätin.

Die Fachleute aus dem Beratungs- und Präventionsbereich stünden einer wachsenden Zahl von Anfragen von ratlosen Eltern und Lehrpersonen gegenüber; aber auch Arbeitgeber seien zusehends sensibilisiert, würden doch etliche Jugendliche und Erwachsene an Ausbildungsplätzen und in Betrieben durch den Internetkonsum in ihrer Leistungsfähigkeit und Sozialkompetenz ernsthaft beeinträchtigt. Forster wundert sich zudem, dass ihr Postulat Journalisten auf den Plan gerufen habe, die dahinter Regulierungssucht und Etatismus vermuteten.


Quelle: SSF. Schweiz. Stiftung für die Familie
Datum: 21.09.2009

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