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Hintergrund

Zum EuroPride-Ende: Bundesamt für sicheren Spontan-Sex

 
Plakat der aktuellen Stop-Adis-Kamp
Plakat der aktuellen Stop-Adis-Kampagne.
Zufall oder nicht: Zum Höhepunkt des Zürcher Schwulen- und Lesbenfestivals EuroPride 09 am Wochenende lanciert das Bundesamt für Gesundheit die neue Stop-Aids-Kampagne. Ultrakurze TV-Clips zeigen Paare beim spontanen Sex und enden mit der Frage: „Ging's zu schnell, um an Gummis zu denken?"

Der ungeschützte Spontansex solle „keineswegs verharmlost" werden, schreibt das Bundesamt auf der Homepage. Für solche „nicht alltäglichen" Situationen solle man ein Präservativ bei sich haben. Der Anstieg der HIV-Infektionen bei Schwulen in den letzten Jahren alarmiert die Schweizer Behörden.

Schwule und lesbische Paare fordern Adoptionsrecht
Derweil fordern Homosexuelle in einer Petition ans Parlament das Recht auf Adoption. Das Schweizer Partnerschaftsgesetz erlaubt dies gleichgeschlechtlichen Paaren nicht. Nachdem die Schwulen- und Lesbenorganisationen bei der parlamentarischen Erarbeitung des Gesetzes auf diese Forderung verzichtet hatten, kommen sie nun darauf zurück. Die Petition, die am Mittwoch vorgestellt wurde, trägt den Titel «Gleiche Chancen für alle Familien».

Szene-Veranstaltungen...
Die Organisatoren der EuroPride haben Medienberichten widersprochen, das Fest der Schwulen und Lesben sei ein Flop. Co-Präsident Jürg Koller sagte, die Veranstaltungen in den ersten Wochen hätten sich vor allem an Homosexuelle aus der Schweiz gerichtet. Deshalb sei der Anlass für Heterosexuelle wenig sichtbar gewesen. «Viele Veranstaltungen waren ausverkauft. Eher geringen Zulauf hatten allerdings politische Anlässe.»

Zufrieden zeigte sich auch Zürich Tourismus, die in diesem Jahr 100‘000 Franken in die Bewerbung des Anlasses gesteckt hat, laut der NZZ doppelt so viel, wie in anderen Jahren für diese Zielgruppe eingesetzt wurde. Fürs Weekend seien 50 Journalisten aus Deutschland, den Niederlanden, den USA, Australien, Spanien, Italien, Tschechien und andern Ländern in Zürich, um über den Anlass mit Frontseiten-Geschichten oder mehrseitigen Reportagen zu berichten. «Damit können wir enorm viel erreichen», erklärt Maurus Lauber von Zürich Tourismus.

...und ein Stadtfest
 
In die Öffentlichkeit: Christopher
In die Öffentlichkeit: Christopher Street Day 2005 in Zürich.
Höhepunkt des EuroPride-Schlussweekends ist ein Fest im Stadtzentrum mit Parade am Samstagnachmittag. Auf dem Münsterhof wird die lesbische Zürcher Stadtpräsidentin Corinne Mauch eine Rede halten. Danach finden in der ganzen Stadt rund ein Dutzend Partys statt. Die Organisatoren haben in einem offenen Brief «alle heterosexuellen Frauen und Männer» zum Fest eingeladen und stellen eine Viertelmillion Dosen gekühltes Bier bereit.

Familienlobby: weiter beten!
Der Sprecher der „Familienlobby Schweiz", Daniel Regli, dankte am Montag in einem Mail allen Christen, die für eine kleine Resonanz der EuroPride gebetet hatten. „Wir wissen, dass der Thron Gottes in dieser Sache von vielen Christen bestürmt wurde." Regli zitiert den Bibelvers, wonach Gott die Räder der ägyptischen Kriegswagen, die die Israeliten verfolgten, hinderte, und schreibt: „Wir wollen Gott weiterhin darum bitten, dass ER nicht nur die Räder der Ägypter hindert, sondern auch den Durchzug der grossen Masse in der geplanten Euro Pride Parade." Für Freitag und Samstag sei schlechtes Wetter angesagt. „Sollten das Stadtfest und die Parade vom 6. Juni baden gehen, würde die Euro Pride 2009 definitiv als Mega-Flop enden."

Links zum Thema:
Webseite der Familienlobby
BAG-Kampagne Love Life Stop Aids 2009

Quellen: Livenet / NZZ, Tages-Anzeiger



Datum: 05.06.2009

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