Asmara. Vertreter der eritreischen Armee haben 75 Wehrpflichtige in Haft genommen, weil diese „in ihrer Freizeit Bibeln gelesen und gebetet hatten. Gemäss einheimischen Quellen, handelt es sich bei den verhafteten vorwiegend um jugendliche Studenten, die im Ausbildungslager Sawa ihre Wehrpflicht leisten. Unter ihnen befinden sich 37 Frauen.
Die 75 hatten weder eine christliche Versammlung organisiert noch ein anderes Militärgesetz übertreten. „Eine eigene Bibel zu besitzen, eine persönliche Andacht zu halten und Christus treu zu sein, wird als christlicher Extremismus betrachtet“ so ein eritreischer Christ. Muslimische Wehrpflichtige jedoch dürfen ihren eigenen Koran besitzen und fünfmal täglich ihre Gebete verrichten.
Präsident Isaias Afwerkis und sein Regime lösten im Mai 2002 alle protestantischen Gemeinden auf und verboten deren Mitgliedern sich zu Gottesdiensten zu versammeln.
Man geht davon aus, dass sich gegenwärtig rund 1800 Christen in Polizeistationen, Militärlagern und Gefängnissen in Haft befinden. Dies oft unter unmenschlichen Bedingungen. Die Inhaftierten werden regelmässig verprügelt und seelischen Druck ausgesetzt um sie zur Aufgabe ihres Glaubens zu zwingen.
Quelle: Open Doors