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Kinderbetreuung: Private und Staat miteinander

 
Kinderbetreuung
Seit dem 1. April 2009 können Eltern der Stadt Luzern Betreuungsgutscheine für die familienergänzende Kinderbetreuung im Vorschulalter beziehen. Die Eltern können dabei wählen, ob sie ihr Kind einer Tagesstätte übergeben oder Tageseltern anvertrauen wollen.

Die Stadt arbeitet dabei mit der Tageselternvermittlung der Stadt Luzern zusammen. Die Eltern erhalten Gutscheine, die sie an die Tageseltern abgeben. Sie übernehmen dabei einen Teil der Kosten, der von ihrem Einkommen und dem Erwerbspensum abhängig ist. Alleinerziehende müssen dabei ein Einkommen von unter 100'000, Paare unter 124'000 Franken, haben. Die Gutscheine können bei der Tageselternvermittlung der Stadt Luzern und bei Kindertagesstätten in Luzern und benachbarten Gemeinden im Kanton eingelöst werden.

Die Stadt Luzern zeigt mit diesem Modell exemplarisch, dass eine Zusammenarbeit der öffentlichen Hand mit privaten Organisationen möglich und sinnvoll ist. Die Verantwortliche für das Pilotprojekt, das sich im Blick auf seine Qualität zurzeit in der Evaluationsphase befindet, ist Regula Wyrsch Caviezel, Dienstchefin der Abteilung «Kinder, Jugend, Familie» der Stadt Luzern.

Kanton und Stiftung gemeinsam
Der Kanton Luzern will innert fünf Jahren flächendeckend schulergänzende Strukturen aufbauen und sieht dabei drei Modelle vor: Integrierte Tagesschule, additive Tagesschule, Schule und Betreuung. Die Stiftung «Wirtschaft und Familie», hinter welcher der Unternehmer Otto Ineichen steckt, fördert diese Zielsetzung, indem sie Projekte gemäss dem Modell «Schule und Betreuung» finanziell und ideell unterstützt. Sie motiviert Personen aus kleineren Gemeinden, die sich meist in einem Trägerverein organisieren, schulergänzende Tagesstrukturen bedarfsgerecht und kostengünstig aufzubauen, das heisst unter Nutzung der vorhandenen Infrastruktur und der personellen Ressourcen (Mitarbeit von freiwilligen neben ausgebildeten Personen).

Da viele Gemeinden nicht in der Lage sind, die notwendigen finanziellen Mittel allein aufzubringen, gewährt die Stiftung eine Anschubfinanzierung. Weiter will man auch, dass Interessierte nicht jedes Mal das Rad neu erfinden müssen, sondern von konkreten und praxisnahen Vorgaben ausgehen können, heisst es bei der Stiftung. So unterstützt sie die Projektinitianten auf Wunsch bei der Einholung von Bewilligungen, bei der Lokalsuche oder bei der Einrichtung des Betreuungsraumes.

«Gspänli-Lücken füllen»
Angela Pfäffli, FDP-Grossrätin und Leiterin der Geschäftsstelle der Stiftung «Wirtschaft und Familie», kennt den Vorteil von «Schule und Betreuung» aus eigener Erfahrung: «Bei diesem Modell geht es darum, Lücken zu füllen: Zeitlücken und Gspänli-Lücken.» Angebote wie Betreuung, Mittagstisch oder Aufgabenhilfe könnten dann in Anspruch genommen werden, wenn sie tatsächlich benötigt werden, an einzelnen Tagen oder an Halbtagen. «Es werden Stunden abgedeckt, wo die Kinder sonst unbeaufsichtigt, ungenügend verpflegt oder allein wären, weil die Eltern teil- oder vollzeitig berufstätig sind.»

Autor: Fritz Imhof
Quelle: SSF. Schweiz. Stiftung für die Familie
Datum: 23.11.2009

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