Petrus Teil 2

Der Apostel mit dem voreiligen Mundwerk

Charaktereigenschaften, die eine wirkliche Führungskraft auszeichnen

Neben dem richtigen Rohmaterial und den richtigen Lebenser­fahrungen ist der richtige Charakter das dritte Element in der Ausbildung zu einer Führungskraft. Natürlich ist der Charak­ter für die Leiterschaft von absolut entscheidender Bedeutung. Amerikas gegenwärtiger Moralverfall ist in direkter Weise mit der Tatsache verbunden, dass wir zu viele Führungskräfte gewählt, ernannt und eingestellt haben, denen es an Charakter mangelt. In den letzten Jahren haben einige behauptet, Charakter wäre in Führungspositionen nicht wirklich von Bedeutung. Was ein Mann in seinem Privatleben tut, sollte angeblich nicht aus­schlaggebend sein, ob er sich für eine öffentliche Führungsrolle eignet. Diese Ansicht steht im Gegensatz zur biblischen Lehre. In der Leiterschaft ist Charakter sehr wohl von Bedeutung.

Charakter ist sogar etwas, das Leiterschaft ermöglicht. Man kann Menschen, denen es an Charakter mangelt, einfach nicht achten oder ihnen vertrauen. Und einem Mann, dem man keinen Respekt entgegenbringt, wird man nicht folgen. Zeit und Wahrheit gehen miteinander Hand in Hand. Letzten Endes enttäuschen charakter­lose Leiter ihre Gefolgsleute und verlieren ihr Vertrauen. Der ein­zige Grund für die Popularität solcher Leute ist, dass sie anderen charakterlosen Menschen ein besseres Gefühl vermitteln. Doch wirkliche Führungspersönlichkeiten sind sie nicht.

Dauerhafte Leiterschaft basiert auf Charakterqualitäten. Charakter führt zu Achtung, Achtung zu Vertrauen, und Ver­trauen motiviert zur Gefolgschaft.

Selbst im rein menschlichen Bereich erkennen die meisten Menschen an, dass wahre Leiterschaft mit Charaktereigen­schaften wie Integrität, Vertrauenswürdigkeit, Ehrbarkeit, Un­eigennützigkeit, Bescheidenheit, Selbstdisziplin, Selbstbeherr­schung und Mut verbunden ist. Solche Tugenden spiegeln das Bild Gottes im Menschen wider. Auch wenn das Bild Gottes in der gefallenen Menschheit äußerst verzerrt ist, so ist es doch nicht gänzlich ausgelöscht. Deshalb erkennen selbst Ungläu­bige an, dass diese Eigenschaften wünschenswerte Tugenden und wichtige Voraussetzungen für Führungspositionen sind.

Christus selbst ist der Inbegriff einer wahren Führungsper­sönlichkeit. In ihm sind alle Charaktereigenschaften einer Füh­rungskraft vollendet. Er ist die Verkörperung aller wahrsten, reinsten, höchsten und edelsten Führungsqualitäten.

Das höchste Ziel geistlicher Leiterschaft ist, Menschen zur Christus-Ähnlichkeit zu führen. Aus diesem Grund muss auch der Leiter einen christus-ähnlichen Charakter aufweisen. Des­halb ist der Maßstab für Gemeindeleiter auch so hoch ange­setzt. Der Apostel Paulus fasste die Haltung eines wahren Leiters so zusammen: »Seid meine Nachahmer, wie auch ich Christi Nachahmer bin!« (1Kor 11,1).

Dieses Wort hätte von Petrus stammen können. Sein Charak­ter wurde nach dem Vorbild Christi geformt. Er besaß das Roh­material eines Führers – das war wichtig. Seine Lebenserfah­rungen trugen dazu bei, seine natürlichen Führungsqualitäten zu schleifen und zu formen – auch das war unerlässlich. Doch der Hauptschlüssel zu allem ist der Charakter – die unverzicht­bare Grundlage, mit der wahre Leiterschaft immer steht oder fällt. Die Charaktereigenschaften, die Petrus in der vertrauten Beziehung zu Christus entwickelte, machten ihn zu einer gro­ßen Führungspersönlichkeit.

J.R. Miller schrieb: »Das Einzige, was mit den Trauergästen vom Grab zurückkehrt und sich weigert, beerdigt zu werden, ist der Charakter eines Menschen. Das, was ein Mensch ist, überlebt ihn. Es kann niemals begraben werden.« 1 Das ist ein wahres Wort, aber noch viel wichtiger als das, was die Men­schen nach unserem Tod von uns denken, ist die Wirkung, die wir zu Lebzeiten erzielen.

Welche Charaktereigenschaften eines geistlichen Leiters wurden im Leben von Petrus entwickelt? Zum einen Unterord­nung. Auf den ersten Blick mag das eine ungewöhnliche Eigen­schaft für einen Leiter sein. Schließlich trägt er die Verantwor­tung und erwartet von anderen, dass sie sich ihm unterordnen. Doch eine wahre Führungspersönlichkeit verlangt nicht nur Unterordnung, sondern ist auch ein Beispiel dafür, indem er sich dem Herrn und den Autoritäten über ihm unterstellt. Alle Handlungen eines echten geistlichen Führers sollten durch Unterordnung unter jede rechtmäßige Autorität gekennzeich­net sein – insbesondere unter Gott und sein Wort.

Führungspersonen neigen zu Selbstvertrauen und Enga­gement. Sie sind von Natur aus dominant. Auch Petrus zeigte diese Tendenz. Er sprach und handelte schnell. Wie wir gese­hen haben, war er ein Mann, der Initiative ergriff. Das bedeu­tet, dass er immer jede Situation kontrollieren wollte. Um diese Schieflage bei Petrus ins Gleichgewicht zu bringen, brachte der Herr ihm Unterordnung bei.

Dies tat er auf eine ziemlich außergewöhnliche Art und Wei­se. Ein klassisches Beispiel dafür finden wir in Matthäus 17. Nach einigem Reisedienst kehrte er mit den Zwölfen nach Ka­pernaum zurück. In der Stadt waren Steuereintreiber, um von jedem Einwohner ab zwanzig Jahren die jährlichen Doppel­drachmen (halber Schekel) einzukassieren. Diese Steuer war nicht für Rom bestimmt, sondern zum Unterhalt des Tempels. In 2. Mose 30,11-16 wird sie vorgeschrieben (vgl. 2Chr 24,9). Die Steuer entsprach dem Lohn für zwei Tage und war somit keine kleine Summe.

Matthäus schreibt: »Die Einnehmer der Doppeldrachmen traten zu Petrus und sprachen: Zahlt euer Lehrer nicht die Doppeldrachmen?« (Mt 17,24). Petrus versicherte ihnen, dass Jesus seine Steuern zahlte.

Aber diese spezielle Steuer stellte anscheinend ein Problem für Petrus dar. War Jesus, der Mensch gewordene Sohn Gottes, moralisch verpflichtet, wie ein Mensch den Unterhalt des Tem­pels finanziell zu unterstützen? Die Söhne irdischer Könige bezahlen keine Steuern im Königreich ihrer Väter, warum also Jesus? Jesus kannte die Gedanken von Petrus, deshalb »kam Je­sus ihm zuvor und sprach: Was meinst du, Simon? Von wem er­heben die Könige der Erde Zoll oder Steuer, von ihren Söhnen oder von den Fremden?« (V. 25).»Von den Fremden«, antwortete Petrus. Von ihren eigenen Kindern verlangen Könige keine Steuern.

»Demnach sind die Söhne frei« (V. 26), zog Jesus die logische Schlussfolgerung für Petrus. Anders gesagt: Jesus besaß die ab­solute Autorität des Himmels und hätte die Tempelsteuer nicht entrichten müssen.

Doch hätte er sich geweigert, so wäre dies eine falsche Bot­schaft in Bezug auf irdische Autoritäten gewesen. So war es bes­ser, sich zu fügen, die Steuer zu zahlen und eine Situation zu ver­meiden, die die meisten nicht verstanden hätten. Obwohl Jesus zur Abgabe der Tempelsteuer genau genommen nicht verpflich­tet war, sagte er: »Damit wir ihnen aber kein Ärgernis geben, geh an den See, wirf eine Angel aus und nimm den ersten Fisch, der heraufkommt, öffne sein Maul, und du wirst einen Stater finden; den nimm und gib ihnen für mich und dich!« (V. 27).

Die Münze im Maul des Fisches war ein Stater – ein einziges Münzstück im Wert von einem Schekel oder vier Drachmen. Diese Summe war für beide genau ausreichend. Somit sorgte Jesus auch für Petrus’ Steuerabgabe.

Es ist faszinierend, dass dieses Wunder seine absolute Sou­veränität bewies und dennoch gleichzeitig ein Beispiel für menschliche Unterordnung lieferte. Auf übernatürliche Weise ließ Jesus einen Fisch mit einer Münze im Maul den Köder von Petrus schlucken. Wenn Jesus eine solche Autorität über die Natur hatte, besaß er sie gewiss auch hinsichtlich der Tempel­steuer. Und trotzdem brachte er Petrus durch sein Beispiel bei, wie man sich freiwillig unterordnet.

Unterordnung ist eine unverzichtbare Charaktereigenschaft für Führungspersonen. Wenn sie Menschen Unterordnung leh­ren, müssen sie selbst ein gutes Beispiel dafür abgeben. Und manchmal muss sich ein Leiter unterordnen, obwohl es sehr gute Gründe dagegen zu geben scheint.

Petrus hatte das gelernt. Einige Jahre später schrieb er in Petrus 2,13-18:

Ordnet euch aller menschlichen Einrichtung unter um des Herrn willen: sei es dem König als Oberherrn oder den Statt­haltern als denen, die von ihm gesandt werden zur Bestrafung der Übeltäter, aber zum Lob derer, die Gutes tun! Denn so ist es der Wille Gottes, dass ihr durch Gutestun die Unwissenheit der unverständigen Menschen zum Schweigen bringt: als Freie und nicht als solche, die die Freiheit als Deckmantel der Bosheit haben, sondern als Sklaven Gottes. Erweist allen Ehre; liebt die Bruderschaft; fürchtet Gott; ehrt den König! Ihr Haussklaven, ordnet euch in aller Furcht den Herren unter, nicht allein den guten und milden, sondern auch den verkehrten!

Genau diese Lektion lernte Petrus von Christus: In gewissem Sinn bist du frei, aber benutze deine Freiheit nicht als Deck­mantel der Bosheit. Betrachte dich vielmehr als Diener des Herrn. Du bist ein Bürger des Himmels, und die Erde ist nur eine Zwischenstation, aber um des Herrn willen unterstelle dich jeder menschlichen Einrichtung. Vor allem bist du ein Bürger im Reich Christi und auf dieser Erde lediglich ein Fremder und Pilger. Um Anstoß zu vermeiden, sollst du den irdischen Herr­scher und alle Menschen ehren. Das ist Gottes Wille, und wenn du dich unterordnest, wirst du die Unwissenheit der ungläubi­gen Menschen zum Schweigen bringen.

Der Verfasser dieses Briefes war derselbe Mann, der in jun­gen Jahren dem hohenpriesterlichen Diener das Ohr abschlug. Es war derselbe Mann, der ein Problem damit hatte, dass Jesus Steuern zahlte. Doch er lernte, sich unterzuordnen – keine einfa­che Lektion für einen geborenen Leiter. Besonders Petrus neig­te dazu, dominant, energisch und ungestüm zu sein und sich gegen den Gedanken an Unterordnung zu sträuben. Aber Jesus lehrte ihn, sich bereitwillig unterzuordnen, auch dann, wenn er der Meinung war, einen guten Grund dagegen zu haben.

Eine zweite Charaktereigenschaft, die Petrus lernte, war Be­herrschung. Die meisten Menschen mit natürlichen Führungs­qualitäten stechen in Bezug auf Beherrschung nicht besonders hervor. Selbstbeherrschung, Disziplin, Mäßigung und Zurück­haltung erhält jemand, der anderen vorangeht, nicht automa­tisch. Deshalb haben so viele Führungspersonen auch Proble­me mit Zorn und unkontrollierter Leidenschaft. So wurden Seminare zum Umgang mit Zorn zur neuesten Masche unter Generaldirektoren und anderen Menschen in gehobenen Füh­rungspositionen in der amerikanischen Geschäftswelt. Zorn ist unter Menschen in solchen Spitzenpositionen ein häufiges und ernsthaftes Problem.

Petrus zeigte ähnliche Tendenzen. Hitzköpfigkeit geht norma­lerweise mit einer aktiven, entschlossenen und anpackenden Persönlichkeit, die ihn zunächst zum Anführer machte, Hand in Hand. Ein solcher Mensch wird schnell ungeduldig mit Men­schen, denen es an Vision fehlt oder weniger leisten als erwartet. Menschen, die dem Erfolg im Weg stehen, regen ihn leicht auf. Um ein guter Leiter zu sein, muss er Beherrschung lernen.

Der Herr zügelte mehr oder weniger Petrus’ Worte und brachte ihm Beherrschung bei. Das ist einer der Hauptgründe, weshalb Petrus so häufig zurechtgewiesen wurde, wenn er in Wort und Tat zu schnell vorpreschte. Immer wieder brachte der Herr ihm bei, sich zu beherrschen.

Die Szene im Garten, als Petrus Malchus zu enthaupten ver­suchte, ist ein klassisches Beispiel für seine fehlende Beherr­schung. Obgleich von Hunderten von römischen Soldaten umgeben, die bis an die Zähne bewaffnet waren, zog Petrus gedankenlos sein Schwert und war bereit, es mit der Menge aufzunehmen. Sein Glück, dass Malchus nur sein Ohr einbüßte und Jesus es sofort heilte. Wie wir gesehen haben, tadelte Jesus ihn ernstlich.

Diese Zurechtweisung muss für Petrus besonders schwer ge­wesen sein, da er sie vor vielen Feinden erteilt bekam. Aber er lernte viel aus den Ereignissen dieser Nacht. Später schrieb er: »Denn auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel hinterlassen, damit ihr seinen Fußspuren nachfolgt: der keine Sünde getan hat, auch ist kein Trug in seinem Mund gefunden worden, der, geschmäht, nicht wieder schmähte, leidend, nicht drohte, sondern sich dem übergab, der gerecht richtet« (1Petr 2,21).

Wie sehr unterschied sich das doch von dem jungen Mann, der sein Schwert ergriff und sich einen Weg durch seine Gegner bahnen wollte! Petrus hatte Beherrschung gelernt.

Darüber hinaus musste er Demut lernen. Leiter werden oft von der Sünde des Stolzes versucht. In der Tat neigen Füh­rungspersonen leicht zu der Sünde, sich für besser zu halten, als sie sind. Wenn Menschen ihrer Leitung folgen, sie beständig loben, zu ihnen aufschauen und sie bewundern, beflügelt das nur allzu leicht ihren Stolz.

Wir sehen, dass Petrus eine Menge Selbstvertrauen besaß. So beeilte er sich beispielsweise, alle Fragen zu beantworten. Auch zeugen die meisten seiner Taten davon – z.B. als er aus dem Boot ausstieg und auf dem Wasser ging. Auf schlimmste und katastrophalste Weise wurde es deutlich, als Jesus voraus­sagte, dass die Jünger ihn im Stich lassen würden.

Er sagte: »Ihr werdet euch alle in dieser Nacht an mir ärgern; denn es steht geschrieben: ›Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden zerstreut werden.‹« (Mt 26,31).

Aber Petrus war der festen Überzeugung: »Wenn sich alle an dir ärgern werden, ich werde mich niemals ärgern« (V. 33; Hervorhebung hinzugefügt). Weiter sagte er: »Herr, mit dir bin ich bereit, auch ins Gefängnis und in den Tod zu gehen« (Lk 22,33)

Wie üblich lag Petrus falsch, und Jesus hatte Recht. Petrus verleugnete Christus nicht nur einmal, sondern mehrfach, so wie es Jesus ihm vorhergesagt hatte. Petrus’ Scham und Schan­de wurden durch die Tatsache, dass er sich seiner Standhaftig­keit so gerühmt hatte, noch vergrößert.

All das nutzte der Herr, um Petrus demütig zu machen. Und in seinem ersten Brief schrieb Petrus: »Umkleidet euch mit Demut im Umgang miteinander! Denn ›Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade‹. Demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhö­he zur rechten Zeit« (1Petr 5,5-6). Insbesondere Gemeindelei­tern sagte er: »Hütet die Herde Gottes … nicht als die, die über ihren Bereich herrschen, sondern indem ihr Vorbilder der Her­de werdet!« (V. 2-3). Demut wurde zu einer der Tugenden, die Petrus’ Leben, Botschaft und Führungsstil kennzeichneten.

Außerdem lernte Petrus Liebe. Alle Jünger lernten nur lang­sam, dass echte geistliche Leiterschaft aus liebevollem Dienst an anderen besteht. Ein wahrer Leiter dient, anstatt sich die­nen zu lassen.

Für viele Führungspersönlichkeiten ist das eine schwere Lektion. Sie neigen dazu, Menschen als Mittel zum Zweck zu betrachten. Für gewöhnlich konzentrieren sich Leiter auf die Aufgabe und nicht auf Menschen. Deshalb benutzen sie oft Menschen oder übergehen sie, um ihre Ziele zu erreichen. Pet­rus und die anderen Jünger mussten lernen, dass Leiterschaft in einem liebevollen Dienst an anderen verwurzelt ist. Der wahre Leiter liebt die Menschen, die er führt, und dient ihnen.

Jesus sagte: »Wenn jemand der Erste sein will, soll er der Letzte von allen und aller Diener sein« (Mk 9,35). Der Herr selbst gab den Jüngern stets ein Beispiel für diese liebevolle, dienende Leiterschaft. Nirgendwo wird dies deutlicher als im Obersaal in der Nacht seines Verrats.

Jesus und die Jünger trafen sich anlässlich des Passahmahls in einem angemieteten Raum in Jerusalem. Das Passah war ein ausgedehntes, feierliches Mahl, das mindestens vier bis fünf Stunden dauerte. Für gewöhnlich lagerte man sich um einen niedrigen Tisch, anstatt aufrecht auf Stühlen zu sitzen. Das be­deutete, dass der Kopf des einen neben den Füßen des ande­ren lag. Natürlich waren die Straßen entweder schlammig oder staubig und die Füße somit permanent dreckig. Betrat man ein Haus zum Gastmahl, war es daher Brauch, dass ein Knecht die Füße der Gäste wusch. Das war nahezu die niedrigste und un­wünschenswerteste Aufgabe. Für jeden Gastgeber wäre es je­doch eine Schande gewesen, nicht für die Fußwaschung seiner Gäste zu sorgen (vgl. Lk 7,44).

In dieser Passahnacht stand in dem angemieteten Raum an­scheinend kein Diener zur Verfügung, um die Füße zu waschen. Offenbar hätten die Jünger den Verstoß gegen die Etikette lie­ber in Kauf genommen, als eine so niedrige Aufgabe selbst zu übernehmen. So scharten sie sich um den Tisch und wollten das Mahl ohne vorherige Fußwaschung beginnen. Doch Je­sus steht »von dem Abendessen auf und legt die Oberkleider ab; und er nahm ein leinenes Tuch und umgürtete sich. Dann gießt er Wasser in das Waschbecken und fing an, die Füße der Jünger zu waschen und mit dem leinenen Tuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war« (Joh 13,4-5). 2

Jesus, den sie zu Recht Herr nannten, übernahm die Rolle eines niedrigen Sklaven und wusch die schmutzigen Füße sei­ner Jünger. Laut Lukas stritten sich die Jünger gerade darüber, wer von ihnen der Größte sei (Lk 22,24). Sie wollten erhöht und nicht erniedrigt werden. So tat Jesus, was keiner von ihnen ge­tan hätte. Er erteilte ihnen eine Lektion über die Demut wahrer Liebe.

Die meisten von ihnen saßen wahrscheinlich schweigend da. Aber als der Herr zu Simon Petrus kam, »spricht der zu ihm: Herr, du wäschst meine Füße?« (Joh 13,6). Mit anderen Worten sagte er: »Was machst du da eigentlich?« Hier finden wir wie­der den dreisten, unverfrorenen Petrus, der redet, ohne vorher nachgedacht zu haben. Er geht sogar so weit und sagt: »Du sollst nie und nimmer meine Füße waschen!« (V. 8).

Petrus war Meister in solchen absoluten Behauptungen: »Wenn sich alle an dir ärgern werden, ich werde mich niemals ärgern« (Mt 26,33). »Du sollst nie und nimmer meine Füße wa­schen!« Im Leben von Petrus gibt es keine Zwischentöne; alles ist entweder schwarz oder weiß.

Jesus antwortete ihm: »Wenn ich dich nicht wasche, so hast du kein Teil mit mir« (Joh 13,8). Natürlich sprach Jesus von der Notwendigkeit geistlicher Reinigung. Offensichtlich war es nicht die eigentliche Fußwaschung, die die Jünger für die Gemeinschaft mit Christus passend machte. Jesus sprach von Reinigung von der Sünde. Diese geistliche Realität sollte durch den demütigen Akt der Fußwaschung symbolisiert werden. (Dass er von geistlicher Reinigung sprach, zeigt sich in Vers 10, wo er sagte: »Ihr seid rein, aber nicht alle.« Er hatte ihnen ge­rade die Füße gewaschen, so dass sie äußerlich alle rein wa­ren. Aber in Vers 11 schreibt der Apostel Johannes: »Denn er kannte den, der ihn überlieferte; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein.« Das lässt erkennen, dass Judas in geistlicher Hinsicht nicht rein war.)

Die Reaktion von Petrus ist typisch für seine ungezügel­te Rückhaltlosigkeit: »Herr, nicht meine Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt!« (V. 9). Auch hier gab es für Pet­rus keinen Mittelweg. Es war immer alles oder nichts. Darauf versicherte Jesus ihm, dass er bereits »ganz rein« sei. (Der Herr sprach noch immer von geistlichen Dingen wie Vergebung und Reinigung von Sünde.) Jetzt benötigte Petrus nicht mehr als eine Fußwaschung.

Mit anderen Worten: Als Gläubiger war Petrus bereits voll­kommen gerechtfertigt. Er benötigte nicht mehr die allumfas­sende Begnadigung, um die ein Mensch den Richter des Uni­versums bittet. Sein ewiges Schicksal stand bereits fest. Diese Art Reinigung und Vergebung hatte er schon bekommen. Jetzt kam Petrus zu Gott als sein Kind, das die väterliche Gnade und Vergebung für seine Missetaten sucht. Diese Art Reinigung brauchte Petrus. Es ist dieselbe Art von Vergebung, um die alle Gläubigen bitten müssen (Lk 11,4). Hier vergleicht Jesus die tägliche Vergebung mit der Fußwaschung.

Diese Wahrheiten wurden in der Fußwaschung der Jünger symbolhaft dargestellt. Aber die zentrale Lektion handelte von der Liebe, die wir einander erweisen sollten. Jesu Beispiel war ein vollendeter Akt des liebevollen und demütigen Dienens.

Nachdem Judas gegangen war, sagte Jesus zu den übrigen Jüngern: »Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt« (Joh 13,34-35). Wie hatte er sie geliebt? Er hatte ihre Füße gewaschen. Während sie sich darü­ber stritten, wer der Größte sei, hatte er ihnen gezeigt, wie ein liebevoller, demütiger Dienst am anderen aussieht.

Für die meisten Führungspersönlichkeiten ist es schwer, sich zu beugen und die Füße derer zu waschen, die sie als unterge­ordnete Personen betrachten. Aber Jesus gab dieses Beispiel für Leiterschaft und erwartete von seinen Jüngern, dass sie ihm folgten. Er erzählte ihnen, dass es ein Merkmal für einen wah­ren Jünger sei, einander in dieser Weise Liebe zu erweisen.

Hatte Petrus gelernt, andere zu lieben? Mit Sicherheit! Liebe wurde zu einem Kennzeichen seiner Lehren. In 1. Petrus 4,8 schrieb er: »Vor allen Dingen aber habt untereinander eine an­haltende Liebe! Denn die Liebe bedeckt eine Menge von Sün­den.« Das griechische Wort, das in diesem Vers mit »anhaltend« übersetzt ist, lautet ektenes – wörtlich bedeutet es: »bis zum Maximum ausgestreckt.« Petrus drängt uns, bis an die Grenzen unserer Möglichkeiten zu lieben. Diese Liebe hat nichts mit Gefühlen zu tun. Sie meint nicht unseren Umgang mit Men­schen, die von Natur aus liebenswert sind. Es ist eine Liebe, die Versagen und Schwächen anderer zudeckt und ausgleicht: »Die Liebe bedeckt eine Menge von Sünden.« Eine solche Liebe wäscht die schmutzigen Füße des Bruders. Petrus hatte diese Lektion von Christus gelernt.

Eine weitere wichtige Charaktereigenschaft, die Petrus erler­nen musste, war Mitgefühl. Der Herr sagte Petrus voraus, dass er ihn verleugnen würde: »Der Satan hat euer begehrt, euch zu sichten wie den Weizen« (Lk 22,31). Spreu und Weizen wur­den normalerweise dadurch voneinander getrennt, dass man sie schüttelte und in die Luft warf. Die Spreu wurde vom Wind weggetragen, und der Weizen fiel zu Boden und wurde somit gereinigt.

Wir hätten vielleicht erwartet, dass Jesus Petrus versicherte: »Ich werde dem Teufel nicht erlauben, dich zu sichten.« Aber das tat er nicht. Im Grunde ließ er Petrus wissen, dass er Sa­tan die Genehmigung dazu gab. Er würde dem Teufel erlauben, Petrus zu versuchen (so wie Gott es bei Hiob tat). Im Wesentli­chen sagte er: »Ich erlaube dem Satan, die Grundlagen deines Lebens zu erschüttern. Dann wird er dich in den Wind werfen, bis nichts mehr übrig ist außer deinem Glauben.« Jesus sicher­te Petrus zu, dass sein Glaube diese Tortur überstehen würde. »Ich aber habe für dich gebetet« sagte Jesus zu ihm, »dass dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du einst zurückgekehrt bist, so stärke deine Brüder!« (V. 32).

Anschließend meinte Petrus überheblich, er würde nicht ver­sagen. Trotz seiner Beteuerung verleugnete er Jesus noch bevor die Nacht vorbei war – und seine ganze Welt wurde ernstlich erschüttert. Sein Ego war am Boden zerstört. Sein Selbstver­trauen brach in sich zusammen. Sein Stolz bröckelte. Aber sein Glaube nahm keinen Schaden.

Wozu das alles? Jesus rüstete Petrus aus, damit er die Brü­der stärken konnte. Menschen mit natürlichen Führungsqua­litäten fehlt es häufig an Mitgefühl: Sie sind schlechte Tröster und werden schnell ungeduldig mit anderen. In ihrer Zielstre­bigkeit lassen sie sich nicht lange aufhalten, um sich um ver­letzte Menschen zu kümmern. Durch sein eigenes Leid musste Petrus Mitgefühl lernen, so dass er danach andere in ihrer Not stärken konnte.

Für den Rest seines Lebens würde Petrus Mitgefühl benöti­gen, um anderen in ihren Schwierigkeiten beistehen zu kön­nen. Nachdem er vom Teufel gesichtet wurde, war Petrus gut gerüstet, mit den Schwächen anderer mitzufühlen. Er konnte kaum anders, als mit denen mitzufühlen, die der Versuchung nachgaben oder in Sünde fielen. Auch er war an diesem Punkt gewesen. Und durch diese Erfahrung lernte er, mitfühlend, gutherzig, freundlich und gütig zu sein und andere zu trösten, die durch Sünde und persönliches Versagen verletzt wurden.

In 1. Petrus 5,8-10 schrieb er: »Seid nüchtern, wacht! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann. Dem widersteht stand­haft durch den Glauben, da ihr wisst, dass dieselben Leiden sich an eurer Bruderschaft in der Welt vollziehen! Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus, er selbst wird euch, die ihr eine kurze Zeit gelitten habt, vollkommen machen, stärken, kräftigen, gründen.«

Petrus kannte menschliche Schwächen und verstand sie gut. Auch er war einst am Boden gewesen. Seine eigene Schwäche wurde ihm zum Fallstrick. Aber der Herr hatte ihn vollkom­men gemacht, gestärkt, gekräftigt und gegründet. Wie üblich schrieb er auch diese Verse aus eigener Erfahrung. Er lehrte nicht irgendwelche theoretischen Grundsätze.

Die letzte Eigenschaft, die Petrus lernen musste, war Mut. Nicht den impulsiven, überstürzten und falschen »Mut«, der ihn veranlasste, mit seinem Schwert auf Malchus loszugehen, sondern die reife, feste und unerschrockene Bereitschaft, für Christus zu leiden.

Das Reich der Finsternis steht dem Reich des Lichts entge­gen. Lügen stehen gegen die Wahrheit. Satan steht gegen Gott. Und Dämonen stehen gegen die heiligen Absichten Chris­ti. Deshalb würde Petrus überall auf Schwierigkeiten stoßen. Christus sagte zu ihm: »Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wohin du wolltest; wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und hinbringen, wohin du nicht willst« (Joh 21,18).

Was bedeutete das? Der Apostel Johannes gibt uns eine klare Antwort: »Dies aber sagte er, um anzudeuten, mit welchem Tod er [Petrus] Gott verherrlichen sollte« (V. 19).

Für Petrus würde der Preis der Evangeliumsverkündigung der Tod sein – auf Verfolgung, Bedrängnis, Schwierigkeiten und Leiden würde letztendlich der Märtyrertod folgen. Um durch­zuhalten, brauchte Petrus felsenfesten Mut.

Als er zu Pfingsten predigte, wurde erkennbar, wie sich wirk­licher Mut im Herzen von Petrus regte, als er vom Heiligen Geist erfüllt und bevollmächtigt wurde. Davor hatte er immer wieder unbeständigen Mut aufblitzen lassen. So zog er impulsiv sein Schwert vor einer großen Schar von bewaffneten Soldaten, verleugnete Jesus aber Stunden später, als er von einer Magd erkannt wurde. Wie alles in seinem Leben wurde auch sein Mut durch Instabilität beeinträchtigt. Nach Pfingsten sehen wir allerdings einen anderen Petrus. Apostelgeschichte 4 beschreibt, wie Petrus und Johannes vor den Sanhedrin gebracht werden, das oberste jüdische Gericht. Ihnen wurde ernsthaft geboten, »sich überhaupt nicht in dem Namen Jesu zu äußern noch zu lehren« (V. 18).

Mutig erwiderten Petrus und Johannes: »Ob es vor Gott Recht ist, auf euch mehr zu hören als auf Gott, urteilt ihr! Denn es ist uns unmöglich, von dem, was wir gesehen und gehört haben, nicht zu reden« (V. 19-20). Da sie weiter predigten, wurden sie kurz darauf erneut vor den Sanhedrin gebracht. Und sie sagten ihnen das Gleiche: »Man muss Gott mehr gehorchen als Men­schen« (Apg 5,29). Das Erfülltsein mit dem Heiligen Geist und das Wissen, dass Christus aus den Toten auferstanden war, gab Petrus einen unerschütterlichen, felsenfesten Mut.

Der erste Petrusbrief gibt uns einen Hinweis, warum er mit einem solchen Mut erfüllt war. Er schreibt an Christen, die durch Verfolgung im ganzen römischen Reich zerstreut waren:

Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der nach seiner großen Barmherzigkeit uns wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten zu einem unvergänglichen und unbe­fleckten und unverwelklichen Erbteil, das in den Himmeln auf­bewahrt ist für euch, die ihr in der Kraft Gottes durch Glauben bewahrt werdet zur Rettung, die bereit steht, in der letzten Zeit geoffenbart zu werden. Darin jubelt ihr, die ihr jetzt eine klei­ne Zeit, wenn es nötig ist, in mancherlei Versuchungen betrübt worden seid, damit die Bewährung eures Glaubens viel kostba­rer befunden wird als die des vergänglichen Goldes, das durch Feuer erprobt wird, zu Lob und Herrlichkeit und Ehre in der Of­fenbarung Jesu Christi. (1Petr 1,3-7)

In Christus war er sicher, das war ihm bewusst. Er hatte den auf­erstandenen Herrn gesehen und wusste daher, dass Christus den Tod besiegt hatte. Ihm war klar, dass alle irdischen Prüfun­gen vorübergehen würden. Auch wenn sie oftmals schmerzhaft und immer unangenehm sind, so sind sie doch nichts – ver­glichen mit der Hoffnung auf die ewige Herrlichkeit (vgl. Röm 8,18). Echter Glaube – so wusste er – war unendlich wertvoller als alle vergänglichen irdischen Reichtümer, da sein Glaube zum Lob und zur Ehre Christi bei dessen Erscheinen beitragen würde. Diese Hoffnung gab Petrus einen solchen Mut.

Während Petrus all diese Lektionen lernte und sein Charak­ter verändert wurde – er sich also zu dem Mann entwickelte, den Christus haben wollte –, wurde aus einem Simon allmäh­lich ein Fels. Vom Beispiel Christi lernte er Unterordnung, Be­herrschung, Demut, Liebe, Mitgefühl und Mut. Und weil der Heilige Geist in seinem Herzen wirkte, wurde er zu einer gro­ßen Führungspersönlichkeit.

Er predigte zu Pfingsten – und dreitausend Menschen wur­den errettet (Apg 2,14-41). Er und Johannes heilten einen lah­men Mann (Apg 3,1-10). Er besaß eine solche Kraft, dass Men­schen in seinem Schatten geheilt wurden (Apg 5,15-16). Er weckte Dorkas von den Toten auf (Apg 9,36-42). Er stellte den Heiden das Evangelium vor (Apg 10). Und er schrieb den ersten und zweiten Petrusbrief, in denen er genau jene Charakterlek­tionen hervorhebt, die der Herr ihm erteilt hatte.

Was für ein Mann war aus Petrus geworden! War er vollkom­men? Nein. In Galater 2 beschreibt der Apostel Paulus eine Begebenheit, in der Petrus wie ein Heuchler handelt. Für ei­nen kurzen Augenblick sehen wir den alten Simon aufblitzen. Petrus aß mit den Nationen und hatte mit ihnen als echten Brüdern in Christus Gemeinschaft – bis einige falsche Lehrer auftauchten. Diese Irrlehrer bestanden darauf, dass die Heiden nicht errettet und als Brüder behandelt werden könnten, ehe sie sich nicht beschneiden ließen und dem alttestamentlichen Zeremonialgesetz folgten. Von diesen falschen Lehrern einge­schüchtert, zog sich Petrus von den Brüdern aus den Nationen zurück (Gal 2,12). In Vers 13 heißt es, dass die anderen seinem Vorbild folgten, weil er ihr Anführer war. Deshalb schrieb der Apostel Paulus: »Ich widerstand ihm ins Angesicht, weil er durch sein Verhalten verurteilt war« (V. 11). Paulus tadelte Pet­rus vor allen (V. 14).

Es muss Petrus jedoch zugute gehalten werden, dass er auf Paulus’ Korrektur reagierte. Und als der Irrtum der Judaisten schließlich auf dem Jerusalemer Konzil der Gemeindeleiter und Apostel zur Sprache kam, war Petrus der Erste, der das Evange­lium der Gnade Gottes verteidigte (Apg 15,7-14). Er verteidigte den Dienst des Apostels Paulus. Die ganze Begebenheit zeigt, wie belehrbar und demütig Simon Petrus blieb, und wie emp­fänglich er dafür war, sich vom Heiligen Geist überführen und korrigieren zu lassen.

Wie endete das Leben von Petrus? Wir wissen, dass ihm Jesus gesagt hatte, er würde als Märtyrer sterben (Joh 21,18-19). Aber die Schrift dokumentiert Petrus’ Tod nicht. Alle Auf­zeichnungen der frühen Kirchengeschichte deuten jedoch an, dass Petrus gekreuzigt wurde. Eusebius zitiert das Zeugnis von Klemens von Alexandria, der berichtete, dass Petrus der Kreu­zigung seiner eigenen Frau zusehen musste, bevor er selbst gekreuzigt wurde. Als er sah, wie sie zur Hinrichtung geführt wurde, so Klemens, rief Petrus ihr zu: »Denke an den Herrn.« Als Petrus an der Reihe war, bat er, mit dem Kopf nach unten gekreuzigt zu werden, da er sich nicht für wert hielt, genauso wie sein Herr zu sterben. Auf diese Weise wurde er dann ans Kreuz genagelt. 3

Das Leben von Petrus könnte mit den abschließenden Wor­ten seines zweiten Briefes zusammengefasst werden: »Wachset aber in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilan­des Jesus Christus!« (2Petr 3,18). Genau das tat Simon Petrus und wurde daher zum Fels – zum großen Anführer der frühen Gemeinde.

1 John C. Maxwell, The 21 Irrefutable Laws of Leadership (Nashville: Thomas Nelson, 1998), S. 71.

2 Die engl. Übersetzungen KJV und NKJV scheinen nahe zulegen, dass die Fußwaschung nach dem Mahl stattfand– »and supper being ended«. Andere engl. und die meisten deutschen Übersetzungen berichten in Johannes 13,2,dass es »während des Abendessens« (UELB) oder »beim Abendessen« (LUT) geschah. Das griechische Wort, das in der englischen KJV mit »ended« übersetzt wurde, ist ginomai,ein Verb mit vielen verschiedenen Bedeutungen – u.a.»versammelt sein, beendet sein.« Aus dem Kontext wird deutlich, dass die Vorbereitung auf das Mahl, und nicht dasMahl selbst, beendet (»ended« [KJV]) war, als sich Jesus zurFußwaschung erhob. Offensichtlich tauchte Jesus den Bissen erst danach ein und gab ihn Judas (V. 26). Somit fanddie Fußwaschung vor dem Essen statt (so wie das Protokolles verlangte) und nicht im Anschluss daran. 

3 Eusebius, Ecclesiastical History, 3:1,30

Fortsetzung: Andreas - Der Apostel der kleinen Dingen


Autor: John MacArthur
Quelle: 12 ganz normale Männer

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Die zur Universität Erfurt gehörende Forschungsbibliothek Gotha hat eine Abschrift des ersten protestantischen Gesangbuchs, des sogenannten «...

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VERANSTALTUNGEN

27. Mai, 19.30Uhr in Suhr
lebe deine Berufung – mach einen Unterschied in dieser Welt!
17. Juni 2012, 10 Uhr in Bad-Zurzach