Jesus über die Angst: „Ich hab das hinter mir“

Die Horrormeldungen fahren einem in die Glieder. Eine Katastrophe folgt auf die andere. Nach den Fluten in der Schweiz die Überflutungen in den USA, Schreckensbilder von verzweifelten Müttern, und im Windschatten der Hurricans-Meldungen zwei Flugzeugabstürze. Wegschauen und weghören geht fast nicht. Die Katastrophen sind gradezu allgegenwärtig.

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Der nackte Wahnsinn am 9. September 2001.
Es legt sich eine Angst aufs Herz, die das Leben dämpft. Spätestens seit dem September 2001, den Anschlägen von New York, empfinden viele Menschen eine bedrückende Grundstimmung. Die Hälfte aller Deutschen gibt inzwischen an, sie schaue voller Sorgen und Unsicherheit in die Zukunft. Die Perspektiven haben sich verengt. Und das deutsche Wort "Angst" kommt auch von "Enge" .... Wie kann man damit leben? Muss man überhaupt damit leben? - Mit Katastrophenmeldungen: ja; mit ihrer angstmachenden Wirkung: nein.

Das Schlimmste an einer Angst ist, wenn sie sich nicht äussern kann; wenn man mit ihr allein ist und sie nicht ausgesprochen wird. Doch gerade dazu Gott fordert richtiggehend auf. Wir sollen ihm diese Ängste bringen: "Bist du in Not, so rufe mich um Hilfe! Ich will dir helfen, und du sollst mich preisen"; Psalm 50,15.

Es ist nicht so, dass wir ihn damit über unser Befinden erst "informieren". Diese Aufforderung, sich in grosser Ungewissheit an ihn zu wenden, erfolgt aus einem anderen Grund: damit sie nicht länger im eigenen Inneren gärt. "Du hast zu mir geschrien in deiner Not, und ich habe dich daraus befreit", heisst es von Gott selbst in einem anderen Psalm (Ps 81,8).

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Was das Herz eng gemacht hatte, kann also gerade in eine Weite führen. Katastrophenmeldungen und -ängste helfen mitunter dazu, dass man eine neue Beziehung zu Gott findet und Zutrauen einübt.

"In der Welt wird euch zugesetzt. Aber fasst wieder Mut, denn ich habe diese Welt hinter mich gebracht", ermutigt Jesus nach Johannes 16,33. Er sagt damit:

1. Negatives, das von aussen einen einstürmt und Angst macht, gehört zum Leben. Da gibt es nichts zu beschwichtigen oder schönzureden.
2. Man braucht nicht dabei stehenzubleiben. Diese Not muss einem nicht den Lebensnerv rauben. Es gibt Grund zu neuem Mut.
3. Sein elendig langsamer gewaltsamer Tod am Kreuz war die grösste Bedrängnis für Jesus selbst. Entsprechend war und ist seine Auferstehung der grösste Freiraum - für ihn selbst und für die, die sich ihm anvertrauen.

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Im Gespräch mit Gott verwandeln sich Ängste in Vertrauen.
Denn jeder kann zu einem Leben ohne Angst durchdringen. Das heisst konkret: Wir können Gott das sagen, was uns zusetzt - grade auch diese bedrängenden Eindrücke von furchtbaren Meldungen. Und wir dürfen dann von ihm erwarten, dass er sie uns wegnimmt und uns mit demselben Frieden ausrüstet wie den auferstandenen Jesus.

Desaster, Anschläge und die Meldungen darüber können wir nicht aus der Welt schaffen. Aber sie verlieren ihre bedrängende Kraft.

Datum: 11.09.2005
Quelle: Jesus.ch

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