Für 100 Meter eine halbe Stunde!

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Die Zeit läuft mir davon – so sagen wir. Aber: Wer läuft da eigentlich wem davon?

Legen Sie mal 100 Meter in einer halben Stunde zurück! Sie werden erstaunliche Entdeckungen machen: Am Wegrand, in der Fussgängerzone, auf Ihrem Balkon, in Ihrer Nachbarschaft!
Was wird nicht alles möglich, wenn wir der Zeit die Chance geben, uns zu beschenken! Zeit haben, sich Zeit nehmen, eine halbe Stunde die Hektik anhalten, die Welt betrachten, die Umgebung wahrnehmen, das naheliegende Glück entdecken – warum nicht einmal ausprobieren, uns selbst zu verlangsamen?

Die Zeit läuft uns davon – das ist eine unserer Ausflüchte, die wir ersinnen, um fragwürdige Lebensstile zu rechtfertigen nach dem Motto „Schuld haben immer andere“.
Ich entdecke beim Ausklinken, wie wohl mir das tut! Einfach mal einige oder mehrere Augenblicke alles liegen lassen und die Hektik anhalten: Zeit haben, innehalten, beobachten, sehen, staunen und danken!

Und je nach Situation Zeit haben für Gott, Vertrauen zu Ihm fassen, Hoffnung und Sinn empfangen, Kraft und Mut erfahren, neue Horizonte und Perspektiven entdecken, Erlösung von Stress und lähmenden Problembergen spüren.

Die Zeit anhalten – das können wir natürlich nicht. Aber zu viel „auf 100 Metern“ wollen, das können wir abstellen. Wir können die Multiplikationslüge „Geschwindigkeit x Pflichten x Erlebnisse x Erfahrungen = reiches Leben“ ausser Kraft setzen! Dann kann uns Gott neue Zeitmassstäbe geben, denn er hat zwar die Zeit, aber wohl kaum die Eile (Hektik unserer Tage) geschaffen. Frieden gönnt uns Gott zu allen Zeiten!

Pfr. Peter Henning ist Dozent am Theologisch-Diakonischen Seminar (TDS) Aarau.


Autor: Peter Henning
Quelle: Bausteine/VBG

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