NT-Wörterbuch

Auferstehung Jesu

Jesu Auferstehung ist entscheidender Durchbruch zur oberen Welt

Die Auferstehung Jesu ist bahnbrechend als die erste endgültige Auferstehung innerhalb der Menschheit (1. Kor. 15,23). Aber weit mehr: Sie ist ein Weltereignis.

Die Finsternismächte, die ihre äusserste Macht aufgeboten hatten beim Tod Jesu, sind durch seine Auferstehung an der entscheidenden Stelle entmächtigt. Eine völlige Umwälzung in den gesamten Weltzuständen ist damit angebahnt. Indem Jesus in die neue göttliche Seinsweise einging, ist ein Durchbruch zur oberen Lichtwelt erfolgt. Das ist von unabsehbarer Bedeutung für alle, die in Verbindung mit Christus stehen.

Als Kolumbus zur Neuen Welt vordrang, war sie nicht nur für ihn, sondern für die ganze Alte Welt erschlossen. Wenn einer aus einem verschütteten Bergwerk den Weg ins Freie findet, so sind alle Verschütteten frei. - Diese Vergleiche zeigen, warum die Apostel nicht genug davon sprechen können, welche unermessliche Folgen die Auferstehung Jesu hat. »Gott hat uns mit Christus auferweckt und in die Himmelswelt versetzt« (Eph. 2,6).

Sie ist die sinngebende, herrliche Tat Gottes

Die Auferweckung Jesu ist nicht sozusagen ein mehr oder weniger unwichtiges Siegel auf das Erlösungswerk im Kreuz, sondern gibt ihm erst seinen Sinn.

Gott hat im Kreuz Jesu die Vergebung der Sünden, die Erlösung, die Versöhnung und die Rechtfertigung der Menschheit vollbracht (Eph. 1,7; Matth. 20,28; 2. Kor. 5,19; Röm. 5,9. 18; 3,24) und der erlösten, versöhnten und gerechtgesprochenen Menschheit in der Auferweckung Christi das ihr zukommende Leben verliehen. Denn zur Sünde gehört notwendig der Tod, aber zur Gerechtigkeit gehört - ebenso notwendig - das Leben: das ist Gottes ewige Regel.

Darum bedeutet die Gnadengabe der Gerechtigkeit immer auch die Gnadengabe des Lebens, und dieses Leben hat uns Gott in dem auferstandenen Herrn Jesus geschenkt. So ist unser Herr Jesus »um unsrer Rechtfertigung willen auferweckt« (Röm. 4,25), um uns das Leben zu bringen, ja um selbst unser Leben zu sein. Denn die Auferweckung des Hauptes bringt auch dem Leib und den Gliedern das Leben, damit, wie Christus auferweckt ist durch die Siegesgewalt des Vaters, so sollen auch wir in einem neuen Lebenszustand wandeln (Röm. 6,4).

Er ist auferstanden, um »der Herr« zu sein (Röm. 14,9), und das heisst: um inmitten einer erlösten Menschheit seine Gnadenherrschaft aufzurichten und die Frucht und Beute seines Sieges auszuteilen.

Die Auferstehung Jesu wird von den Aposteln stets zugleich mit seinem Kreuz verkündigt, jedoch als das Grössere, als das »Vielmehr« (Röm. 8,34), von woher das Kreuz erst verstanden werden kann. Heilsglaube ist Auferstehungsglaube!


Autor: Ralf Luther
Quelle: Neutestamentliches Wörterbuch

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