Ratschläge für eine lustvolle Bibellektüre

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Vielleicht ist es Ihnen so gegangen, wie vielen anderen: Sie haben mit Elan vorne in der Bibel angefangen und sind bald steckengeblieben, angesichts so vieler unverständlicher Texte. Dann kamen Sie zum Schluss: die Bibel ist zu schwierig! Versuchen Sie es noch einmal – aber anders.

Um Ihnen ein wenig Appetit zu machen: Von Markgraf Georg von Amsbach, einem Zeitgenossen Luthers, wird gesagt, dass er im Laufe seines Lebens die Bibel achtundfünfzigmal vollständig gelesen haben soll. So langweillig kann diese Lektüre also nicht sein.

Stecken Sie sich zu Beginn nicht ein zu hohes Ziel. Viele finden es hilfreich, sich mit einem Lesepartner zu treffen und auszutauschen. Es gibt Zusammenhänge, die fallen erst nach mehrmaligem Lesen auf, während andere Dinge sofort klar werden. Haben Sie Mut, unverstandene Stellen einfach einmal beiseite zu lassen! Versuchen Sie aber, dass was Sie verstanden haben, wenn möglich praktisch umzusetzen. Mark Twain fand, die meisten Menschen hätten Schwierigkeiten mit den Bibelstellen, die sie nicht verstehen, er aber wäre viel mehr beunruhigt von den Stellen, die er nur zu gut verstehe.

Die Menschen sind so verschieden und deshalb auch die Möglichkeiten, wie man die Bibel lesen kann.

Die Bibel in kleinen Abschnitten von A-Z lesen

Wer es so macht, kann allerdings leicht die Lust verlieren, weil die Bibel auch viele Texte enthält, die einen "nicht gerade vom Stuhl reissen", so die langen Listen von Namen und Zahlen, Beschreibung von Kultvorschriften oder Wiederholungen.

Man sucht sich ein Buch der Bibel aus

Die Bibel besteht aus 66 Büchern. So könnte man sein "Lieblingsbuch" aus der Bibel auswählen und sich vornehmen, dieses regelmässig zu lesen. Manche haben hier mit den Psalmen angefangen; andere wieder wählen einen Propheten (es muss ja nicht gleich Jesaja mit 66 Kapiteln sein!), oder aber das Markusevangelium. Der Vorteil bei diese Vorgehensweise ist, man will ein bestimmtes Buch kennenlernen. Das motiviert.

Man nimmt den Plan der "Täglichen Bibellese"

Die für jeden Tag vorgesehenen Abschnitte sind kurz, sie stehen miteinander in Verbindung und sind an den grossen Festen des Kirchenjahres orientiert. Für junge Leute gibt es dazu auch eine Handreichung, beispielsweise "Kompass" (Verlag "Kirche und Mann", 483 Gütersloh, Postfach 2229). Dieser Plan erfordert Disziplin: man muss sich über seinen Tagesablauf klar sein und dann eine Zeit suchen, die man einhalten kann.

Die Jahresbibel

In 365 Tagen durch die ganze Bibel. Insgesamt wurden alle Texte aus dem Alten und Neuen Testament in 365 Tagesabschnitte eingeteilt. Nicht in der Reihenfolge, wie in der Bibel, sondern gezielt zusammengestellt.

Computerbibel

Inzwischen gibt es ja "Computerbibeln". Man muss nicht einmal ein Programm kaufen. Viele Bibel sind online aufgeschaltet, einige mit Suchfunktionen: www.diebibel.de/

Hilfsmittel zum Lesen der Bibel gibt es viele. Beispiel: Webseite: www.internezzo.ch/farbtupfer/willkommen.htm
Oder den Bibelleseplan im Internet: www.bibelportal.de/bibelleseplan2.html

Bibellese-Hilfen

Wer Gottes Wort Tag für Tag aufs Neue entdecken will, der findet in den Bibellese-Zeitschriften vom Bibellesebund konkrete Unterstützung. www.bibellesebund.de/hilfen.htm

Vielleicht beginnt die Freude des Bibellesens damit, dass man sich eine neue Bibel kauft, vielleicht sogar eine mit Erklärungen. Jede Buchhandlung berät Sie gerne.

Sollte man zu einer bestimmten Zeit am Tag (einige sagen, morgens müsse es sein, in der "stillen Zeit") in der Bibel lesen? Jeder ist in seiner Lebens- und Arbeitsweise verschieden, deshalb muss auch jeder sich seine geeignete Zeit zur Bibellese ausssuchen. Die Zeit früh am Morgen bringt für viele Vorteile mit sich. Martin Luther sagte einmal, ein Fass rieche immer nach dem, was zuerst hineinkomme. Ähnlich erleben es viele mit dem Tagesanfang.

Für Fortgeschrittene

Besonders reizvoll ist es, sich eine Zeitlang mit einer ausgewählten Thematik zu beschäftigen. Untersuchen Sie ein biblisches Buch nach ganz gewissen Aspekten. Zum Beispiel die biblischen Kulturen. Wie und was kochten die Frauen? Wie wurden die Häuser gebaut und eingerichtet? Welche sozialen Verhältnisse gab es damals?

Wohin führt das Bibellesen?

Zum Schluss noch eine "Warnung": Das Bibellesen ist nicht zu vergleichen mit dem Lesen eines sonstigen Buches. Wer die Bibel liest muss damit rechnen, dass er herausgefordert wird - vielleicht sogar sein Leben zu ändern. Wer aber anfängt die Bibel zu lesen, der hat offene Arme vor sich, die ihn aufnehmen wollen: die offenen Arme Gottes.

Datum: 19.09.2003
Autor: Bruno Graber
Quelle: Livenet.ch

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