«Islam-Freipass?»

Atheist Dawkins: «Warum Christentum kritisieren, aber Islam nicht?»

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Richard Dawkins
Der prominente Atheist Richard Dawkins (76) stellt die nagende Frage, warum es in Ordnung ist, das Christentum zu kritisieren, aber den Islam nicht. Dies nachdem eine kalifornische Radiostation eine Sendung mit ihm fallen liess und ihm vorwarf, Muslime zu beleidigen.

«Ich bin bekannt als regelmässiger Kritiker des Christentums und deswegen wurde mir nie eine Plattform entzogen», schreibt er in einem offenen Brief auf seiner Webseite. «Warum gebt ihr dem Islam einen Freipass? Warum ist es in Ordnung, das Christentum zu kritisieren, nicht aber den Islam?»

Vorgesehen war, dass er im KPFA-Radio im August reden würde, doch nun kündigte die Station an, dass die Sendung ausfällt, weil die Kommentare gegen den Islam die muslimische Gemeinschaft «beleidigen und verletzen» könnten.

«Hatten nicht Kenntnis»

«KPFA befürwortet verletzendes Reden nicht», hielt der Sender in einem Mail an jene fest, die ein Ticket für die vor Publikum vorgesehene Aufzeichnung bestellt hatten. «Während KPFA echte Redefreiheit unterstützt, steht sie nicht hinter Beleidigungen. Wir entschuldigen uns dafür, dass wir nicht früher von den Ansichten von Dawkins Kenntnis hatten.» Ob man beim Sender geglaubt hatte, dass der prominente Religionskritiker das Christentum kritisiert und den Islam in höchsten Tönen lobt?

Dawkins hält in seinem Schreiben fest, dass die Entscheidung überraschend sei. «Ich habe mich nie beleidigend gegen den Islam geäussert habe. Den Islamismus habe ich 'abscheulich' genannt, doch Islamismus ist nicht Islam.»

«Muslimische Frauen sind Hauptopfer»

«Ich kritisierte die Frauenfeindlichkeit und die Homophobie. Ich kritisierte das Ermorden von Konvertiten für das Verbrechen ihres Unglaubens», erklärte er. «Meiner Ansicht nach sind die Muslime selbst die Hauptopfer der Gräuel des Islamismus, besonders muslimische Frauen.»

Er forderte die Radio-Station heraus, Beispiele für das getadelte Verhalten zu finden. Sollte dies nicht gelingen, erwarte er eine öffentliche Entschuldigung. Der Sender macht geltend, dass sich Aktivisten gemeldet hätten, welche Dawkins als «sehr bekannten Islamophoben» bezeichnet hätten. Zitiert wurde unter anderem ein Tweet, in dem er schrieb: «Ich denke, der Islam ist die stärkste Kraft des Bösen in der heutigen Welt.»

«Ah, nichts mit Religion zu tun»

Dawkins steht in Opposition zu allen Religionen. Öfters störte er sich mittlerweile daran, dass das Christentum in liberalen Medien als feindselige Religion dargestellt wird, während es abgelehnt wird, den Islam zu kritisieren. «Regressive Linke werden trügerisch und sie haben ein blindes Auge gegenüber Frauenfeindlichkeit und Homophobie, weil sie absurderweise denken, der Islam müsse als 'Rasse' respektiert werden.»

Im vergangenen Jahr hatte er sich in Medienschelte geübt, als manchenorts behauptet wurde, der Anschlag auf pakistanische Christen am Ostersonntag in Lahore mit 72 Toten habe «nichts mit Religion zu tun gehabt». Via Twitter schrieb Dawkins: «Pakistanische Bombe tötet 72.» Dann zitierte er Täter: «Wir haben das ausgeführt, um Christen während der Osterfeier zu treffen.» Dawkins weiter: «Ah, somit hatte das nichts mit Religion zu tun.»

Zum Thema:
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Datum: 31.07.2017
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / Gospel Herald

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