Jesus ist allein. Er wird verhaftet, geschlagen,
verleumdet und verhöhnt, gefoltert, verurteilt und ans Kreuz genagelt. Er lässt
es geschehen, ohne zu protestieren, und erleidet unsägliche Schmerzen, bis er
stirbt. Dabei ist er nicht schuldig.
Gibt es eine skandalösere Justizfarce als den Prozess gegen
Jesus? Die Hohenpriester, die den Tempel in Jerusalem verwalten, bringen keine
Anklage zustande, so viele Zeugen sie auch bemühen. Schliesslich kommt dem
entnervten Vorsitzenden selbst über die Lippen, was Jesus zur Last gelegt wird:
Gotteslästerung! Der römische Prokurator Pilatus, der den Mann aus Galiläa
aburteilen soll, sieht keinen Aufständischen vor sich. «Ich finde keine Schuld
an ihm», sagt er den Priestern. Der König der Juden? «Ich bin ein König»,
antwortet Jesus. «Dazu bin ich in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit
Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme» (Die Bibel,
Johannesevangelium, Kapitel 18, Vers 37).
Unter dem Geschrei des von den Priestern bestellten Pöbels
spricht Pilatus das Urteil: Hinrichtung am Kreuz. Römische Legionäre vollziehen
es mit kalter Brutalität. Jesus hängt zwischen zwei Verbrechern. Der Himmel
über Jerusalem verfinstert sich. «Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich
verlassen?» schreit Jesus in seiner Qual. Und dann: «Es ist vollbracht.» Er
stirbt. Im Tempel reisst der Vorhang, der das Allerheiligste verhüllt, von oben
bis unten auf – ein Zufall?
Karfreitag ist für mich und dich. Jesus hatte keine Schuld,
starb nicht ihretwegen, sondern «indem er unsere Sünden am eigenen Leib ans
Holz hinauf trug». So hob er die Entfremdung zwischen Gott und uns Menschen
auf. «Jesus hat gelitten, ein für alle Mal um der Sünden willen, der
Gerechte für die Ungerechten, damit er euch zu Gott führe», schreibt
Petrus weiter und versichert: «Durch seine Striemen wurdet ihr geheilt» (1.
Brief des Petrus, Kapitel 2, Vers 24 und Kapitel 3, Vers 18). Jesus liess sich beschimpfen und zahlte den
ultimativen Preis, damit wir in eine echte Beziehung zu Gott kommen und heil
werden können.
Mit einer Pfingstkonferenz will die Vineyard-Bewegung über Pfingsten den geistlichen Aufbruch in Europa fördern. Wer ist die Vineyard, und was bewegt...