In der Charakterwerkstatt des Heiligen Geistes

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Wer sich auf den Heiligen Geist einlässt, wird eine Charakterveränderung erleben. Die Bibel nennt dazu einige Merkmale: Liebe, Freude, Friede …

Spürt man es Christen an, dass sie Christen sind? Diese Frage wird sooooo unterschiedlich beantwortet, wie es eben Erfahrungen gibt. Auch Christen sind ganz normale Menschen, bei etlichen spürt man aber, dass sie sich einer Veränderung ausgesetzt haben, weil sie sich dem Wirken des Heiligen Geistes aussetzen.

Wer Christ geworden ist, ist auch vom Heiligen Geist ergriffen. Einige sagen, dass sie jetzt den Heiligen Geist „besitzen“. Doch wichtiger ist, dass der Geist sie „besitzt“, dass sein Wirken Teil ihres Denkens, ihrer Emotionen und ihres Willens geworden ist, weil sie sich ihm geöffnet haben.

Die Auswirkungen nennt der Völkerapostel Paulus in einem Brief an die christliche Gemeinde irgendwo im damaligen Kleinasien (Galatien). Das Neue Testament spricht auch von „Geistesfrüchten“:

Liebe. Eine sich schenkende und nicht besitzende Liebe. Die Fähigkeit, über sich hinweg den Nächsten und seine Bedürfnisse zu sehen.

Freude. Freude an der Beziehung mit Christus, Freude an einer neuen Lebensqualität, die dadurch entstanden ist. Die Fähigkeit, sich über gute Entwicklungen und Ereignisse zusammen mit andern zu freuen.

Friede. Ein Friede mit Gott, aus dem der Friede mit Menschen resultiert. Menschen, die mit sich selbst im Clinch leben, werden auch mit andern im Dauerstress stehen. Der innere Friede, der aus der Vergebung und Erlösung resultiert, befähigt dazu, friedfertig zu sein und Frieden zu verbreiten.

Langmut. Damit ist die Geduld gemeint, andere in ihren Problemen, Charaktereigenschaften und Aggressionen zu (er)tragen. Ihnen auch Liebe und Verständnis entgegen zu bringen, auch wenn wir nichts davon von ihnen erhalten.

Freundlichkeit. Hier geht es um den Umgang mit andern im Sinne von „Freunden“. Ich habe ein grundsätzliches Ja zu Menschen; gerade auch im Wissen, dass ich von ihnen nicht unbedingt „Freundlichkeit“ erwarten darf.

Güte. Von Gottes „Gutsein“ überfliessen, unabhängig davon, was von den andern zurück kommt. Sie meint es gut mit den Menschen und will das Beste für sie.

Treue. Sie kann mit „Liebe in Bewährungsproben“ umschrieben werden. Sie erträgt Enttäuschungen. Sie kann Beziehungen wieder herstellen, wo sie von andern verletzt worden sind. Es ist ein Verhalten, das der Eigenschaft Gottes zutiefst entspricht.

Sanftmut. Seeehr unmodern. Sie lässt sich nicht reizen und provozieren. Sie stellt nicht bloss, sondern gibt dem andern wieder eine Chance.

Selbstbeherrschung. Eine Grundvoraussetzung für das christliche Leben. Nur in der persönlichen Ausrichtung auf das grosse Ziel des christlichen Lebens ist es möglich, auf Dinge zu verzichten, die unserem Naturell so nahe sind und doch den andern verletzen oder auch zerstören können. Sie ist die Herrschaft über sich selbst und damit Voraussetzung für echte Freiheit.

Die beschriebenen Eigenschaften gehen über das hinaus, was uns normalerweise als Menschen möglich ist. Sie sind aber auch nicht automatisch mit der Erfahrung des Geistempfangs vorhanden, sondern entwickeln sich in der Schule des christlichen Lebens. Negative Reaktionen aus unserer Umgebung sollen uns immer wieder daran erinnern, wo wir noch charakterliches Wachstum im Sinne der Geistesfrucht brauchen.

Übung
Bitte setzen Sie sich der folgenden Frage aus:

Mit welcher der oben beschriebenen „Geistesfrüchte“ habe ich am meisten Mühe? Was kann ich in den nächsten Tagen ausser dem Gebet ganz konkret tun, um diese Frucht reifen zu lassen?

Bearbeitung: Fritz Imhof, Livenet.ch


Autor: Rolf Lindenmann
Quelle: Christ werden – Christ sein

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