«Wir sollten den Dank-, Buss- und Bettag neu beleben»

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„Die Menschen sind offensichtlich auf ihren Schöpfer und auf das Gebet hin angelegt.“
„Wir müssen uns den Benachteiligten in unserer Gesellschaft mehr zuwenden“, ist Hanspeter Nüesch überzeugt. Der Leiter von „Campus für Christus Schweiz“ äussert sich zu den Bedrohungen des Landes. Und zu den Chancen, die im Gebet liegen.

„ideaSpektrum Schweiz“ sprach anlässlich des „Nationalen Gebetstages“ vom 1. August 2007 mit Nüesch. Im Interview spricht Nüesch auch den Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag an, der nächsten Sonntag gefeiert wird. Livenet.ch publiziert im Folgenden einige Auszüge des Interviews.

39 Prozent der Schweizer beten täglich, nur 12 Prozent nie, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Wir Schweizer sind ein Volk von Betern...
Hanspeter Nüesch: Die Menschen sind offensichtlich auf ihren Schöpfer und auf das Gebet hin angelegt. Es ist eine Tatsache, dass viele Menschen in schwierigen Situationen beten – viel mehr, als einen Gottesdienst besuchen. Das ist eine Chance. Wir sollten darum das Gebet viel mehr brauchen, um bei den Menschen anzuknüpfen.

Was meinen Sie damit?
Wir sollten Menschen, die in Not sind, ein Gebet anbieten. Dafür sind sie nämlich offen. Wenn sie uns beten hören, erleben sie unsere Betroffenheit und sehen, was der Glaube für uns bedeutet. Es ist heute oft nicht mehr sinnvoll, beim Thema Kirche oder Bibel anzuknüpfen, beim Gebet aber sehr wohl.

Warum machen Sie erneut den 1. August zum Gebetstag?

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„Wir sollten alles unternehmen, um als Land Gott danken, wo nötig Busse tun und um Gottes Segen bitten.“
Ich meine, wir sollten nicht nur den 1. August zum Gebetstag machen, sondern auch den Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag neu beleben. Und doch ist der 1. August im Herzen des Volkes irgendwie tiefer verankert. Man hört dann viele schöne Reden, vergisst aber leider oft die geistlichen Quellen unseres Landes. Darum müssen wir den 1. August als Tag der Dankbarkeit zu Gott neu ins Bewusstsein bringen. Wir sollten aber alles unternehmen, um auch den Bettag bewusster zu verbringen und als Land Gott danken, wo nötig Busse tun und um Gottes Segen bitten.

Wofür soll speziell gebetet werden?
Wir müssen uns den Benachteiligten in unserer Gesellschaft mehr zuwenden: den Burnout-Betroffenen, den Depressiven, IV-Bezügern, Abhängigen, Einsamen. Dieser Teil der Gesellschaft nimmt massiv zu. Der Staat kann nicht alles leisten. Darum sind wir alle geistlich und praktisch gefordert. Nur durch den Heiligen Geist werden diese Menschen wieder gesund. Sie brauchen aber auch unsere ganz praktische Hilfe für den Alltag.

Beten Sie für die eidgenössischen Wahlen im Herbst?
Natürlich! Wir beten um gottesfürchtige Leute im Parlament nicht für eine bestimmte Partei. Gottesfurcht ist laut der Bibel der Anfang der Weisheit.

Was bedroht unser Land am stärksten?
Ganz klar die Ehrfurchtlosigkeit, sie nimmt überhand. Und damit auch die Schamlosigkeit und die Masslosigkeit. Viele Menschen und Beziehungen werden haltlos, weil kein moralisches Geländer mehr da ist. Gerade im Umfeld von Showgrössen wie DJ Bobo oder Baschi wird besonders deutlich, dass weit herum kein Gespür mehr da ist für das Göttliche, Heilige, Würdevolle. Doch auch der ganze Materialismus, die Gier, immer mehr zu besitzen, bedroht und zersetzt unser Land stark.

Ihre Vision für die Schweiz?

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„Gottesfurcht ist laut der Bibel der Anfang der Weisheit“: Hanspeter Nüesch mit seiner Frau Vreni.
Ein grosses Sanatorium! Meine Vision ist, dass Leute aus der ganzen Welt in die Schweiz kommen, um Heilung und Erneuerung an Leib, Seele und Geist zu erfahren. Dann aber auch, dass wir unseren Reichtum mit der Welt teilen. Ein Franken zählt in Kuba, Ruanda oder Nordkorea das X-fache. Ich bin viel im Ausland, doch ich will bis ans Lebensende in der Schweiz bleiben, um mitzuhelfen, dass diese Vision wahr werden kann. Ich glaube, dass Gott einen grossen Heilsplan für die Schweiz hat.

Zur Person

Hanspeter Nüesch, 58, wohnt mit seiner Frau Vreni in Boppelsen ZH. Vier erwachsene Kinder. Ausgebildeter Betriebsökonom HSG. Leitet seit 1983 den Schweizer Zweig des Missionswerks Campus für Christus. Viele Pionierdienste, so in Kuba, Russland und Nordkorea. Besonderes Anliegen: der Evangelisations- und Jüngerschaftsauftrag unter spezifischen Personengruppen, etwa unter Studenten, Schülern, Sportlern (Athletes in Action), klassischen Musikern (Crescendo), Menschen im Pflegedienst (CDK), Ehepaaren und Familien (FamilyLife), Frauen (Frühstückstreffen) und Männern (Männerforum). Zur Förderung der Einheit unter den Christen und des evangelistischen und diakonischen Dienstes führt Campus Explo-Konferenzen durch, koordiniert das Nationale Fastengebet und die Alphakurs-Bewegung.

Bearbeitung: David Sommerhalder, Livenet.ch

Datum: 13.09.2007
Autor: Andrea Vonlanthen
Quelle: ideaSpektrum Schweiz

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