Wenn der Sohn heimlich Pornohefte liest

"Ich habe im Zimmer meines Sohnes ein Pornoheft entdeckt, das er vor mir versteckte. Wie sollen wir als Eltern damit umgehen?"

Wenn ich Ihre Zeilen so lese, dann frage ich mich, was Sie verunsichert. Ist es die Entdeckung, dass Ihr Sohn pornographische Literatur liest, oder dass er etwas tut, was er vor Ihnen verheimlicht? Beides mag Sie als Mutter erschrecken. Sicher werden die meisten Menschen, die solche Literatur lesen, das eher verheimlichen. Es ist offensichtlich ein Rest von gesundem Schamgefühl, das uns geblieben ist.

Es könnte sein, dass sich hinter dem Interesse an derartiger Literatur persönliche Probleme Ihres Sohnes verbergen. Vielleicht ist es aber auch nur das Interesse am anderen Geschlecht, das ihn animiert, Hefte dieser Art zu lesen.

Als Eltern sollten Sie behutsam nachfragen und Ihre eigene Unsicherheit im Umgang damit artikulieren. Sagen Sie Ihrem Sohn ganz ehrlich, wie Sie auf die Zeitschrift gestossen sind. Handelt es sich dabei um ein schuldhaftes Verhalten Ihrerseits, sollten Sie ihn unbedingt um Vergebung bitten. Danach können Sie ihm erklären, was der Fund in Ihnen ausgelöst hat. Achten Sie aber darauf, dass Sie keine Vorwürfe machen oder moralisieren.

Ob sich Ihr Sohn auf ein Gespräch einlässt, wird auch davon abhängen, wie gesprächsfähig Sie in Ihrer Familie sind, wenn es um sexuelle Dinge geht. Vielleicht hat er deshalb nach der Zeitschrift gegriffen, weil Sie nicht offen über Fragen der Sexualität und Geschlechtlichkeit miteinander reden können. Dann sollten Sie sich auch jetzt nicht überfordern. Sie können ihm aber Mut machen, eventuell einen Seelsorger aufzusuchen. Schliesslich bleibt das, was wir in uns aufnehmen, nicht ohne Folgen. Eine durch pornographische Literatur geprägte Phantasie schafft notvolle Voraussetzungen für die Begegnung mit dem anderen Geschlecht und auch für eine spätere Partnerschaft.

Datum: 29.03.2002
Autor: Heinrich Kaufmann
Quelle: Chrischona Magazin

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