Wenn Menschen über den Glauben oder die Frage der Existenz Gottes ins Gespräch kommen, folgt manchmal der Einwand: «Wenn ich mich vergleiche, dann bin eigentlich ein guter Mensch. Man kann doch auch gut sein ohne Gott». Ist dieser Einwand berechtigt?
Damit drückt man auch aus, dass keine Notwendigkeit bestehe, nach Gott zu fragen. Man könne auch so ein akzeptables Mitglied der Gesellschaft sein und gutes tun. Niemand bestreitet, dass alle Menschen schon gute Dinge getan haben. Auch Menschen, die viel Leid über andere Menschen gebracht haben, haben punktuell Gutes getan. «Gut sein» und «etwas Gutes tun» ist jedoch nicht identisch. Wie soll man diese Aussage von Jesus zum Thema verstehen? «Jemand trat herzu und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich Gutes tun, um das ewige Leben zu erlangen? Er aber sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein!»
Menschen entwickeln einen individuellen Massstab für Gut und Böse. Wenn beispielsweise ein Kinderschänder ins Gefängnis kommt, dann wird er von allen anderen Insassen verachtet und er muss aufpassen, dass er nicht umgebracht wird. Mörder sind oft der Ansicht, dass sie moralisch über einen Kinderschänder stehen.
Menschenrechte und Praxis
Manche setzen den Menschen absolut. Er sei das Mass aller Dinge. Leistung, Intelligenz, Fortschritt werden betont und dass man sich auf Menschenrechte einigen muss. Die Praxis zeigt spätestens in Grenzsituationen, dass diese Theorie nicht trägt. Mit grosser Mühe kann man sich auf bestimmte Wertmassstäbe und Regeln einigen, aber spätestens in Krieg oder Not gleitet das Ganze oft ins Unmenschliche ab, weil jeder doch seinen Vorteil sucht, wenn er nicht eine höhere moralische Instanz anerkennt, die ihm das verbietet.
Anderer Ausgangspunkt
Ohne die Anerkennung eines absoluten Massstabes versucht jeder selber seine «Ideale» zu setzen. Alle haben doch schon erfahren, dass man an Grenzen stösst, sowohl in der Erkenntnis als auch in der Umsetzung des Guten. Ein gläubiger Mensch hat in der Definition des Gut-Seins einen ganz anderen Ausgangspunkt als ein nichtgläubiger Mensch. Die Annahme eines absolut guten Schöpfers, der jedes seiner Geschöpfe gewollt und bejaht hat, führt zu einer grundsätzlich anderen Vorstellung von Liebe, Gerechtigkeit und Wahrheit, als eine Weltsicht ohne Gott.
Wenn es keinen absoluten Massstab gibt, muss man jedem seinen eigenen Wertmassstab zugestehen. Die Frage nach dem Guten sollte anders gestellt werden: Wo ist die Quelle der Wahrheit und welche Ideale werden dort gefordert?
Mit einer Pfingstkonferenz will die Vineyard-Bewegung über Pfingsten den geistlichen Aufbruch in Europa fördern. Wer ist die Vineyard, und was bewegt...