„Unser Vater“

Wieso sollte ich zu Gott beten?

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Ohne Zweifel: Beten hilft.
Es ist doch erstaunlich: Untersuchungen haben ergeben, dass fast alle Menschen beten. Egal, ob religiös oder nicht – hier gibt es kaum Unterschiede. Spätestens dann, wenn es uns wirklich schlecht geht, schicken wir ein Gebet in Richtung Himmel.

Ganz tief im Innern weiss oder ahnt jeder Mensch, dass es eine höhere Macht gibt. Das gilt für alle Völker und Kulturen. In vielen Religionen ist das Gesicht dieser „höheren Macht“ jedoch zweischneidig: Man empfindet eher Furcht als Vertrauen und sucht nach Wegen, um sich vor dieser unberechenbaren Macht zu schützen. Denn Gott ist der große Unbekannte, über den man wenig oder nichts weiß. Manche Menschen hingegen glauben nur an ein unpersönliches Schicksal, eine Art kosmische Maschine oder abstraktes System. Darum wenden sie sich häufig an Mächte, die ihnen näher und ansprechbarer erscheinen, wie Geister, Engel und spirituelle Wesen, in der Hoffnung, dass diese sie schützen.

Mitten in dieses verwirrende Bild hinein fällt eine Aussage von Jesus Christus, in der er erklärt, wie wirkliches Beten aussieht: „Bittet, so wird euch gegeben! Suchet, so werdet ihr finden! Klopft an, so wird euch aufgetan!“ So einfach und direkt soll das Gespräch mit Gott sein? Die Frage, die hinter unserem Zweifel steckt, lautet: Wie ist Gott eigentlich? Denn allein davon hängt ab, wie wir beten können. Und auch hier gibt Jesus eine klare Auskunft: „Wenn schon ihr euren Kindern gute Gaben gebt, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen gute Gaben geben, die ihn darum bitten!“

Das ist der Schlüssel: Gott, der Allmächtige, der alles geschaffen hat, will sich uns als „unser Vater“ zeigen. Wer Gott so kennen lernt, für den ist Gebet keine Pflichtübung mehr, sondern Ausdruck einer ganz persönlichen Beziehung. Diese Einladung wird am Anfang des Johannesevangeliums so ausgedrückt: „Allen, die Jesus aufnahmen, gab er das Recht, Gottes Kinder zu sein“ (Johannes 1,12). Wer das erlebt, für den gibt es keinen Zweifel mehr: Beten hilft.

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Autor: Roland Werner

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