Glaubensfragen

Macht Gott Fehler?

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Wenn der Mensch Gottes Ebenbild sein soll, ist Gott nicht genau so wie die Menschen?
Wenn man sich die Menschheit so anschaut, könnte man meinen, sie wäre Gottes grösster Fehler. Sie zerstört die Natur und den eigenen Lebensraum, zerstört sich selbst und kommt sich dabei noch gut vor. Sind die Menschen ein Fehlversuch Gottes?

Wenn man die perfekte Natur betrachtet, das Wunder, wie aus einer Raupe ein Schmetterling wird, wie Tag und Nacht sich ablösen, wie vollkommen die Sonne und die Planeten zusammenspielen, fragt man sich schon, was das soll, dass einzig der Mensch so ausser Kontrolle geraten ist. Warum lässt Gott das zu? Oder war es ein Versehen?

Der Mensch, Gottes Ebenbild?

Gott hatte die perfekte Erde geschaffen. Und dann sagte er: «Jetzt wollen wir den Menschen machen, unser Ebenbild, das uns ähnlich ist» (Die Bibel, 1. Mose, Kapitel 1, Vers 26). Wenn der Mensch Gottes Ebenbild sein soll, ist Gott also genau so wie die Menschen? Ein egozentrischer, geiziger, machthungriger, arroganter Gott? - Nein danke! Gott sei Dank schreibt die Bibel etwas anderes. Sie beschreibt Gott als den vollkommen guten Vater (Matthäus-Evangelium, Kapitel 5, Vers 48). Was ist also mit dem Ebenbild Mensch schief gegangen?

Freiheit und Liebe über allem

Gott wollte, dass der Mensch ihm selbst ähnlich ist. Deswegen schenkte er ihm Freiheit und Mündigkeit. Er gab ihm die Möglichkeit, eigenständig grundlegende Entscheidungen zu treffen. Gott wollte keine kontrollierten, gesteuerten Marionetten. Er wollte eigenständige Menschen, mit denen er echte Freundschaft und Beziehung aufbauen kann. Es war seine Idee, mit den Menschen eine Liebesbeziehung zu leben, den Menschen aber freizustellen, ob sie auch Gott lieben möchten. Denn echte Liebe erzwingt nichts. Gott wusste, dass durch diese Eigenständigkeit und Freiheit auch Fehler passieren würden. Aus Liebe nahm er in Kauf, dass die Menschen sich auch gegen ihn entscheiden und seine Schöpfung zerstören könnten. Trotzdem gab er den Menschen die Freiheit, auch schlechte Entscheidungen zu treffen.

Freundschaft trotz Verfehlungen

Wenn Gott den Menschen in diesem Wissen erschaffen hat, sind Fehler für ihn scheinbar keine Katastrophe. Liebe ist ihm wichtiger als Perfektion. Auch heute noch hat der Mensch die Freiheit, sich Gott zuzuwenden. Und anders als viele erwarten, zählt er einem nicht erst alle Vergehen, Fehler und Missgeschicke auf. Man muss nicht perfekt und gut werden, bevor man Gott gegenübertreten kann. Er ist der Vater, der sich freut, wenn sein Kind einfach zu ihm kommt, so wie es ist.

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Autor: Miriam Hinrichs
Quelle: Jesus.ch

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