Wie kann man Jesus kennenlernen und erleben? - Das ist die entscheidende Frage.
Christen sprechen in feierlichen Gottesdiensten ihr Glaubensbekenntnis oder sie lernen es im Glaubensunterricht ihrer Kirche. Das sind formulierte Lehrsätze über den dreieinigen Gott und vieles andere mehr. Muss man diese erst kennen und hersagen können, wenn man Christ sein will?
Es war eine lange Auseinandersetzung für die Christen der ersten Jahrhunderte, bis sie verbindlich formuliert hatten, was es mit Gott als Vater, Sohn und Heiligem Geist und mit der Menschwerdung von Jesus auf sich hat. Es kam zu Formulierungen, um die lange gerungen und gestritten wurde. Ein zentraler Aspekt war, dass Jesus ganz Mensch und ganz Gott ist, also ohne Abstriche in sich beide Wesens-Naturen vereint. Jesus Christus ist also kein Mensch, der erwählt und Gott wurde und er war auch kein Gott, der durch sein menschliches Leben seine ursprüngliche göttliche Natur verlor.
Auch für die Jünger schwierig
Selbst die Jünger, die immerhin drei Jahre mit Jesus unterwegs waren, wussten nicht so recht, mit wem sie es zu tun hatten. Sie erlebten seine Liebe und Macht, aber sie lernten und erlebten erst nach und nach, wer Jesu war. Sie sprachen von ihm als Propheten, als Heiligen Gottes und als Messias. Selbst nach dem Tod und der Auferstehung von Jesus erwarteten sie noch, dass Jesus Israel politisch führen und aus der Besatzung und Vorherrschaft der Römer herausführen würde.
Wir leben in einer Zeit, in der die Kirchenbekenntnisse eine immer geringere Bedeutung haben. Heute fragen Menschen nicht nach Glaubenssätzen, sondern danach, welche Relevanz der Glaube für ihr Leben hat. Im Gespräch und im Reden über Jesus ist es weniger bedeutsam, was eine Kirche über Jesus glaubt und verkündigt. Wer sich für den christlichen Glauben interessiert, will wissen, was es für eine Bewandtnis mit Jesu hat, nicht in theologischen Kategorien, sondern in der Kategorie, was Jesu dem eingenen Leben tun hat und der Glaube (positiv) verändern kann.
Kein Eintritts-Ticket
Glaubensbekenntnisse drücken komprimiert aus, wer Jesu Christus und sein himmlischer Vater sind. Aber sie sind kein Eintritts-Ticket, so wie eine Prüfung, die man zuerst bestehen muss, bevor es weitergeht. Diese Dinge sind richtig und wichtig. Aber viel entscheidender ist zunächst die Frage, wie man diesen Jesus kennenlernt und erlebt.
Es gibt eine Begebenheit, die in der Bibel im Evangelium des Jüngers Johannes beschrieben wird. Da sind zwei Männer, die von Jesus gehört haben und ihn als Rabbi, also als Lehrer ansprechen. Sie laufen Jesus hinterher und wollen wissen, wo er wohnt. Gemeint ist, sie wollen ihn begleiten, kennenlernen und erleben. Jesus antwortet darauf denkbar unkompliziert. Er drehte sich zu den zwei Männern um und sagt zu Ihnen: «Kommt mit und seht selbst, wo ich wohne!» Es heisst in der Darstellung von Johannes: «Es war ungefähr vier Uhr nachmittags, als sie mit Jesus gingen; und sie blieben bei ihm bis zum Abend.» Jesus lädt alle Menschen ein, ihn kennenzulernen. Da braucht es vorher keine Prüfung und kein Lernen von Lehrsätzen. Was es braucht, ist die simple Bereitschaft, ihn kennenzulernen.
Mit einer Pfingstkonferenz will die Vineyard-Bewegung über Pfingsten den geistlichen Aufbruch in Europa fördern. Wer ist die Vineyard, und was bewegt...