Innere Haltung

Segnen statt fluchen

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Bei dem Wort «Fluch» denken viele Menschen an Kraftausdrücke oder Woodoo-Zauber. - Ist das gemeint, wenn es heisst, Christen sollen andere Menschen segnen und nicht verfluchen?

Früher waren Verwünschungen genauso wie Segensgrüsse im menschlichen Miteinander an der Tagesordnung. Man rief die höheren Mächte an, um einander Gutes oder Schlechtes zu wünschen. Heute ist das von eher untergeordneter Bedeutung. Wer verflucht schon andere in dieser Weise, ausser vielleicht hartgesottene Spiritisten oder Woodoo-Anhänger?

Was ist gemeint mit segnen und fluchen?

Worum aber geht es beim Segnen oder Fluchen heute, abseits von Magie und Ritual? Segnen meint über jemanden Gutes reden und es ihm wünschen; Fluchen ist das genaue Gegenteil.

Fluchen ereignet sich heutzutage recht subtil: Wenn wir über andere schlecht reden, sagen wir nicht mehr «Der oder die sei verflucht»; wir drücken uns da sozusagen kultivierter aus. Wir äussern unsere Bedenken und unsere negativen Einschätzungen über andere, wir kritisieren sie oder beschreiben deren Zukunft als problematisch.

Testen Sie Ihre innere Einstellung

Aber was soll daran falsch sein? Gehören solche Worte nicht dazu, wenn man sich über andere seine Gedanken macht? - Wenn Sie herausfinden wollen, ob Ihre kritische oder abweisende Haltung gegenüber einer Person etwas mit Fluchen zu tun hat, dann machen Sie folgenden Versuch.

Stellen Sie sich vor, dass der betreffende Mensch Erfolg hat. Wie geht es Ihnen innerlich bei diesem Gedanken? Können Sie ihm das von ganzem Herzen wünschen und sich vielleicht sogar für ihn mitfreuen? Oder regt sich hier doch ein energischer Widerstand in Ihnen? Wenn Sie Ersteres nicht können, haben Sie sich vermutlich auf eine Haltung des Fluchens festgelegt, und die schadet neben dem anderen und auch Ihnen selbst.

Von der Ablehnung zum Fluch

In einem Streit ist es oft nur ein kleiner Schritt, dass wir dem anderen nicht mehr Gutes wünschen wollen oder können. Man gleitet schnell von Antipathie hinüber zu Argwohn, Neid oder Missgunst. Man geht also nicht nur auf Distanz zu ihm, sondern hofft auf eine negative Entwicklung. Denn das würde unsere Einschätzung von ihm so richtig bestätigen und zeigen, dass «es ihm recht geschieht».

Sich am Leben freuen

Die Haltung, anderen mit guten Worten zu begegnen und sie zu segnen, hat Petrus vor längerer Zeit in eindrücklichen Worten beschrieben. Petrus gehörte zu den ersten Menschen, die Jesus nachfolgten. An verschiedene Gemeinden schrieb er später: «Geht barmherzig miteinander um, und seid nicht überheblich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem. Bleibt freundlich, auch wenn man euch beleidigt, und bittet Gott um seinen Segen für den anderen. Denn ihr wisst ja, dass Gott auch euch dazu berufen hat, seinen Segen zu empfangen.» (1. Petrusbrief 3,8-9)

Das ist es, was der Vater im Himmel jedem Menschen anbietet: seinen Segen. Das heisst, Gott selber spricht Gutes über einen Menschen aus und lässt es ihm auch zuteil werden. Christen - Menschen, die mit ihm leben - sollen es ihm gleichtun. Sie können es sich leisten.


Autor: Norbert Abt
Quelle: Jesus.ch

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