Weihnachten – das lässt, trotz des Winters, keinen kalt. Die einen freuen sich darauf, andere würden es am Liebsten ausfallen lassen oder verreisen. Warum ist das so?
Mit dem Fest, das an die Geburt von Jesus erinnert, verbinden sich für viele Erwartungen, für die einen Hoffnungen und für andere eher Befürchtungen. Weihnachten ist das Fest der Familie. Und wenn jemand keine engen Familienbeziehungen hat, dann feiert er es mit engen Freunden.
Damit geht es an diesem Tag vor allem um eines: Nähe. Und so mancher, der das Fest und das ganze Drumherum ablehnt, sagt im Kern: «Mach’ jetzt keinen auf heile Welt» und vor allem «Komm mir nicht zu nahe!»
Der Winter verstärkt es noch
Das Thema «Nähe» wird durch die Jahreszeit noch zusätzlich verstärkt. Wäre das Weihnachtsfest im Frühjahr oder Sommer, würde sich damit ein ganz anderes Lebensgefühl verbinden: Man würde auch draussen etwas machen, das Fest wäre offener, nicht so abgeschlossen und mit der Enge der eigenen vier Wände verbunden; so aber sitzt man viel zusammen.
Für die einen ist Nähe etwas, was sie sich wünschen, bei anderen löst es eher einen Abwehrreflex aus. Und was macht man nun mit dieser Erkenntnis? Es könnte der Anlass sein, sich einmal damit zu befassen, was man mit Nähe anderer Menschen verbindet.
Was verbinden Sie mit Nähe?
Ist Nähe etwas, was Sie sich wünschen oder was Sie eher schreckt?
Wo haben Sie schlechte und wo gute Erfahrungen mit Nähe gemacht? – Entscheidend dafür, wie wir es mit Nähe halten, sind meist die Erfahrungen, die wir als Kinder gemacht haben. Später dann sind es vor allem Partnerschaften, die unsere Hoffnungen, aber auch unsere Ängste bestimmen.
Gibt es Menschen, die Sie noch wirklich an sich heranlassen? Menschen, die ihnen etwas sagen, die Sie auch kritisieren oder Ihnen etwas raten dürfen? Menschen, denen Sie ehrlich sagen, wie Sie sich fühlen und die Anteil nehmen (dürfen) an Ihrem Leben.
Gott will Nähe
Weihnachten ist auch noch aus einem ganz anderen Grund, das Fest der Nähe: Es erinnert daran, dass Gott nicht weit weg oder gar unerreichbar ist. Gott sucht die Nähe zu den Menschen, in dem er selbst Mensch wurde.
Der christliche Lehrer Paulus beschrieb das so: «Seht auf Jesus Christus...Obwohl er in göttlicher Gestalt war, hielt er nicht selbstsüchtig daran fest, Gott gleich zu sein...Er nahm menschliche Gestalt an und wurde wie jeder andere Mensch geboren...» (Die Bibel, Brief des Paulus an die Philipper, Kapitel 2, Verse 5-7)
Jesus, der Sohn Gottes, wurde Mensch. Nicht, weil er Lust auf ein cooles Abenteuer auf der Erde hatte, sondern weil der Vater im Himmel ihn schickte. Johannes, der am engsten mit Jesus verbunden war, drückt es so aus: «Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben.»
Es ist an Ihnen, wie Sie es damit halten. Wie nah Ihnen Gott kommt, entscheiden Sie!
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