Das Gedächtnis

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Der amerikanische Bibelgelehrte Robert Dick Wilson lernte 45 alte Sprachen und Dialekte. Eine Gruppe jüdischer Gedächtnisexperten konnte die zwölf riesigen Bände des Babylonischen Talmud auswendig aufsagen.

Arturo Toscanini war dafür bekannt, dass er die Partitur einer Symphonie studierte und sie anschliessend, Note für Note, perfekt im Gedächtnis hatte.

Wolfgang Amadeus Mozart hörte in Rom den Sixtinischen Chor das berühmte Miserere von Gregorio Allegri singen. Die Partitur dieses Stückes galt als Privatbesitz des Chores und durfte nicht veröffentlicht werden. Nachdem er es gehört hatte, schrieb Mozart es zu Hause aus dem Gedächtnis auf.

Im Jahre 1858 spielte Paul Morphy mit verbundenen Augen simultan gegen acht Schachspieler! Seine Gegner waren die acht besten Spieler von Paris. Sobald sie ihre Züge angesagt hatten, erinnerte er sich des Spielstandes und ordnete seinen Gegenzug an. Jeder, der ein Spiel mit verbundenen Augen fertig bringt, ist schon bemerkenswert gut. Er schaffte es gegen acht. Kein Wunder, dass man ihn den Mozart des Schachspiels nannte. 1

Vererbung

Wir alle wissen, dass Kinder ihren Eltern oft hinsichtlich des Gesichtsausdrucks, der Haarfarbe, des Knochenbaus, ja, selbst im Hinblick auf ihre Gangart ähnlich sind. Wie aber ist es möglich, dass ein Mensch die poetische Ader erben kann? Wie können die Gene das Talent eines Malers oder Musikers übertragen? Doch genau das ist der Fall!

Gefühle - Angst, Zorn, Kummer, Depressionen

In Krisenzeiten pumpt der Körper automatisch Adrenalin ins Blutsystem, und zwar gerade soviel wie nötig. Woher weiss der Körper das?

Der Blutkreislauf

Vier Wochen nach der Empfängnis fängt das Herz an zu schlagen und schlägt von da an unentwegt und unbeirrbar ein ganzes Leben lang weiter. Es pumpt 100 000mal am Tag, und das manchmal 100 Jahre lang, ohne Erholungs- oder Reparaturpausen.

Bei einer Grösse von einer Faust pumpt dieses unermüdliche Wunderwerk pro Minute 8,5 Liter Blut. Dadurch verteilt es Sauerstoff und Nährstoffe, schafft Abbauprodukte fort und regelt die Körpertemperatur. Im Lauf eines 70jährigen Lebens schlägt es 2,3 Milliarden Male, ohne dass es von aussen geölt werden müsste. Ist das nicht toll?

Fortsetzung: Das Wunder der Reproduktion

1 William Hartston, The Kings of Chess (New York: Harper & Row, Publishers, 1985), Seiten 44, 71.


Autor: William Mac Donald
Quelle: Ein Gott der Wunder tut

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