Der Schritt in die Öffentlichkeit

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Taufe von Jesus
Bis zu jener Zeit war Jesus in Nazareth, der Heimatstadt seiner Eltern, aufgewachsen und hatte dort als Zimmermann gearbeitet. Aber eines Tages liess er alles hinter sich zurück und ging zu Johannes, um sich taufen zu lassen.

Als Jesus hörte, dass Johannes am Jordan predigte und Leute taufte, wusste er: Es war für ihn an der Zeit, seiner wahren Berufung nachzugehen. Nach seiner Taufe begann Jesus das neue Leben eines wandernden Lehrers und Heilers, der dem Volk Israel die frohe Botschaft vom Anbruch der Herrschaft Gottes überbrachte. Jesus betrachtete offensichtlich seine Taufe als ersten Schritt auf dem Weg zur Verwirklichung des Auftrags, den ihm Gott erteilt hatte.


Ein Wort vom Himmel

Warum liess Jesus sich taufen? Matthäus berichtet über die Taufe Jesu: "Zu dieser Zeit kam Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Johannes aber wollte es nicht zulassen, und er sagte zu ihm: Ich müsste von dir getauft werden, und du kommst zu mir? Jesus antwortete ihm: Lass es nur zu! Denn nur so können wir die Gerechtigkeit (die Gott fordert) ganz erfüllen. Da gab Johannes nach. Kaum war Jesus getauft und aus dem Wasser gestiegen, da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe" (Matthäus 3,13-17).

Hingabe an Gott

Warum wollte Jesus von Johannes getauft werden? Als Gottes Sohn musste er sich nicht bekehren, denn er hatte keine Sünden, von denen er sich hätte abkehren müssen.

Jesus überredete Johannes dazu, ihn zu taufen: Lass es nur zu! Denn nur so können wir die Gerechtigkeit (die Gott fordert) ganz erfüllen." Obwohl diese Antwort Jesu verschieden gedeutet werden kann, steht eines fest: Jesus verstand seine Taufe als eine Möglichkeit, sich zu Beginn seiner dreijährigen Tätigkeit öffentlich Gott zu weihen. Er wusste, dass dies Gottes Wille war.

Als Jesus aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. Während seines öffentlichen Wirkens bezeichnete Jesus manchmal die Leiden und Schmerzen seines herannahenden Todes als "Taufe". So gesehen, nahm Jesus in seiner Taufe durch Johannes ein Leben auf sich, das ihm sehr viel Leid und Schmerzen bereiten würde.

Die Stimme und die Taube

Am Jordan bekannte Jesus öffentlich seinen festen Entschluss, Gott zu gehorchen und den Dienst des Leidens auf sich zu nehmen. Dafür erhielt er Kraft und Mut von Gott. Jesus sah etwas wie eine Taube zu sich herabsteigen und hörte eine Stimme zu sich sagen: "Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe".

Gott sicherte Jesus zu, dass er die bevorstehenden Lebenskämpfe nicht allein durchstehen müsse. Er bekundete seine Freude über das Verhalten Jesu und zeigte offen, dass er ihm beistehen werde. Indem er ihn mit "mein Sohn" anredete, wies Gott Vater schon auf seine Herkunft und auf die künftige Mission Jesu hin. Jesus hatte sich seinen Lebensauftrag nicht einfach selbst ausgedacht, sondern Gott hatte ihn zu dieser Aufgabe berufen.

Datum: 28.03.2002
Autor: David Watson/Simon Jenkins
Quelle: Jesus 2000, Verlag Herder

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