Jesus, der Kommunikator: Einfache Worte für ungewöhnliche Aussagen
Jesus vor den Pharisäern
Ohne Kommunikation gibt es keine menschlichen Beziehungen. Mit welchen rhetorischen Mitteln hat eigentlich Jesus seine Botschaft vermittelt? Mit einfachen Wörtern, schnörkellosen Sätzen und scharfen Vergleichen.
Sein Reden hob sich deutlich vom Sprachgebrauch der Schriftgelehrten ab. Ganze Sätze bestehen bei ihm manchmal nur aus ein- und zweisilbigen Wörtern: "Wovon das Herz voll ist, davon geht der Mund über!" Man brauche gewöhnliche Worte und sage ungewöhnliche Dinge!
Schnörkellose Sätze, geradeaus geschrieben, niemals überfrachtet: "Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan" (Matthäus 7,7). Die kraftvolle Sprache von Jesus fesselt noch heute.
Die Macht der Bilder
Das Auffallendste und Wirkungsvollste an der Sprache von Jesus ist die Macht seiner Bilder und Vergleiche. "Nehmt euch in Acht vor denen, die falsche Lehren verbreiten! Sie tarnen sich als sanfte Schafe, aber in Wirklichkeit sind sie reissende Wölfe" (Matthäus 7,15). Ein zweites Beispiel: " Warum kümmerst du dich um den Splitter im Auge deines Bruders und bemerkst nicht den Balken in deinem eigenen?" (Lukas 6,41). Oder: "Sammelt keine Schätze hier auf der Erde! Denn ihr müsst damit rechnen, dass Motten und Rost sie zerfressen oder Einbrecher sie stehlen" (Matthäus, 6,19).
Die Bilder können sich zu einer Drastik steigern, die erschreckt: "Wenn dich dein rechtes Auge verführen will, dann reiss es aus und wirf es weg!" (Matthäus 5,29). Und im Gleichnis vom Verlorenen Sohn spricht der ältere, der fleissige Bruder: "Aber der da, dein Sohn, hat dein Geld mit Huren durchgebracht; und jetzt kommt er nach Hause, da schlachtest du gleich das Mastkalb für ihn" (Lukas 15,30).
Da verschlägt es einem die Sprache
Ihren Ursprung hat die Bildersprache dort, wo der Sprechende ein Bild, das allen Zuhörern physisch sichtbar ist, unmittelbar in Worte verwandelt. Einmal wollen die Pharisäer ihn hereinlegen. Da deutet Jesus auf eine Münze mit dem Porträt des Kaisers und verblüfft sie mit dem Satz: "So gebt dem Kaiser, was dem Kaisers zukommt, und Gott, was Gott gehört." Und die Pharisäer – "verwunderten sich sehr und schwiegen" (Lukas 19,26).
Die Knechte der hohen Herrn von Jerusalem hatten recht, als sie sagten: "So wie dieser Mensch hat noch keiner gesprochen" (Johannes 7,46). Matthäus kommentiert die Sprache der Bergpredigt: "Denn er predigte gewaltig und nicht wie die Schriftgelehrten". Was er sagte, ging den Menschen unter die Haut – wie sonst hätte er die Welt so bewegen können?
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