Ist Jesus wirklich aus dem Tod auferstanden? Diese Frage beschäftigt Menschen seit Jahrhunderten. Unter anderem wird behauptet, Jesus sei nicht von den Toten auferstanden, denn er sei am Kreuz gar nicht gestorben.
Die „Ohnmachtstheorie“ besagt, dass Jesus bloss ohnmächtig war, als er vom Kreuz genommen wurde. Das kühle Felsengrab habe ihn wieder zur Besinnung gebracht, dann sei er aufgestanden und weggegangen. Da die medizinischen Kenntnisse damals noch gering waren, hätten die Anhänger Jesu irrtümlich angenommen, ihr Rabbi sei tot gewesen.
Doch die Augenzeugenberichte der Bibel widersprechen dieser Theorie. Während seiner Verhandlung wurde Jesus von den Römern gefoltert. Die biblischen Berichte halten fest, dass Jesus so geschwächt war, dass er kaum bis zum Ort der Hinrichtung gehen konnte (Matthäus-Evangelium 27,31-32).
Die Nägel, mit denen man ihn an den Kreuzbalken nagelte, zerfetzten ihm Adern und Sehnen. Am Kreuz litt Jesus unter Wundfieber, Atemnot und entsetzlichen Schmerzen. Als er nach einigen Stunden tot am Kreuz hing, stach ein römischer Soldat mit einem Speer in seine Seite, worauf Blut und Wasser heraus flossen – ein Phänomen, das auf einen Herzriss zurückzuführen ist (Johannes 19,33-34).
Gemäss den Aussagen der Kreuzigungs-Zeugen war Jesus zweifellos tot. Nach seinem Sterben wurde sein Körper vom Kreuz genommen, nach jüdischem Brauch in ein Leintuch gehüllt und in ein Höhlengrab gelegt. Dann wurde ein grosser Stein vor die Grabhöhle gerollt.
Ist es einleuchtend, dass Jesus nach all diesen Torturen nur scheintot gewesen sein soll? Dass er sich befreien und sogar den tonnenschweren Stein hätte wegschieben können? Ausserdem hätte er vier römische Legionäre überwältigen und mit durchbohrten Füssen und einer Stichwunde in der Herzgegend davongehen müssen!
Wurde der leblose Körper Jesu gestohlen?
Die Behauptung, der leblose Körper Jesu sei aus dem Grab gestohlen worden, wurde schon früh verbreitet. Laut dem Evangelisten Matthäus hat die jüdische Elite diese Behauptung aufgestellt, nachdem sie von den Wachen vernommen hatte, dass das Grab leer war: „Diese berieten mit den Führern des Volkes, was sie nun tun sollten. Schliesslich gaben sie den Soldaten Geld und befahlen ihnen: ‚Erzählt überall: In der Nacht, als wir schliefen, sind seine Jünger gekommen und haben den Toten gestohlen'.“ (Matthäus 28,12-13).
Offensichtlich hat die jüdische Elite den Bericht vom leeren Grab nicht in Zweifel gezogen. In ihren Augen durfte es einfach nicht sein, dass Jesus auferstanden war. Somit bestachen sie die Wachen, um die Tatsache der Auferstehung zu negieren. Aus den Aufzeichnungen von Kirchenvätern wie Justin und Tertullian geht hervor, dass die Diebstahlstheorie unter Juden noch einige Zeit populär war.
Aber: Es wäre für die Jünger unmöglich gewesen, den Leichnam aus dem Grab zu entfernen, denn am Tag der Grablegung wurde der Eingang der Höhle durch die religiöse Führung versiegelt (Matthäus 27,66). Es wäre unmöglich gewesen, den Leichnam zu stehlen, ohne das amtliche Siegel zu brechen.
Gingen die Jünger zum falschen Grab?
Die Bibel berichtet, dass einige Frauen, die der Kreuzigung beigewohnt hatten, am Sonntagmorgen zum Grab Jesu gingen. Oft wird behauptet, die Frauen seien zum falschen Grab gegangen. Da jenes leer war, meinten sie, Jesus sei auferstanden. Das Bekenntnis zur Auferstehung Jesu wäre folglich ein Missverständnis.
Diese Theorie setzt aber so viele Verwechslungen voraus, dass diese schon fast an ein Wunder grenzen. Die Wachen hätten vor dem falschen Grab Wache gestanden. Kaum denkbar, denn auf Versagen bei solchen Aufträgen stand bei den Römern die Todesstrafe. Die Jünger Jesu und die Frauen hätten das Grab verwechselt, obschon es heisst: „Maria aus Magdala und Maria, die Mutter von Joses, sahen zu und merkten sich, wo Jesus lag“ (Markus 15,47). Die Frauen hatten also genau darauf geachtet, in welches Grab Jesus gelegt wurde. Folglich gingen sie am Sonntagmorgen zum richtigen Grab – und dieses war leer!
Ist die Auferstehung eine Einbildung?
Wäre es möglich, dass die Jüngerinnen und Jünger sich alles nur einbildeten? Die Bibel berichtet davon, dass sie Jesus nach seiner Auferstehung sahen und mit ihm sprachen. Bildeten sie sich das bloss ein? Litten sie unter Halluzinationen?
Halluzinationen sind irrtümliche Wahrnehmungen. Sie erfordern bei den Betroffenen eine erwartungsvolle Gemütseinstellung. Die Halluzinationstheorie besagt, dass die Jünger so sehr auf die Auferstehung hofften, dass sie meinten, Jesus zu sehen und daraus fälschlicherweise schlossen, er sei auferstanden.
Doch die Berichte der Bibel über die Auferstehung sind sehr sachlich abgefasst. Von einer übertriebenen Erwartungshaltung keine Spur. Unter den Jüngern herrschte sogar zuerst eine grosse Skepsis gegenüber der Auferstehung. Einer von ihnen – Thomas – sagte sogar, er werde die Auferstehung erst akzeptieren, wenn er mit seinen Händen die Wunden von Jesus berührt habe. Als Thomas Jesus etwa eine Woche nach der Auferstehung begegnete, erlaubte ihm Jesus, seine Wunden zu berühren. Thomas tat es, und von da an bestand auch für ihn keinen Zweifel daran, dass Jesus auferstanden war (Johannes 20,24-29).
Die Bibel weiss von mehr als zehn Begegnungen, welche die Jünger mit Jesus nach seiner Auferstehung hatten. Einmal sahen ihn fünfhundert Leute auf einmal. Alles Einbildung? John Stott, ein bekannter englischer Theologe, folgert: Ihr Glaube gründete sich auf harte Tatsachen, die ihnen so begegnet waren, dass sie sich ihnen schliesslich nicht entziehen konnten.“
Ist die Auferstehung ein Mythos?
Weit verbreitet ist die Behauptung, die Jünger hätten eine Erklärung für den unerwarteten Tod von Jesus gebraucht und darum die Auferstehungsgeschichte erfunden. Ihre Enttäuschung über den gewaltsamen Tod des Meisters sei so gross gewesen, dass sie sich nicht damit hätten abfinden können und einfach erzählt hätten, er sei auferstanden. Die Auferstehung sei somit nichts als ein Mythos.
Diese Behauptung stempelt die Jünger Jesu zu Lügnern, obschon sie als vernünftige und integere Persönlichkeiten galten. Wenn die Auferstehung ein blosser, von den Anhängern Jesu in die Welt gesetzter Mythos wäre, hätte der Glaube an die Auferstehung keine grossen Auswirkungen gehabt. Doch das Gegenteil war der Fall: Thomas, der Realist und Zweifler, wurde an Jesus gläubig, und Petrus, ein Versager, wurde zu einem mutigen Verfechter des christlichen Glaubens.
Die Jünger waren von der Auferstehung Jesu so überzeugt, dass sie für ihren Glauben sogar den Märtyrertod auf sich nahmen. Schon bald nach der Auferstehung wurden die Jünger – man nannte sie später die ersten Christen – von den jüdischen Behören unter Druck gesetzt. Sie wurden verhaftet und gefoltert und einige brachte man um. Doch die ersten Christen liessen sich nicht einschüchtern, sie nahmen für ihren Glauben an Jesus Christus sogar den Tod in Kauf. Nun stirbt aber niemand für eine Lüge, sondern nur für etwas, wovon er zutiefst überzeugt ist. Spätestens in der Situation der Verfolgung hätten die ersten Christen ihren Glauben aufgegeben – wenn Jesus nicht aus dem Tod auferstanden wäre.
Die Tatsache der Auferstehung
Der Glaube an die leibliche Auferstehung von Jesus Christus ist nicht ein Glaube wider besseres Wissen. Er gründet vielmehr auf geschichtlich verbürgte Ereignisse. Die geschichtlichen Dokumente des Neuen Testamentes, die aufgrund von Augenzeugenberichten entstanden, lassen nur den einen Schluss zu: Jesus Christus ist tatsächlich aus dem Tod auferstanden!
Autor: Pfr. Roland Hardmeier, redigiert von Fritz Imhof
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