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Dass dies nichts Neues ist, zeigt der Briefwechsel des Apostels Paulus mit den Christen in Korinth, bloss 20 Jahre nach dem Tod und der Auferstehung von Jesus. Korinth war eine Weltstadt, reich an Kulturen, Bräuchen, Kulten und Religionen. Paulus schrieb:
„Die Juden fordern Zeichen, und die Griechen fragen nach Weisheit, wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit; denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit“ (1.Korinther 1,18-25).
Die beiden Gruppen, die Juden und die Griechen, stehen hier für zwei Menschentypen mit je eigenen Erwartungen.
Zum einen erwarteten viele Juden, dass Jesus als Messias die Römer aus dem Lande jagen, als politischer und religiöser Führer zugleich auftreten und das Land regieren müsste. Doch was tat dieser Jesus, was verkündete und wie starb er? Die Zeichen des Messias, die in ihren Augen nötig gewesen wären, tat er nicht. Er stieg nicht vom Kreuz herunter, um den römischen Soldaten die Stirne zu bieten. Ein Skandal, ein Ärgernis – dieser Mensch konnte nicht der Retter sein!
Sind die Gedanken jener Juden uns heute so fremd? Könnte man sich da nicht wiederfinden? "Wenn es Gott wirklich gibt und wenn Jesus Christus wirklich der Retter der Welt ist, dann müsste er das und das zuerst tun, damit ich glaube". Endlos ist die Liste der Bedingungen.
Die Griechen, der zweite Menschentyp, sahen es als "Torheit", als völligen Schwachsinn an, dass ein so furchtbar Hingerichteter eine "Heilsfigur" sein sollte.
Wie steht es heute? Ist diese Meinung nicht allzu bekannt? "Dieser Jesus muss in mein Denksystem passen, sonst glaube ich nicht an ihn". "Das geht doch nicht, dass ein angeblich gerechter Gott soviel Ungerechtigkeit zulässt." "Ein Gott der Liebe kann doch nicht soviel Böses geschehen lassen". Endlos ist die Liste der Anklagen.
Die Juden brauchten nicht nur Rettung von ihren schlechten Taten und die Heiden brauchen nicht nur Befreiung von ihren bösen Gedanken, wie sie meinten, sondern der Mensch als Ganzes braucht Rettung, weil er mit Haut und Haaren verloren ist.
Klar: Das Denken ist nicht perfekt; da haben die Griechen recht. Und auch das Handeln könnte besser sein; da muss den Juden zugestimmt werden. Die Rettung geschieht aber nicht dadurch, dass das Denken optimiert und das Handeln verbessert wird. Denn der Mensch als Ganzes ist verloren.
Wie sieht die Rettung aus dieser Misere aus? Die Rettung heisst Jesus Christus, der Gekreuzigte. Er bezahlte mit seinem Tod für die Schuld, die die Menschen von Gott trennt. Das Kreuz von Jesus Christus zeigt Gottes Kraft an. In ihm kommt auch die Weisheit Gottes zum Ausdruck, sagt Paulus.
Wovon müssen die Menschen denn errettet werden? In was für eine Art von Lawine sind sie geraten? Die Lawine begann den Berg hinunterzustürzen, als sich die Menschen von Gott abgewandt hatten. Da kamen viele Dinge ins Rollen. Ein Mensch, der fern von Gott lebt, von ihm entfremdet ist, begibt sich unter neue Lebensbedingungen, unter eine neue Herrschaft. Es ist die Herrschaft des Todes und des Bösen.
Von Gott entfremdet sein kann bedeuten: nicht mit Gottes Kraft, seiner Fürsorge und Liebe im eigenen Leben zu rechnen. Nicht mit Gott eine Beziehung zu pflegen, sondern ihn nur als Feuerlöscher zu benützen. Sich nicht an Gottes gute Lebensregeln zu halten, andere auszunützen und sie zu verletzen.
Wenn Paulus vom Gekreuzigten redet und ihn als Retter verkündigt, meint er eine dreifache Rettungsaktion durch Jesus Christus: Er rettet erstens aus der Entfremdung von Gott, d.h. er bringt Menschen, die an ihn glauben, nach Hause, zu Gott zurück. Und dadurch rettet er sie zweitens vor der Macht des Bösen und des Todes. Denn wer zu Gott nach Hause zurückgekommen ist, befindet sich wieder unter seiner Herrschaft. Er erlangt drittens Anteil an Gottes Herrlichkeit und dem ewigen Leben. Dazu kommt eine neue Qualität von Beziehungen zu Mitmenschen.
Auch heute noch hat Jesus Christus den Anspruch, der Retter dieser Welt zu sein. Der Apostel Petrus, der selbst mit Jesus unterwegs war, unterstreicht es: "In keinem andern ist das Heil - als in Jesus Christus -, auch ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir gerettet werden sollen" (Apostelgeschichte 4,12).
Das Spannende: Gott selbst will durch seinen Geist die innere Überzeugung schenken, dass Jesus wirklich der Retter der Menschen ist. Dies geschieht weder durch irgendwelche Zeichen noch durch denkerische Leistungen. Das Einzige, was wir tun können, ist uns innerlich zu öffnen, damit Gott selbst durch seinen Geist wirken kann.
Dann gilt: Gott? Ja! - Jesus Christus? Ja!