BARABBAS

Der Kriminelle, den die Menge vom Kreuz holen liess

Zum Passafest der Juden pflegte der römische Statthalter einen Gefangenen freizulassen. Weil Pilatus Jesus für unschuldig erachtete, liess er das Volk über seine Freilassung entscheiden. Doch das Volk, von religiösen Führern beeinflusst, wollte stattdessen, dass ein anderer Gefangener, Barabbas, freigelassen wurde.

Barabbas war ein berüchtigter Krimineller. Gemäss dem Evangelisten Markus war er mit anderen eingekerkert, die in einem Aufruhr einen Mord begangen hatten (Markus 15,7). Die Berichte des Neuen Testaments machen klar: Christus wurde unschuldig verurteilt und der schuldige Barabbas auf freien Fuss gesetzt. Im Film verspottet Barabbas Christus und lacht ihn aus, weil er ihm vorgezogen wurde; dafür gibt es in den Evangelien keine Anhaltspunkte.

Geschrei schlägt Schläue

„Nun war es üblich, dass Pilatus jedes Jahr zum Passahfest einen Gefangenen begnadigte, den das Volk selbst auswählen durfte. Bei politischen Unruhen war kürzlich jemand ermordet worden. Zusammen mit den Anführern dieses Aufstandes hatte man einen Mann, der Barabbas hiess, gefangengenommen.

Vor dem Palast des Pilatus forderte jetzt eine grosse Menschenmenge die Freilassung eines Gefangenen. ‚Was meint ihr? Soll ich euch den ‹König der Juden› freigeben?’ fragte Pilatus. Denn er wusste genau, dass die Hohenpriester das Verfahren gegen Jesus nur aus Neid angezettelt hatten.

Aber die Hohenpriester hetzten das Volk auf, die Freilassung des Barabbas zu verlangen. Pilatus fragte zurück: ‚Und was soll mit dem Mann geschehen, den man euern König nennt?’ Da brüllten sie alle: ‚Ans Kreuz mit ihm!’

‚Warum denn? Was hat er getan?’ fragte Pilatus. Doch ununterbrochen schrie die Menge: ‚Ans Kreuz mit ihm!’ Weil Pilatus sich fürchtete, gegen diese aufgebrachte Volksmenge zu entscheiden, gab er Barabbas frei. Jesus aber liess er auspeitschen und zur Kreuzigung abführen.“ (Markus 15,6-15)

Datum: 11.03.2004
Quelle: thelife.com

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