Maria, die Mutter von Jesus

Maia Morgenstern

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Maia Morgenstern kam am 1. Mai 1962 in der rumänischen Hauptstadt Bukarest zur Welt. In ihrer Heimat ist sie eine bekannte Bühnen- und Filmschauspielerin. Sie ist Jüdin, Tochter eines Holocaust-Überlebenden.

In Bukarest bekommt sie gelegentlich antisemitische Äusserungen zu hören. Daher wunderten sich europäische Journalisten, als sie erfuhren, dass sie die Rolle der Mutter Jesu im Film von Mel Gibson angenommen hatte.

Die 41-jährige Maia Morgenstern sieht den Film nicht als antisemitisch an. Es stimme zwar, dass der ‚Bösewicht’ der jüdische Hohepriester Kaiphas sei, doch stelle er ganz deutlich das Regime dar, nicht das jüdische Volk. Und: „Regimes haben in der Geschichte stets Individuen mit revolutionären Ideen verfolgt.“

Die rumänische Schauspielerin meint, „The Passion“ sei gegen solche Unterdrückung gerichtet: „Es geht darum, dass Leute offen darüber sprechen können, was sie glauben und denken. Der Film kritisiert den Irrsinn von Gewalt und Grausamkeit, die sich wie eine Krankheit verbreiten können, wenn sie nicht kontrolliert werden.“

Die Familie von Maia Morgenstern erlebte solche Gewalt im Zweiten Weltkrieg: Ihr Grossvater verschwand nach der Verhaftung in Moldawien, ihr Vater überlebte Haftzeiten in den Arbeitslagern der Nazis und der Stalinisten.

Während ihrer Kindheit in Bukarest erlebte Maia Morgenstern selbst den Antisemitismus. Als sie neun Jahre alt war, nannte ein Klassenkamerad sie „Jidan“ – ein Schimpfwort für Juden. „Doch ich wusste von nichts, kam nach Hause und fragte meine Mutter: ‚Wer ist ein Jidan?’“

Nachdem ihre Mutter sich bei der Schulleitung beschwert hatte, setzte die Lehrerin sie der Klasse gegenüber und erklärte, dass sie nicht anders sei als der Rest der Schüler. „Doch das verletzte mich noch mehr, denn mir wurde klar, dass sie ihnen versichern musste, dass ich eine Person wie jede andere war.“

Trotzdem war Maia bald stolz, Jüdin zu sein. Ihre Eltern, die Mathematiker waren, lehrten sie jüdische Geschichte und Philosophie. Mit 15 begann sie, die Bukarester Synagoge zu besuchen. „Ich verliebte mich in den Klang des Hebräischen.“ Am Yom Kippur, dem höchsten jüdischen Festtag, geht Maia Morgenstern in die Synagoge.

Mit 20 wurde sie in die prestigeträchtige Film- und Theaterakademie der rumänischen Hauptstadt aufgenommen und bekam die ersten Filmrollen. Bereits früh in der Karriere riet man ihr, einen Künstlernamen anzunehmen, „denn Morgenstern ist nicht sehr rumänisch, und vielleicht werden Zuschauer ihn nicht aussprechen können.“ Doch Morgenstern wurde ein Markenzeichen: Die Schauspielerin erhielt 1993 gar den Felix als ‚Beste Europäische Schauspielerin des Jahres’.

Die Schauspielerin gehörte ab 1990 zum Ensemble des Bukarester Nationaltheaters und hat in über 30 osteuropäischen Filmen mitgewirkt. Unter anderem schlüpfte sie in die Rolle von Edith Stein – Jüdin, Ordensfrau und 1998 selig gesprochene Märtyrerin – in Maria Meszaros’ Film "The Seventh Room".

Zwischen den Dreharbeiten, die genau ausserhalb der Lagertore stattfanden, durchsuchte Maia, die sich für die Rolle den Kopf rasiert hatte, Listen der Nazis, und entdeckte, dass ihr Grossvater im Lager gestorben war!

„Das hat meine Performance sehr beeinflusst. Es hat mir die Motivation gegeben, die Gewalt durch die Waffe meiner Kunst zu bekämpfen.“

Artikel zum Thema:
Maria, die Mutter von Jesus

Datum: 11.03.2004
Quelle: Jesus.ch

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