Die Fossilien - Vom Mikroorganismus zum Fisch (Kapitel 4)

Leben erscheint unvermittelt in höchst verschiedenen Formen

Gemäss der Evolutionstheorie trat das erste Leben auf diesem Planeten in Form eines mikroskopisch kleinen, einzelligen Organismus auf. Hunderte von Artikeln und Büchern sind erschienen, die alle darüber spekulieren, wie dieses Ereignis wohl stattgefunden haben mag. Kritiken von Seiten der Vertreter der Schöpfungstheorie sind auch vorhanden.1-4 Schliesslich glauben die Evolutionstheoretiker, dass sich diese erste Lebensform nicht nur in die Vielzahl der heute existierenden Einzeller - Bakterien, Algen, Pilze, Amöben - auf-gespalten hat, sondern sich aus einem oder mehreren dieser einzelligen Organismen der Vielzeller entwickelt hat. Nur wie dies geschah und welche Zwischenstufen eingeschlossen waren, gilt als eins der grössten, bis jetzt ungelösten Rätsel der Evolution. Vielzeller, also höchst komplexe vielzellige Lebewesen mit spezialisierten Organen, treten unvermittelt vollausgereift in den fossilen Funden auf. Unter den Fossilien sind keine Zwischenstufen zu finden, die die einzelligen Organismen mit den komplexen Wirbellosen verbindet, die angeblich aus ihnen hervorgingen.

Die ersten reichhaltigen Fossilienfunde von komplexen wirbellosen Lebewesen treten in Gesteinen aus dem sogenannten Kambrium auf. Evolutionstheoretiker gehen davon aus, dass die Sedimente, die das Gestein des Kambriums bilden, vor ca. 600 Millionen Jahre abgelagert wurden und dass ihre Ablagerung sich über mehr als 80 Millionen Jahre erstreckte. In Gesteinen aus der Zeit des Kambriums wurden Fossilien von Trilobiten, Schwämmen, Armfüsslern, Würmen, Quallen, Seeigeln, Seewalzen, schwimmenden Krebsen, Seelilien und anderen komplexen Wirbellosen gefunden. Das Auftreten dieser grossen Vielfalt komplexer Lebewesen ist so unvermittelt, dass es in der geologischen Literatur als die „Kambrium-Explosion" bezeichnet wird.

Sedimentgesteine, von denen angenommen wird, dass sie noch vor dem Kambrium entstanden sind, werden einer eher nebulösen Zeit zugerechnet, dem sogenannten Präkambrium. Gesteinsschichten des Präkambrium liegen normaler-weise (obwohl nicht immer) unter denen des Kambriums. Es wird angenommen, dass sie während vieler hundert Millionen Jahre vor dem Kambrium abgelagert worden sind. Es erscheinen jetzt viele Berichte in der wissenschaftlichen Literatur über die Entdeckung von Fossilien mikroskopisch kleiner, einzelliger Weichkörperlebewesen wie z.B. Bakterien und Algen in Gesteinsformationen des Präkambriums. Aufgrund dieser Behauptungen schätzen Evolutionstheoretiker, dass das Leben auf der Erde von mehr als 3 Milliarden, vielleicht sogar 3,5 Milliarden Jahren begann.

An diesem Punkt muss jedoch eine Warnung bezüglich der Natur dieser Berichte eingefügt werden. Viele von ihnen sind sicherlich fragwürdig und strittig. Einige kürzlich erschienene Veröffentlichungen deuteten auf Unsicherheiten bei solchen Identifikationen hin.5-8 Obwohl sie z.B. die Wahrscheinlichkeit, dass gewisse angebliche Mikrofossilien des Präkambriums biologischen Ursprungs waren, akzeptieren, warnten Engle und andere:

„Der Beweis von biologischer Aktivität während des frühen Präkambriums wirft eindeutig schwierige Probleme auf... Skepsis gegenüber dieser Art von Beweis frühen Lebens im Präkambrium ist angebracht."8

Sollte aus Einzellern wirklich die lange Reihe komplexer Wirbelloser hervorgegangen sein, die abrupt auf der Bildfläche erscheinen und sollten fast drei Milliarden Jahre zwischen dem Ursprung des Lebens und dieser „Kambrium-Explosion" komplexer Wirbelloser liegen, dann müssen wir jedenfalls• die Überlieferung dieser Evolution irgendwo in den Gesteinen des Präkambriums finden. Seit Darwin sind die Gesteinsschichten ständig und intensiv auf diese Überlieferung untersucht worden, aber für die Evolutionstheoretiker waren die Ergebnisse schmerzlich enttäuschend. Nirgends auf dieser Erde - weder auf irgendeinem Kontinent noch auf dem Grund irgendeines Ozeans - konnten Zwischenstufen zwischen einzelligen Organismen und den komplexen Wirbellosen gefunden werden. Wo und wann auch immer wir sie finden, eine Qualle ist sofort eine Qualle, ein Trilobit ein Trilobit und Seeigel sind Seeigel.

Diesbezüglich stellte Axelrod fest:

„Eins der grössten ungelösten Probleme der Geologie und der Evolution ist das Auftreten der abwechslungsreichen vielzelligen marinen Wirbellosen in tieferen Kambrium-schichten auf allen Kontinenten und ihr Fehlen in Gesteinen höheren Alters."

Nach der Erörterung der verschiedenen im Kambrium gefundenen Arten fährt Axelrod fort:

„Wenn wir jedoch die Gesteine des Präkambriums auf die Vorfahren dieser frühen Kambriumfossilien untersuchen, sind sie nirgends zu finden. Es ist bekannt, dass viele mächtige (über 1500 m) Sedimentschichten in ununterbrochener Reihenfolge unter Schichten liegen, die frühkambrische Fossilien enthalten. Diese Sedimente waren offensichtlich zur Erhaltung von Fossilien geeignet, da sie häufig mit den darüber liegenden, fossil haltigen Schichten identisch waren, und doch wurden keine Fossilien in ihnen gefunden."9

George Gaylord Simpson kämpfte tapfer, aber nicht erfolgreich mit diesem Problem und war gezwungen zuzugeben, dass das Fehlen präkambrischer Fossilien (andere als die von Mikroorganismen) das „grösste Rätsel in der Geschichte des Lebens" sei.10

Eine bedeutende Anzahl von Evolutionstheoretikern, von denen wir schon Axelrod und Simpson oben zitierten, gibt schon seit langem zu, dass keine unzweifelhaften, mehrzelligen Fossilien in Gesteinen gefunden worden sind, die zweifellos älter waren als das Kambrium. Erst 1973 drückte z.B. Preston Cloud, ein Evolutionsgeologe, seine Überzeugung aus, dass es bisher keine Überlieferung von eindeutigen Vielzellern in eindeutig präkambrischen Gesteinen gibt.11

Vor kurzem jedoch wurde eine Sammlung vielzelliger Fossilien, die nach ihrer ersten Entdeckung in Australien als die Ediacara-Fauna bekannt ist,12 auf spätes Präkambrium geschätzt, angeblich ca. 680 Millionen Jahre alt. Weitere Vertreter sind nun aus der fossilen Überlieferung bekannt, die nicht nur in Australien, sondern auch in Neufundland, England, Sibirien und Südafrika gefunden worden sind. Bis vor kurzem hielt man einige dieser Lebewesen für sehr ähnlich mit der heutigen Qualle, den Würmern und anderen Hohltieren (Coelenteraten) und Stachelhäutern (Echinodermen). Darunter befanden sich auch einige andere, zuvor unbekannte und eher problematische fossile Lebewesen. Diese Entdeckungen mindern jedoch nicht das Problem für die Evolutionstheorie. Diese Lebewesen sind keineswegs Zwischen-stufen zwischen einzelligen Organismen und zuvor in kambrischen Gesteinen gefundenen komplexen Wirbellosen. Sie sind komplexe Wirbellose. Ausserdem wurde kürzlich festgestellt, dass die Lebewesen der Ediacaran Fauna nicht dieselben sind wie die Würmer, Coelenteraten und Echinodermen des Kambriums. Sie stellten sich tatsächlich als so verschieden heraus, dass einstimmig festgestellt wurde, dass sie nicht die möglichen Vorfahren der kambrischen Tiere- gewesen sein können.13 Es wird angenommen, dass eine zuvor unbekannte Massenvernichtung diese Lebewesen komplett eliminierte und zwar viele Millionen Jahre vor dem Kambrium.

Somit bleibt das Rätsel um die „Kambrium-Explosion" bestehen. Es ist sehr interessant zu beobachten, wie Evolutionstheoretiker mit diesem Widerspruch zur Evolutionstheorie kämpfen. Eldredge, ein Paläontologe am American Museum of Natural History, fährt z.B. nach der Erörterung der Ediacara-Fauna fort:

Dann gab es eine Art Explosion. Beginnend vor ca. 600 Millionen Jahren und sich über 10-15 Millionen Jahre erstreckend, erscheinen die frühesten, bekannten Vertreter der wichtigsten Tierarten, die noch heute unsere Meere besiedeln, sehr abrupt. Dieses eher langwierige „Ereignis" zeigt sich auch graphisch in der Gesteinsüberlieferung: Überall auf der Welt sind mächtige, ungefähr gleich alte Gesteinsschichten, in denen keine leicht zu entdeckenden Fossilien zu finden sind, von Sedimenten überlagert, die eine sagenhafte Sammlung von Schalen-wirbellosen enthalten: Trilobiten (ausgestorbene Verwandte von Krabben und Insekten), Armfüssler (Brachiopoden), Weichtiere (Mollusken). Alle typischen Arten von Hartschalentieren, die in heutigen Meeren vorkommen, lebten, wenn auch in primitiver Prototypenform, in den Meeren vor 600 Millionen Jahren.

Verfechter der Schöpfungslehre haben viel aus dieser plötzlichen Entwicklung einer reichen und vielfältigen fossilen Überlieferung, wo kurz zuvor nichts war, gemacht...

„Dieses plötzliche Auftreten einer vielfältigen, guterhaltenen Fossilsammlung, die von Geologen als Kennzeichen für den Beginn des Kambriums bezeichnet wird (der älteste Bereich der Paläozoischen Ära), stellt in der Tat eine faszinierende intellektuelle Herausforderung dar."14

Eldredge bietet mehrere mögliche Lösungen für dieses Problem an. Er erwähnt die kürzlich aufgestellte Vermutung, dass der atmosphärische Sauerstoffgehalt bis zu einem kritischen Punkt anstieg, so dass der Sauerstoffgehalt im Meer ausreichte, eine grosse Vielzahl von Tierlebewesen zu versorgen.15 Er gibt jedoch zu, dass rote Schichten oder Gesteine mit einem hohen Eisenoxidgehalt (letztes Oxidationsstadium des Eisens) in Gesteinen mit dem hohen Alter von ca. zwei Milliarden Jahren gefunden wurden, die auf einen relativ hohen atmosphärischen Sauerstoffgehalt hinweisen. Wenn jedoch auf der evolutionären Zeitskala vor zwei Milliarden Jahren ein hoher Sauerstoffgehalt zu verzeichnen ist und die „Kambrium-Explosion" erst vor 600 Millionen Jahren aufgetreten ist (eine Differenz von 1,4 Milliarden Jahren), dann ist es doch offensichtlich, dass das plötzliche Auftreten all dieser komplexen Wirbellosen nichts mit dem hohen Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre zu tun haben kann.

Eldredge führt als Hauptargument ins Feld, dass Evolution nicht unbedingt langsam und schrittweise vonstatten gegangen sein muss, sondern dass einige Perioden in der Evolution vielleicht - um es geologisch auszudrücken - sehr schnell abgelaufen sein könnten.'» Demzufolge soll kurz vor dem Ereignis im Kambrium aus dem einen oder anderen Grund ein evolutionistischer Knall stattgefunden haben - und eine grosse Vielzahl komplexer vielzelliger Organismen, viele mit Hartteilen, soll sich plötzlich entwickelt haben. Diese Evolution lief so schnell ab (vielleicht in lediglich fünfzehn oder zwanzig Millionen Jahren, mehr oder weniger), dass die Zwischenstufen nicht genug Zeit hatten, einen feststellbaren fossilen Abdruck zu hinterlassen.

Diese Vorstellung der explosiven Evolution ist wirklich keine neue Idee, da sie bereits in der Vergangenheit als Erklärung für das Fehlen von Übergangsformen benutzt wurde.' ° Diese Vorstellung wird jedoch einer Untersuchung nicht standhalten. Was ist zunächst einmal der einzige Beweis für diese gedachten Explosionen in der Evolution? Das Fehlen von Übergangsformen! Damit versuchen Evolutionstheoretiker wie Eldredge, Simpson und andere den Schöpfungswissenschaftlern eben das wegzureissen, was diese als einen der besten Beweise für die Schöpfungslehre halten, d.h. das Fehlen von Übergangsformen, und sie versuchen, es als eine Stütze in ihrem Evolutionsszenario einzubauen!

Was aufgrund der Evolutionstheorie vorhergesagt worden ist - nämlich das Vorhandensein von Übergangsformen - ist nicht eingetroffen. Aber anstatt zuzugeben, dass sich durch diesen Beweis ihre Theorie als falsch erweist, wird mit einem neuen Szenario genau das Gegenteil vorhergesagt - das Fehlen von Übergangsformen. Ausserdem stellt sich die genetische Wissenschaft eindeutig gegen die Theorie von evolutionistischen Explosionen. Und eigentlich argumentieren gerade die Evolutionstheoretiker mit dem langsamen Verlauf der Evolution als Grund dafür, dass bisher noch in keiner menschlichen Beobachtung eine wirklich bedeutsame evolutionistische Veränderung bezeugt werden konnte. Der genetische Apparat einer Eidechse z.B. ist vollkommen dar-auf angelegt, eine andere Eidechse zu zeugen und die Vorstellung, dass es Prozesse geben könnte, die dieses genetische Bollwerk gegen Veränderungen überwinden könnten und eine Eidechse in ein anderes Lebewesen verwandeln könnten, ohne versteinerte Zwischenstufen zu hinterlassen, ist eine Wunschidee, die jedoch der Wissenschaft widerspricht. Noch unglaublicher ist die Vorstellung, dass dieser Vorgang eine ganze Reihe von komplexen Lebewesen betroffen haben könnte. Und schliesslich sind 15-20 Millionen Jahre, auch wenn sie den Evolutionstheoretikern als eine kurze Periode erscheinen, eine sehr, sehr lange Zeit - genügend Zeit, um eine reiche fossile Überlieferung zu hinterlassen.

Eldredge unterbreitet etwas später in seinem zuvor bereits zitierten Buch den unglaublichsten aller Vorschläge, um eine einleuchtende Erklärung für die grosse „Kambrium-Explosion" zu liefern. Er erklärt:

„Wir sehen im frühen Kambrium nicht viele Beweise für Zwischenstufen, da die Zwischenstufen Weichtiere gewesen sein müssen und es somit höchst unwahrscheinlich ist, dass sie versteinert werden konnten."16

Es ist schwer zu glauben, dass Eldredge oder irgendein anderer Wissenschaftler solch eine Behauptung aufgestellt haben soll. Welcher Art auch immer sie gewesen sein mögen, die evolutionistischen Vorgänger der kambrischen Tiere müssen Vielzeller gewesen sein - ein einzelliger Organismus kann sich unmöglich so plötzlich in eine derartig grosse Vielfalt von komplexen Wirbellosen entwickeln, ohne eine lange Reihe von Zwischenstufen mit steigender Komplexität zu durchlaufen. Sicher, wenn Paläontologen eine Anzahl Fossilien von mikroskopisch kleinen, einzelligen weichkörprigen Bakterien und Algen finden könnten, wie Eldredge es annimmt, dann könnten sie auch sehr leicht Fossilien aller Zwischenstadien zwischen diesen mikroskopisch kleinen Organismen und den komplexen Wirbellosen des Kambriums finden. Ausserdem müssten zusätzlich zu den vielen Berichten über Fossilfunde von Bakterien und Algen viele hundert Funde von weichkörprigen, vielzelligen Lebewesen wie Würmern und Quallen in der wissenschaftlichen Literatur verzeichnet sein. Die Lebewesen des Ediacara-Fauna Fundes, von dem von fünf Kontinenten berichtet wird, sind Weichkörpertiere.

Noch unglaublicher erscheint Eldredges Vorschlag, dass alle Zwischenstufen, die zu den abrupt in kambrischen Gesteinen auftretenden vollausgebildeten Lebewesen führen, Weichkörpertiere gewesen sein müssen. Wie wir Eldredge schon oben zitierten, ist unter den kambrischen Tieren eine nette Sammlung von Schalenwirbellosen zu finden - Lebewesen also mit Hartteilen. Wenn, wie Eldredge behauptet, alle Zwischenstufen Weichkörpertiere gewesen sein sollen, bedeutet dies, dass eine grosse Vielzahl von Lebewesen mit Hartteilen urplötzlich direkt aus Weichkörpertieren entstanden sein müssen. Das ist einfach unmöglich. Die Anatomie, die Physiologie und die eigentliche Lebensweise eines Wirbellosen mit Hartteilen ist eng mit diesen Hartteilen verbunden und hängt von ihnen ab. Die Anatomie von Weichtieren unterscheidet sich daher sehr stark von der Anatomie der Weichteile von Tieren mit Hartkörpern. Sollten also Wirbellose mit Hartteilen aus Weichtieren hervorgegangen sein, so müsste diese Veränderung über viele Zwischenstufen hinweg schrittweise vonstatten gegangen sein, um die Aneignung von Hartteilen und die Veränderung der Lebensweise dieser Tierchen zu ermöglichen. Diese schrittweise Aneignung von Hartteilen bei so vielen Lebewesen müsste überreichlich in der fossilen Überlieferung dokumentiert sein. Fossilien von tausenden dieser Zwischenstufen müssten die Museen zieren. Es wurden jedoch keine gefunden.

Evolutionstheoretiker vertreten die Meinung, dass die umfangreich in kambrischen Gesteinen vertretenen Wirbel-losen von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen, aber es existiert natürlich nicht ein einziges Fossil einer Zwischenstufe, das diese Theorie belegen könnte. Milliarden mal Milliarden von diesen Lebewesen müssten gelebt haben und müssten gestorben sein, jedoch nicht eines davon ist in einer paläontologischen Sammlung zu finden. Riesige, unüberbrückbare Lücken trennen Lebewesen wie Quallen, Schwämme, Würmer, Seeigel, Seewalzen, Trilobiten, Armfüssler (Brachiopoden), Seelilien und andere.

Dies alles lässt die Evolutionstheoretiker mit dem grössten Rätsel in der Geschichte des Lebens, wie Simpson es nennt, zurück. In einer Besprechung 17 eines kürzlich erschienen Buches über den Ursprung der wichtigsten Gruppen der Wirbellosen 18 stellt Runnegar fest, dass ...

„ ... , wie vielleicht erwartet, die Paläontologen sich auf die fossilen Überlieferungen konzentriert haben und daher eine Flut von Informationen über die frühe Geschichte einer grossen Vielfalt von Gruppen der Wirbellosen geliefert haben, jedoch nur wenig Einsicht in ihre Ursprünge."

Eldredge gibt zu, dass „die evolutionistische Kambrium-Explosion noch immer ein Rätsel ist". Wissenschaftler der Schöpfungslehre fragen jedoch, welchen grösseren Beweis für die Schöpfung die Gesteine noch erbringen könnten, als den dieses abrupten Auftretens einer grossen Vielfalt von komplexen Lebewesen ohne eine Spur von Vorfahren? Wir sehen also direkt von Anfang an, dass die Beweise eines Evolutionsszenario im direkten Widerspruch zu den Vorhersagen der Evolutionstheorie stehen, jedoch in bemerkenswerter Übereinstimmung mit den Vorhersagen der Schöpfungslehre sind.

Die Überreste der Geschichte des Lebens enthüllen ein bemerkenswertes Fehlen vieler, von der Evolutionstheorie geforderten Zwischenstufen. Es besteht tatsächlich ein systematischer Mangel an Übergangsformen zwischen höheren Kategorien, genau wie es das Schöpfungsmodell vorhersagt. 

Die fossile Überlieferung der Insekten unterstützt auf bemerkenswerte Weise die Schöpfungslehre

Der Mangel an Übergangsformen lässt jeden evolutionistischen Ursprung der Insekten (zugehörig zu den Insecta, einem Unterstamm der Gliederfüssler [Arthropoden]) ein Rätsel bleiben. Einige Fossilien wurden in Gesteinen des mittleren Devon gefunden und sie sind auch in einer erstaunlich grossen Anzahl und Vielfalt in Gesteinen des Oberkarbon, so dass die sogenannte Oberkarbon-Periode auch „das Zeitalter der Insekten" genannt wird. Versteinerungen von Libellen mit einer Flügelspannweite von 50-100 cm in Gesteinen des oberen Karbon sind nicht ungewöhnlich. Die ersten entdeckten Libellen, ob gross oder klein, waren genau das, was sie sind - Libellen.

Was ist mit den Kakerlaken? Dr. Betty Faber, Entomologin am American Museum of Natural History, stellte in einem kürzlich gegebenen Interview fest:

„Einige Fossilien von Kakerlaken ... aus der Karbonzeit der Erdgeschichte machen eine Sache ganz deutlich. Selbst damals, also vor 350 Millionen Jahren, sah die Kakerlake ekelig aus. Seitdem hat sich nicht viel geändert." 20

Einige Kakerlaken waren in der Vergangenheit grösser. In Gesteinen des Oberkarbon wurden versteinerte Kakerlaken von bis zu 10 cm Länge gefunden. Vielleicht sind die heutigen Kakerlaken doch nicht ganz so ekelig wie diejenigen in der Vergangenheit.

Obwohl Lebewesen wie Spinnen, Milben und Tausendfüssler keine Insekten sind, werden sie allgemein als Insekten bezeichnet. Auf der Jahresversammlung der American Association for the Advancement of Science (Amerikanische Vereinigung zur Förderung der Wissenschaft) wurde ein faszinierender Vortrag über die Entdeckung von bemerkenswert guterhaltenen Fossilien von Tausendfüsslern, einer Milbe und spinnenähnlichen Tieren gehalten. Obwohl wir uns bis jetzt auf einen Zeitungsbericht21 als Informationsquelle verlassen müssen, erscheint der Bericht verlässlich und sicherlich sehr interessant zu sein. Die Fossilien werden auf ein Alter von 380 Millionen Jahren geschätzt, einige der ältesten, jemals gefundenen Fossilien, und wurden von den Doktoren Patricia Bonamo und J.D. Grierson von der State University of New York in Binghamton, entdeckt.

In diesem Artikel wurde festgestellt, „dass diese Lebewesen bereits hochentwickelt waren" und dass sie von „grosser Ähnlichkeit mit lebenden Geschöpfen" sind. Diese Feststellungen bedeuten ganz einfach, dass diese zum ersten Mal in den fossilen Funden auftauchenden Tiere bereits vollentwickelt waren und sich bis zum heutigen Tag, angeblich 380 Millionen Jahre später, kaum verändert haben. Ein Fragment wurde eventuell als Machilid identifiziert, dem gewöhnlichen Silberfischchen sehr ähnlich, also ein richtiges Insekt. Versteinerungen einiger Lebewesen, die dem Weberknecht (einem spinnenähnlichen Tier) ähneln, waren so ausserordentlich gut erhalten, dass sogar ihre Sinnesorgane zu erkennen waren. Einer der mit der Untersuchung der Fossilien beschäftigten Wissenschaftler bemerkte: „Sie sehen aus, als seien sie gestern, erst gestorben." Alle diese Tatsachen stimmen perfekt mit den Vorhersagen des Schöpfungsmodells überein, widersprechen jedoch in allen Punkten dem, was aufgrund der Evolutionstheorie zu erwarten wäre. 

Abbildung 2
Abbildung 2: Ein möglicher Stammbaum der fliegenden Insekten. Die durchgezogenen schwarzen Linien sind durch Fossilfunde belegt, die grauen Linien zeigen lediglich hypothetische Verbindungen auf.

Evolutionstheoretiker glauben, dass fliegende Insekten aus nichtfliegenden Insekten hervorgegangen sind. Unter Evolutionisten wird ständig darüber diskutiert, was genau beim nichtfliegenden Insekt den Ausschlag zur Bildung von Hügeln gab. Wenn eine einzige Zwischenstufe zwischen nichtfliegendem und fliegendem Insekt gefunden werden könnte, wäre die Kontroverse sofort beigelegt, aber bis jetzt wurde eben noch keine versteinerte Zwischenstufe entdeckt. Tausende von Fossilien nichtfliegender Insekten wurden entdeckt. Tausende von Fossilien fliegender Insekten ruhen auf Museumsregalen. Wo sind die vielen Tausend Zwischenstufen, die existieren müssten? Die vernünftigste Schlussfolgerung dafür, dass niemals Zwischenstufen gefunden wurden, ist, dass sie niemals existiert haben.

Überdies verfügen fliegende Insekten über zwei verschiedene Flügelarten. In Ruhestellung werden die Flügel der Altflügler (Palaeoptera) hochgehalten wie bei den Eintagsfliegen, oder an der Seite wie bei den Libellen. Insekten des Neuflüglerstammes (Neoptera) verfügen über einen Beugemechanismus, der es ihnen erlaubt, ihre Flügel in eine Ruhestellung über den Hinterleib zu falten. Zwischen diesen bei-den Arten von fliegenden Insekten sind keine Zwischenformen bekannt.

In Abbildung 2 ist ein möglicher evolutionistischer Stammbaum der fliegenden Insekten zu sehen. Die schwarzen Linien zeigen Verbindungen auf, die tatsächlich durch Fossilien zu belegen sind, die grauen Linien deuten Verbindungen an, die gemäss evolutionistischen Schemata mit Zwischenstufen belegt werden sollten, die jedoch nicht gefunden wurden. Von diesem evolutionistischen Stammbaum existieren in Wirklichkeit nur die Astspitzen. Stamm und Äste sind lediglich konstruiert.

Literaturhinweise

1. S. Aw, Chemical Evolution, Master Books, San Diego, 1982.
2. A. E. Wilder-Smith, The Creation of Lift, A Cyhernetic Approach, Master Books, San Diego, 1970.
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4. C. B. Thaxton, W.L. Bradley and R.L. Olsen, The Mystery of Life's Origin, Philosophical Library, New York, 1984.
5. 1'. Cloud, Science 148:27 (1965).
6. M. N. Bromlette, Science 158:673 (1967)
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9. D. Axelrod, Science 128:7 (1958).
10. G. G. Simpson, The Meaning of Evolution, Yale University Press, New Haven,1949,5.18.
11 P. Cloud, Geology 1:123 (1973).
12. M.F. Glaessner, Sei. Amer., March 1961, S. 2-8.
13. S. J. Gould, Natural History 93 (2):14-23 (1984)
14. N. Eldredge, The Monkey Business: A Scientist Looks at Creationism, Washington Square Press, New York, 1982, S.44.
15. Eldredge, Ref. 14, S. 47.
16. Eldredge, Ref. 14, S. 130.
17. B. Runnegar, J. Paleont. 55:1138 (1981).
18. M. R. House, ed., The Origin of Major Inverrehrate Groups, Systematics Assoc. Special Vol. 12, Academic Press, New York, 1979.
19. Eldredge, Ref. 14.5.46.
20. M. Kusinitz, Science World, 4 Feb. 1983, S. 12-19.
21. New York Times Press Service, San Diego Union, 29 May 1983.


Weiter:  Die tiefe Kluft zwischen Wirbellosen und Wirbeltieren


Autor: Duane T. Gish
Quelle: Fossilien: Stumme Zeugen der Vergangenheit

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